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Hohe Auszeichnung für Ursula Rudnick

Nachricht 16. April 2018
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Ursula Rudnick wird am 28. April mit einem europäischen Preis für Ihre Verdienste um den internationalen christlich-jüdischen Dialog geehrt. Foto: Jens Schulze / HkD

Die Beauftragte für Kirche und Judentum im Haus kirchlicher Dienste, apl. Prof. Dr. Ursula Rudnick, wird für ihre besonderen Verdienste im internationalen Dialog von Juden und Christen mit dem LEKKJ-Preis ausgezeichnet. Die Auszeichnung erfolgt am 28. April in Amsterdam auf der Konferenz der Lutherisch Europäischen Kommision für Kirche und Judentum (LEKKJ) in Amsterdam. Der undotierte LEKKJ-Preis ist der einzige Preis, der auf europäischer Ebene im christlich-jüdischen Dialog vergeben wird.

„Ursula Rudnick lehrt und publiziert und setzt dabei immer wieder neue Impulse im jüdisch-christlichen Gespräch“, ließ Dr. Andreas Wöhle, Präsident der LEKKJ, zugleich Präsident der Evangelisch-Lutherischen Synode in der Protestantischen Kirche der Niederlande vorab aus seiner Laudatio verlauten. „Die Auszeichnung ist mir eine große Ehre. Gäbe es die Konferenz der Lutherisch Europäischen Kommision für Kirche und Judentum nicht, müsste sie erfunden werden“, sagte Rudnick anlässlich der Auszeichnung.

Ursula Rudnicks beruflicher Weg steht ganz im Zeichen der christlich-jüdischen Begegnung, von ihrem Studium an der Hebräischen Universität in Jerusalem in den Jahren 1984/85 bis zu Ihrer Ehrung mit dem LEKKJ-Preis.

In der Lutherischen Europäischen Kommission für Kirche und Judentum (LEKKJ) sind Delegierte aus mehr als 20 lutherischen Kirchen Europas vertreten (Finnland, Deutschland, Niederlande, Slowakei, Frankreich, Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien). Als ständige Gäste sind je ein Vertreter des Lutherischen Weltbundes (LWB) und der Evangelical Lutheran Church in America zu den Kommissionssitzungen eingeladen.

Die Landeskirche Hannovers ist gleich in mehrfacher Weise direkt oder indirekt in der LEKKJ vertreten, durch den Lutherischen Weltbund, den Evangelisch Lutherischer Zentralverein für Begegnung von Christen und Juden und die Vereinigte Evangelisch Lutherische Kirche Deutschlands.

Die Aufgaben der LEKKJ liegen im Studien-, Erfahrungs- und Informationsaustausch, in gegenseitiger Beratung und in der Förderung von gemeinsamen Projekten auf dem Gebiet der christlich-jüdischen Beziehungen. Die Arbeit der Kommission initiiert, berät und begleitet konkrete gemeinsame Vorhaben der Mitglieder.

Ursula Rudnick

Ein beruflicher Weg im Zeichen der christlich-jüdischen Begegnung

Ursula Rudnick studierte 1984/5 ein Jahr an der Hebräischen Universität in Jerusalem im Rahmen des Programms Studium in Israel. Im Anschluss studierte sie in New York am Jewish Theological Seminary, wo sie zunächst einen Master in Jüdischen Studien mit Auszeichnung erwarb und dann promovierte. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit der Frage, wie nach der Schoa von Gott gesprochen werden kann: Post-Shoa Religious Metaphors – The Image of God in the Poetry of Nelly Sachs.

In Hannover absolvierte sie das Vikariat, beim Frauenwerk der Hannoverschen Landeskirche war sie im Rahmen eines Projekts als judaistische Referentin tätig. Aus dieser Tätigkeit erwuchs die Fragestellung ihrer Habilitation: Aber wie kommt es in jedes Haus und jedes Dorf? …  Neben ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin war sie weiterhin im Rahmen des christlich-jüdischen Dialogs tätig. 1995 wurde sie zur Pastorin ordiniert.

Im Jahr 1999 begann Ursula Rudnick als Studienleiterin des Vereins Begegnung-Christen und Juden. Niedersachsen e.V.. Die in ihrer Habilitation gewonnenen Einsichten setzte sie in der Ausstellung Blickwechsel – Christen und Juden – Juden und Christen um. Diese Ausstellung wurde in Niedersachsen an mehr als 50 Orten gezeigt. Ab 2001 war sie als Hochschuldozentin für Religionspädagogik an der RWTH Aachen tätig. 

Seit 2001 ist Ursula Rudnick Delegierte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) für die LEKKJ. Darüber hinaus hat Ursula Rudnick seit 1999 an der Internationalen jüdisch-christlichen Bibelwoche sowie an Konferenzen des International Council of Christians and Jews (ICCJ) teilgenommen und Vorträge gehalten. Sie ist Mitglied im Vorstand der KLAK, der Konferenz landeskirchlicher Arbeitskreise Kirche und Judentum, Vorsitzende des Ev.-lutherischen Zentralvereins für Begegnung von Christen und Juden und Mitglied im Vorstand der Internationalen Martin-Buber-Stiftung. Neben ihrer Tätigkeit als Studienleiterin des Vereins Begegnung – Christen und Juden. Niedersachsen e.V. ist sie seit 2010 Beauftragte für Kirche und Judentum der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers sowie außerplanmäßige Professorin an der Leibniz Universität Hannover.

Ursula Rudnick lehrt, publiziert und setzt dabei immer wieder neu Impulse. Sie ist lokal, regional, national und international im christlich-jüdischen Dialog seit einem Vierteljahrhundert aktiv: lokal in Hannover, regional in Niedersachsen im Rahmen der Hannoverschen Landeskirche und des Vereins Begegnung-Christen und Juden. Niedersachsen e.V., national im Rahmen der KLAK und international im Rahmen von LEKKJ und ICCJ.