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Musik aus aller Welt zum Lobe Gottes

Nachricht 18. Juni 2018
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Foto: Woldemar Flake/HkD

„Beim Workshop „Wege zu interkulturellen Gottesdiensten“ am 8. und 9. Juni im Michaeliskloster Hildesheim erlebten Christinnen und Christen aus Europa, Afrika und Asien, wie musikalisch und spirituell vielfältig in unterschiedlichen Kulturen Gottesdienst gefeiert wird. Prof. Jochen Arnold brachte eine lutherische Perspektive ein, machte aber vor allem die Teilnehmenden des Workshops mit dem neueren internationalen Liedgut bekannt, das in den Gemeinden der Landeskirchen immer selbstverständlicher zum Bestandteil der Gottesdienstkultur wird.

Pastor Michel Youssif berichtete vom Gottesdienst der Arabisch Deutschen Evangelischen Gemeinde Hannover, der auch live im Internet mitverfolgt werden kann. Yonas Habte Araya, Priester der eritreisch-orthodoxen Gemeinde St. Georgis in Hannover, stellte die Tradition seiner orientalisch-orthodoxen Kirche vor. Frau Phuong Tran erläuterte am Beispiel ihrer vietnamesischen Gemeinde, wie ihr Gottesdienst in biblischen Traditionen verankert ist.

Pastor Kwabena Afrifa erklärte, wie im Gottesdienst die Gemeinde nicht nur im Lobpreis Gott dient, sondern auch ganz praktisch füreinander da ist, beispielweise in der Anteilnahme der ganzen Gemeinde an Freud und Leid einer ihrer Familien. An seiner westafrikanischen Christian Hope Church ist auch abzulesen, was viele Gemeinden bewegt: Der Übergang zu einer Generation, die in Deutschland geboren wurde und hier aufgewachsen ist. Während der Sonntagsgottesdienst noch auf Englisch gefeiert wird, wird der wöchentliche Jugendgottesdienst bereits auf Deutsch gehalten.

Pastorin Elke Reichhardt aus Göttingen erzählte von der evangelisch-lutherischen Christophorusgemeinde, in der Zielgruppengottesdienste wie beispielsweise Seniorenandachten, Einschulung oder Goldene Konfirmation gegenüber dem vom Kirchenjahr geprägten Gottesdienst immer wichtiger werden. Pastor Steve Ogedebge wies darauf hin, wie unterschiedliche Gottesdienstkonzepte in einer Gemeinde nebeneinander koexistieren können.

Beim Lobpreiskonzert „Colours of Praise“ am Freitagabend konnten die verschiedenen Stile gottesdienstlicher Musik live erlebt und gefeiert werden: Nach einer Gruppe der arabischen Gemeinde präsentierte Pastor Fritz Baltruweit einen weiten Reigen vom Jugendchor der afrikanischen Gemeinde über Bach-Sätze des ungarischen Cellisten Csaba Maksay und einem großen koreanischen Chor bis hin zur Band von Popkantor Til von Dombois und einer Gruppe vom interkulturellen christlichen Zentrum Himmelsfels. Begeisternde Musik, die schließlich alle von den Plätzen riss. Das überfüllte Konzert war auch für Gäste offen, die nicht an dem zweitägigen Workshop teilnahmen, und wer nicht im Saal Platz fand, konnte im Garten und Kreuzgang des Klosters dabei sein.

„Am eindrücklichsten war die Begegnung der Teilnehmenden untereinander“, so Pastor Woldemar Flake, Ökumene-Referent im Haus kirchlicher Dienste und Mitorganisator des Workshops und Konzertes. „Vermutlich zum ersten Mal erlebten hier Christen aus Afrika, wie arabische Christen Gottesdienst feiern. Das gemeinsame Erleben, und auch der gemeinsam gestaltete Abschlussgottesdienst stärkten die Gemeinschaft untereinander und die gegenseitige Wahrnehmung“ , so Flake abschließend.