Foto: HkD

Alles hat seine Zeit

Nachricht 07. Februar 2018

„Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“, sagt Monika Micuda, wenn sie von ihrem Ruhestand spricht. Genauer gesagt beginnt die Freistellungsphase der Altersteilzeit der 61-jährigen Sekretärin im Arbeitsfeld „Kirche und Handwerk“, am 14. Februar. „Ich nehme kein Blatt vor den Mund“, sagt sie selbstbewusst und man glaubt es ihr, wenn sie auf die 28 Jahre Mitarbeit im Haus kirchliche Dienste zurückblickt.

Geboren in Nordrhein-Westfalen ist sie in Sachsen-Anhalt aufgewachsen und lernte bei Carl Zeiss in Jena „Facharbeiterin für Schreibtechnik“, sprich Stenotypistin. Mit ihrem kroatischen Ehemann kam sie 1979 in den Westen und ab 1. Oktober 1989 zunächst über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ins Haus kirchlicher Dienste. Angefangen hat sie zunächst bei der Evangelischen Erwachsenenbildung und war später im Arbeitsfeld Weltanschauung, Islam, Meditation und geistliches Leben und nebenher in der MAV tätig.

In der Zeit der großen Umstrukturierungen im HkD hatte sie auch Angst um ihren Arbeitsplatz, wie sie offen sagt. 2001 kam sie zu den Arbeitsfeldern Umweltschutz und Handwerk. Immer neue Aufgaben waren zu bewältigen wie die Zuarbeit zur Rechnungslegung, obwohl sie Buchhaltung nie richtig gelernt hat. Sie bemerkt, dass Kirche in der Gesellschaft nicht mehr so ein Thema ist und findet es darum nicht gut, wenn Stellen weiter gestrichen werden. Gut gefällt der Sarstedterin im Rückblick, dass man im Haus nicht mehr so engstirnig ist, die Atmosphäre nicht mehr so steif, sondern lockerer geworden ist.

Wohl ein dutzend Chefs hat sie gehabt und ihr letzter, Handwerkspastor Claus Dreier meint: „Monika Micuda war als Mitarbeiterin ein Glücksfall für das Arbeitsfeld Kirche und Handwerk und auch für mich. Sie war in dieser Zeit nicht nur eine zuverlässige Mitarbeiterin, sondern auch mein Geschichtsbuch, das Kontaktverzeichnis und dabei in vielen Bezügen sowohl kritische Begleiterin als auch Impulsgeberin. MM - immer für einen flotten Kommentar, eine spitze Bemerkung oder ein sehr persönliches und couragiertes Statement gut. Sie kann Fragen stellen, deren Antworten einem nicht sogleich auf der Zunge liegen. So bringt sie andere zum Nachdenken. Sehr wichtig für mich: Wir hatten ‚Spaß bei der Arbeit‘."

Einschließlich Kindererziehungszeiten für ihre drei Kinder kommt Monika Micuda auf 45 Berufsjahre und profitiert darum vom neuen Leistungsverbesserungsgesetz; so kann sie etwas früher gehen und freut sich auf mehr Zeit für ihre sechs Enkelsöhne, schwimmen und das Ferienhaus in Kroatien, zumal ihr Ehemann am 1. Mai in den Ruhestand geht. So kann sie nun gut loslassen und zitiert ihr Lieblingsbibelwort: „Alles hat seine Zeit“.