Foto: HkD

Weihnachtssehnsucht

20. Dezember 2018

Auf dem Bild werden Gefühle, Gedanken und Assoziationen benannt, die wir alle mit der Weihnachtszeit verbinden: Ausdruck der Sehnsucht nach Geborgenheit und Frieden. Sie stehen im krassen Gegensatz zu einer unbarmherzigen Welt, in der Menschen auf der Flucht sind oder manche Kinder nichts anderes kennen als Hunger und Krieg. Demgegenüber: Das Kind in der Krippe. Ein Versprechen, an das wir Jahr für Jahr erinnert werden.

Eine innere Spannung baut sich auf. Lässt sich diese Welt mit der Geburt dieses Kindes verwandeln? Und wenn ich an der Krippe stehe wie die Hirten: Werde ich Glaube, Liebe, Hoffnung „ins Leben helfen“? Werde ich hier Heimat finden und anderen Schutz und Heimat geben?

Jeder von uns ist in dieser Nacht der Nächte ein glaubwürdiger Zeuge dafür, dass die Welt noch nicht so ist, wie sie sein könnte. Die Krippe steht für diese Sehnsucht nach einer besseren Welt und einer Vision von Frieden, der nicht bloß ein schöner Traum ist: „Deep in my heart,  I do believe, we shall overcome some day.“

Das ist das Kostbare dieses Festes. Wir können uns des Lebens freuen und dankbar sein, auch wenn wir schmerzlich spüren, was fehlt, damit „Frieden und Gerechtigkeit sich küssen“.

Gott ist mit der Geburt dieses Kindes in der Welt:

„Aus der Liebe unseres Gottes trittst du zögernd in das Licht, du hast Name und Gesicht, klein und wehrlos wie wir Menschen.“ (nach Huub Oosterhuis)

Das gibt mir Hoffnung. AMEN

Pastor Ralf Tyra, Dezember 2018