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Stärken, hören, handeln

Nachricht 20. Juni 2018
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Zum Frauenmahl in Fredelsloh wollten mehr Frauen kommen als Plätze waren. Zwischen dem Drei-Gänge-Menü gab es MUT.Worte. Foto: Julia Grote

MUT.Worte war die Überschrift für das dritte Frauenmahl des Sprengels Hildesheim-Göttingen kürzlich in der Fredeloher Klosterkirche - dieses Mal in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Leine-Solling und der Kirchengemeinde Fredelsloh. „Ziel war es, dass Frauen sich gegenseitig stärken, zu hören und handeln in der sich schnell wandelnden Zeit“, sagte Cornelia Renders, Referentin für Frauenarbeit im Sprengel, am Rande der Veranstaltung. 122 Frauen bekamen einen Platz, aber die Warteliste war lang für Essen und Musik, Reden und Gespräche in der Kirche.

Drei Frauen hatten die Reden vorbereitet: Politische MUT.Worte der Bürgermeisterin von Moringen Heike Müller-Otte, spirituelle MUT.Worte der Literaturwissenschaftlerin Zsuzsanna Benyei-Büttner und theologische MUT.Worte der Pastorin und Superintendentin Stephanie von Lingen. „In der Regel sind es noch immer traditionelle Rollenbilder, die uns im Wege stehen und zu einem nicht unwesentlichen Teil unsere Vernunft. Denn uns erscheint diese Welt der Vorstandsetagen und der politischen Gremien nicht so richtig erstrebenswert“, so Müller-Otte in ihrer Mut-Rede. „Jede von uns zeigte und zeigt an Wendepunkten des Lebens Mut. Wir treffen schwierige Entscheidungen, finden und verwirklichen Lösungen in scheinbar ausweglosen Situationen“, stellte Benyei-Büttner fest. Das Gespräch zwischen Eva und Gott, das Stephanie von Lingen als Schlusspointe ihrer Rede setzte, ließ viele Frauen schmunzeln, aber auch den Ernst der Lage erkennen: Frauen seid auch heute mutig, neugierig und verändert die Welt - wie Mirjam, Ruth oder Lydia und all die anderen Frauen der Bibel zu ihrer Zeit!

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Foto: Julia Grote

Zwischen den Reden gab es ausreichend Zeit für die Teilnehmerinnen an das Gesagte im persönlichen Gespräch anzuknüpfen. Dazu gab es jeweils einen Gang des vorbereiteten Drei-Gänge-Menüs. Regen Austausch gab es jeweils zum Gesagten. Mit wachsender Vertrautheit wurden immer mehr die persönlichen Lebenserfahrungen der Frauen ins Gespräch einbezogen. „So kam es zur Verknüpfung von Herz und Verstand, zusammen mit köstlichem Essen“ berichtet Renders. Ihr erschien es wie zu Zeiten der Reformation im Hause „Katharina von Bora - Martin Luther“. Immer saßen an der von Katharina gedeckten Tafel viele Menschen im Gespräch beieinander. Vermutlich hielt auch die „Lutherin“ Reden mit mutiger Wortwahl, die Frauen voran brachte, so die Referentin im Haus kirchlicher Dienste weiter.

Abgerundet wurde der Abend durch die musikalischen Beiträge junger Frauen aus dem Jugendorchester Northeim, sowie der Ausstrahlung des Kirchenraumes im Spiel des Abend-Lichtes.

Einige Frauen äußerten sich hinterher: „Das gestrige Frauenmahl war großartig.“ „Alles war gut durchdacht und bestens organisiert.“ „Das Essen super lecker, die Referentinnen-Beiträge alle sehr gut.“