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Das einfache Leben, die große Kunst und das lodernde Licht

Nachricht 22. November 2017

Ein Bild der russischen Künstlerin Marianne von Werefkin steht im Mittelpunkt des nächsten Kunst-Gottesdienstes am ersten Adventssonntag, 3. Dezember, im Calder-Saal des Sprengel-Museums Hannover. In dem ca. einstündigen Gottesdienst ab 11.15 Uhr dreht sich alles um das Bild „Die schwarzen Frauen“  von Marianne von Werefkin, die 1860 bis 1938 lebte.

Die Predigt hält Pastor Dr. Matthias Surall, leitender Referent für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste in Hannover. Als ergänzende Bibeltexte werden zwei oft adventlich interpretierte Abschnitte aus dem Jesajabuch gelesen: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht...“ und „Mache dich auf und werde licht; den dein Licht kommt....“. Für Musik sorgt Margit Kern am Akkordeon.

Marianne von Werefkin verließ 1896 ihr Heimatland und war da bereits als Künstlerin der realistischen Malerei, als „russische Rembrandt“, bekannt und geschätzt. Von 1896 bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges in München lebend gehörte sie dort zum Künstlerkreis „Der Blaue Reiter“, dem unter anderem auch Wassily Kandinsky, Franz Marc, August Macke und Gabriele Münter angehörten.

Ihre Bilder zeigen oft Landschaftsdarstellungen in Kombination mit transindividuell dargestellten Menschen, wie in diesem Falle den nicht mit je eigenen Merkmalen ausgestatteten „Schwarzen Frauen“. Die Art der Darstellung kombiniert Elemente der Abstraktion und des Expressionismus. „Gleichzeitig verschmilzt bei diesem speziellen Werk auch eine Wiedergabe des einfachen Lebens mit der Betonung eines symbolhaft aufgeladenen hellen und farbig akzentuierten Bildteils, der sich hoffnungsvoll interpretieren lässt – auch vor dem christlichen Hintergrund der adventlichen Erwartung“ sagt Surall im Vorfeld.

In den Kunstgottesdiensten im Sprengel-Museum als einem der bedeutendsten Museen für moderne Kunst in Europa interpretiert im Frühsommer immer der Stadtsuperintendent ein Bild der Sammlung und im Winter der „Kunstpastor“ der Landeskirche. Das Sprengelmuseum am Maschsee liegt am Kurt-Schwitters-Platz. Der Eintritt zum Gottesdienst ist frei.