Foto: HkD

Klimaschutz bei jedem Weg-Kilometer

Nachricht 07. Februar 2019
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Fahrten mit dem Auto sollen HkD-Mitarbeiter möglichst vermeiden; der Rest wird kompensiert durch Unterstützung von Klimaprojekten im globalen Süden. Foto: Susanne Ruge / HkD

Den CO2-Ausstoß für jeden Kilometer, der in 2017 mit einem Auto von Mitarbeitenden gefahren wurde, gleicht das Haus kirchlicher Dienste (HkD) mit einer Spende an die Klimakollekte aus. Doch es geht nicht um das Kompensieren allein.

Die Mitarbeitenden vom HkD sind viel unterwegs. Um die Gemeinden und Kirchenkreise vor Ort zu beraten oder Vorträge und Seminare zu halten, haben sie im Jahr 2017 über 1,2 Millionen Kilometer zurück gelegt. Knapp 75 Prozent davon wurden mit der Bahn gefahren, das restliche Viertel mit einem dienstlichen oder privaten Auto. „Auf den ersten Blick ergibt sich hier eine sehr gute Bilanz“, sagt Michael Bruns-Kempf, Referent für Umwelt- und Klimaschutz im HkD. „Die Zahl der mit der Bahn gefahrenen Kilometer ist über die letzten fünf Jahre kontinuierlich gestiegen. Darauf können wir als Haus stolz sein.“

Doch in der CO2-Bilanz ergibt sich ein umgekehrtes Bild: Die 75 Prozent der mit der Bahn gefahrenen Kilometer sind lediglich für 36 Tonnen CO2-Ausstoß verantwortlich. Die 25 Prozent, die mit einem Auto zurückgelegt wurden, sorgen für 64 Tonnen CO2 in der Bilanz.

Mit dem Aktenstück 38 hat die Landessynode im Mai 2016 die Klimaschutzziele bis 2030/2050 aktualisiert. Mit umweltgerechten Gebäudemanagements sollen die CO2-Emmissionen reduziert werden. Zusätzlich wurden die Ziele für die Reduktion des CO2-Ausstosses im Bereich der Mobilität festgesetzt: So soll bis zum Jahr 2030 eine 50-prozentige Reduzierung erreicht werden, bis zum Jahr 2050 soll der CO2-Ausstoß sogar um 80 Prozent verringert werden. Dies kann zum einen durch Einsparen, also Vermeiden der Produktion von CO2, erreicht werden, zum anderen durch Kompensation.

Klimaschutz praktisch

Wie gelingt es den Mitarbeitenden ihren Dienstauftrag zu erfüllen, vor Ort, in der Fläche der Landeskirche präsent zu sein und gleichzeitig für den Klimaschutz zu sorgen? Wie schaffen sie es bei den Beratungsangeboten, nicht auf die persönlichen Begegnungen zu verzichten, etwa zugunsten von Telefon- oder Videokonferenzen?

Ob mit der Bahn, einem Jobticket für Hannover und Region oder mit dem Fahrrad: Jeder Kilometer ohne Auto hilft das Klima zu schützen. Dabei sind die letzten drei bis fünf Kilometer vom Bahnhof bis zum Gemeindehaus in ländlichen Regionen häufig die „Schwierigsten“. Ein Faltrad oder ein Taxi für die kurze Strecke könnte eine Lösung sein und die Mitarbeitenden motivieren, das eigene Auto bei einer Dienstfahrt stehen zu lassen. Bei den hausinternen drei Dienstfahrzeugen im HkD wäre zu überprüfen, ob sich die Anschaffung von CO2-armen Modellen realisieren lässt.

Bewusstes Kompensieren

Für unvermeidliche Fahrten kann man den CO2-Ausstoß kompensieren beispielsweise in Form einer Spende für Klimaschutzprojekte. Bereits 23 Euro, die direkt in die Projekte fließen, gleichen eine Tonne CO2 aus. Die Kompensation für die mit einem Auto gefahrenen 300.000 Kilometer im HkD liegt 2017 bei genau 1472 Euro.

Auf den sensiblen Umgang mit dem Thema kommt es den HkD-Mitarbeitern an. So enthalten künftig alle Rechnungen für die Kirchengemeinden, auf denen die gefahrenen Kilometer als Fahrtkosten aufgeführt werden, die Kompensationswerte durch die Klimakollekte.

Klimakollekte: CO2 vermeiden – reduzieren – kompensieren

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Logo: Klimakollekte

Die Klima-Kollekte unterstützt kirchliche Einrichtungen, gemeinnützige Organisationen und Unternehmen, klimafreundlich zu handeln und so die Schöpfung zu bewahren.

Die Emissionen berechnet die Klima-Kollekte kostenlos und berät zu Reduktionsmöglichkeiten. Verbleibende Emissionen können über Projekte der Klima-Kollekte im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz ausgeglichen werden. Die Projekte sind für die lokale Bevölkerung in Ländern des globalen Südens entwickelt und mindern Armut vor Ort, in dem sie Frauen stärken, Gesundheit schützen und Perspektiven ermöglichen – zudem verringern sie den CO2-Ausstoß und schützen so das Klima. Unterstützt werden beispielsweise energieeffiziente Öfen in Tansania, Biogas-Verwendung und Solarlampen in Indien oder energieeffizienten Kochstellen in Nicaragua.

www.klima-kollekte.de

Freiwillige Klimakollekte: Junge Ehrenamtliche für den Klimaschutz

Bereits seit 2013 ist für die Landesjugendkammer der ökologische Fußabdruck und die Reduktion von CO2-Emissionen ein Thema. Neben anderen Maßnahmen, wie vegetarischen Mahlzeiten, fair gehandelten Produkten, bewusstem Konsum sowie Fahrgemeinschaften für die An- und Abreise beteiligt sich die Landesjugendkammer der Evangelischen Jugend am Klimaschutz. Bei den drei jährlichen Treffen, zu denen bis zu 50 Delegierte aus dem Gebiet der Landeskirche zusammen kommen, wird auf freiwilliger Basis für die Klimakollekte gespendet. „Mit ihren Spenden drücken die Jugendlichen ihr Bewusstsein dafür aus, dass Klimaschutz notwendig ist und wir uns nicht klimaneutral verhalten können“, sagt Cornelia Dassler, Landesjugendpastorin im HkDHaus kirchlicher Dienste in Hannover. „Auch in den Landesjugendcamps ist der Klimaschutz seit langem ein wichtiges Thema und die Klimakollekte seit 2014 ein fester Bestandteil beim Gottesdienst.“