Foto: HkD

TWINS multimedial

Nachricht 22. Januar 2018

Landeskirche veröffentlicht Multimedia-Präsentationen zur Skulptur am Landeskirchenamt

Skulptur TWINS von Johan Tahon am Landeskirchenamt der Landeskirche Hannovers an der Roten Reihe. Foto: Stefan Heinze

Die Skulptur TWINS am Landeskirchenamt der Landeskirche Hannovers an der Roten Reihe wurde am 4. Mai vergangenen Jahres feierlich enthüllt. Passanten und andere Interessierte können sich die Plastik zum Thema Kirche und Judentum des belgischen Künstlers Johan Tahon ab sofort multimedial auf dem Smartphone oder am Bildschirm erläutern lassen. Anlässlich der derzeitigen Ausstellung Tahons in der Marktkirche Hannover und des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar wurden die Präsentationen jetzt freigeschaltet. Interessierte erreichen unter der Web-Adresse http://www.ecclesia-synagoga.de eine Einführung und eine Vertiefung zu der Doppelskulptur und ihrem Thema, der Beziehung von Kirche und Judentum.

Die TWINS sind eine Neuinterpretation des Motives von Ecclesia und Synagoga (Kirche und Judentum) als zwei Frauengestalten auf Augenhöhe – ein Gegenbild zu der anderthalb Jahrtausende währenden Abwertung des Judentums durch das Christentum mit einer diffamierenden Synagoga-Darstellung in der christlichen Kunst-, aber auch Theologie- und Kirchengeschichte.

In den beiden Multimedia-Präsentationen wird in Video, Foto, Ton und Text diese Motivgeschichte von der Referentin für Kirche und Judentum, apl. Prof. Dr. Ursula Rudnick, sachkundig und mit Fotos erklärt. Von der Präsidentin des Landeskirchenamtes, Dr. Stephanie Springer, erfahren die Nutzerinnen und Nutzer mehr über den Standort des Kunstwerkes nahe des Mahnmals der ehemaligen Synagoge. Der Künstler Johan Tahon kommt zu Wort, in der Vertiefung auch jüdische Stimmen.

Passantinnen und Passanten können an der Skulptur über einen QR-Code die etwa zwölfminütige Einführung auf ihrem Smartphone aufrufen und sich – ähnlich wie bei einem Audio-Guide – Grundlagen berichten und erläutern lassen. Die Einführung ist aber – wie die Vertiefung – auch über die genannte Web-Adresse erreichbar.

In der Vertiefung besteht Gelegenheit, sich zudem von Johan Tahon die Entstehung der Skulptur erläutern zu lassen, die Bedeutung des Namens näher zu ergründen oder Dr. Gábor Lengyel, Seniorrabbiner der Liberalen Jüdischen Gemeinde, bei der Beschreibung des Wandels der christlich-jüdischen Beziehungen in den vergangenen Jahrzehnten aus jüdischer Sicht zuzuhören. Dieser Wandel hin zu einer Beziehung der Wertschätzung und eines Dialoges auf Augenhöhe hat die Landeskirche Hannovers dazu veranlasst, die veränderte Beziehung zum Judentum in ihrer Verfassung für Gegenwart und Zukunft festzuschreiben und mit der Errichtung der Skulptur TWINS auch nach außen zu dokumentieren und verständlich zu machen. Auch das wird in den Präsentationen deutlich.

Produziert wurden die Einführung und die Vertiefung von dem Freien Fotojournalisten und Journalisten Stefan Heinze im Auftrag und in Kooperation mit der Landeskirche Hannovers, genauer der Arbeitsfelder Kirche und Judentum sowie Kunst und Kultur des Hauses kirchlicher Dienste und der Evangelischen Medienarbeit der Landeskirche. Den internationalen Kunstwettbewerb für die Skulptur, an dem auch Rabbiner Lengyel als Juror beteiligt war, förderte die landeskirchliche Hanns-Lilje-Stiftung. Die Präsentationen wurden erstellt auf der landeskirchlichen Plattform stories-e.de, einer Adaption des journalistischen Erzählmediums Pageflow.

Zu den Multimedia-Präsentationen: http://www.ecclesia-synagoga.de