Foto: HkD

Grüner Hahn arbeitet seit 10 Jahren sehr erfolgreich

Nachricht Hannover, 29. Oktober 2017

Praktiker berichten beim Jubiläum und werden geehrt

Die Ehrenamtliche Martina Jandeck vom Umwelt-Team Gretesch auf der Jagd nach Ritzen und Löchern in ihrer Kirche. Foto: Norman Klaß / HkD

Eine kirchliche „Erfolgsgeschichte“ wird 10 Jahre alt und feiert ihr Jubiläum mit einem Studientag am 18. November in Hannover. Über 100 Kirchengemeinden in der Hannoverschen Landeskirche haben das Umweltmanagementsystem „Der Grüne Hahn“ bei sich eingeführt. Vor allem Ehrenamtliche dokumentieren Strom- und Wärmeverbräuche in Kirchen und Gemeindehäusern, geben die Daten in einem „grünen Datenkonto“ ein und setzen – nach Beratung vom Umweltteam des Hauses kirchlicher Dienste (HkD) - nach und nach Einsparmaßnahmen um. So verfolgen sie die 2007 von der Landessynode beschlossenen Klimaschutzziele, bewahren glaubwürdig die Schöpfung und senken die Betriebskosten ihrer Gemeinden. In Grüne-Hahn-Gemeinden sank der Stromverbrauch in den 10 Jahren um fast die Hälfte, der Wärmeverbrauch bis 2015 um ein Fünftel. Von 2007 bis 2015 konnte insgesamt die Emission von dem klimaschädlichen CO2 in den Gemeinden um fast ein Drittel gesenkt werden, das entspricht dem CO2- Ausstoß von 85 durchschnittlichen Einfamilienhäusern pro Jahr.

Der geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes Arend de Vries wird bei der Jubiläumsfeier im Stephansstift die Umweltmanagement-Beauftragten der Gemeinden ehren, ihr Engagement würdigen und sprechen zur „Rolle der Kirchen angesichts der Überschreitung der planetaren Grenzen“. Für ihn steht fest: „Der ‚Grüne Hahn’ ist ein ganz wichtiges Programm für die Verwirklichung der Klimaschutzziele der Landeskirche“. Zuvor wird der Buchautor und prominente Klimaexperte Dr. Michael Kopatz vom Wuppertaler „Institut für Klima, Umwelt, Energie“ über diese planetaren Grenzen sprechen und erläutern, wie sich durch „Ökoroutine“ das Verhalten der Menschen ändert, indem strukturelle Veränderungen vorgenommen werden. Bei den runden Tischen zu verschiedenen Öko-Themen am Nachmittag werden neben den Umweltreferenten aus dem HkD auch Praktiker aus Gemeinden und die Teilnehmenden zu Wort kommen.

Ewald Bruning aus Engter im Landkreis Osnabrück hat ein Insektenhotel auf dem Friedhof gebaut. Foto: Norman Klaß / HkD

In einer Broschüre, die zum Jubiläum erscheint, berichtet der Umweltmanagementbeauftragte der Kirchengemeinde Engter im Landkreis Osnabrück Ewald Bruning, wie man durch das Grüne-Hahn-System darauf gekommen ist, Glühbirnen gegen LED-Leuchten auszutauschen. Außerdem hat man 2014 in Kooperation mit einem benachbarten Landwirt für das Pfarr- und Gemeindehaus und die kirchliche KiTa eine fast klimaneutrale Hackschnitzelheizung installiert. In der Friedhofskapelle wurden alte Nachtspeicheröfen durch eine innovative, körpernahe und dadurch sparsame Sitzbankheizung ersetzt.

Datenlogger sind in der Kirche in Gretesch vertraute Begleiter geworden, um verlässliche Feuchte- und Temperaturdaten zu bekommen. Foto: Norman Klaß / Hkd

In Sittensen hat man – so deren Umweltmanagementbeauftragter Claus-Peter Heins nicht ohne Stolz – in 11 Jahren die Treibhausgas-Emissionen um 46 Prozent gesenkt durch eine neue Heizung und Einzelraumregelung, durch Dämmungen und neue Fenster. Ähnliches machte das Umwelt-Team in Osnabrücks Stadtteil Gretesch. Zudem dichtete das Team spürbare Ritzen und Löcher ab, ließ eine Photovoltaikanlage installieren, kontrolliert mit Datenloggern Raumtemperatur und -feuchte und vermeidet Wärmeverluste durch eine Funk-Heizkörpersteuerung mit individuellem Programm, wie die Ehrenamtliche Martina Jandeck berichtet.

Die 30-seitige Broschüre mit hochwertigen Bildern und mit weiteren Beispielen unter anderem zur ökofairen Beschaffung, Förderung von Artenvielfalt auf Friedhöfen und Nutzung von einem Elektroauto mit Ökostrom, ist ab Mitte November über den Materialversand des HkDs zum Preis kostenlos beziehbar: www.hkd-material.de .

Sie wird auch beim Studientag am Samstag, 18. November verteilt. Dort trifft man auch Ehrenamtliche, die an den Runden Tischen über ihre Erfahrungen mit dem System „Grüner Hahn“ und Energiemanagement, Artenvielfalt auf Friedhöfen und nachhaltige Beschaffung, Öffentlichkeitsarbeit und kommunale Vernetzung berichten. So ist auch etwas über das 2015 etablierte Umweltmanagementsystem für kirchliche Friedhöfe und über Klimaschutz in KiTas, für die es seit diesem Jahr Experten gibt, zu erfahren.

Zum Jubiläums-Studientag sind alle eingeladen, die sich für Umwelt- und Klimaschutz interessieren. Die Veranstaltung findet statt  im Festsaal des Stephansstiftes, Kirchröder Straße 44 in Hannover und kostet einschließlich Verpflegung 12 Euro. Anmeldungsoptionen nebenstehend.

Anmeldung zum Zubiläums-Studientag

Die Veranstaltung findet statt im Festsaal des Stephansstiftes, Kirchröder Straße 44 in Hannover und kostet einschließlich Verpflegung 12 Euro. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter

0511-1241-594,

Anmeldungen bitte bis zum 10. November 2017 hier:

Anmeldeformular