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Hiob und die Frauen

Nachricht 24. Oktober 2017
Prof. Dr. Michaela Geiger Foto: privat

Studientag mit Prof. Dr. Michaela Geiger

"Das Buch Hiob und die Frauen" - so lautete der Titel des Studientages, zu dem das Frauenwerk am 21. Oktober 2017 unter Leitung von Landespastorin Franziska Müller-Rosenau nach Hannover eingeladen hatte. 20 Frauen aus allen Teilen der Landeskirche waren gekommen und kehrten am Ende des Studientages mit Alttestamentlerin Prof. Dr. Michaela Geiger von der Kirchlichen Hochschule Wuppertal und Bethel mit vielen neuen Einsichten und überraschenden Perspektiven nach Hause zurück. 

Hiob beeindruckt als ein Männerbuch, für Männer geschrieben, von den Problemen eines schwer reichen Mannes handelnd, in dem Frauen nur ganz am Rande vorkommen: In gerade einmal einem Vers (Kapitel 2,9) der 42 Kapitel - spricht Hiobs Frau, deren Name unerwähnt bleibt. Der Satz, mit dem sie sich an Hiob wendet: „Segne/fluche Gott und stirb!“, bleibt mehrdeutig und hat eine Vielzahl von Deutungen hervorgebracht. Es ist durchaus gewollt, dass Leser*innen hier ins Stolpern geraten, geht es doch im gesamten Hiob-Buch um die Frage nach Gottes Segen und der Möglichkeit Gott zu segnen, angesichts von Zumutungen, Leiden, Verlust und Tod. Immerhin gerät auch Hiob selbst durch die Bemerkung seiner Frau ins Stolpern und wird zu einem Fragenden: „Er aber sprach zu ihr: Du redest, wie die törichten Frauen reden. Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?“ (Hiob 2,10)

42 Kapitel und viele endlose Reden lang wird Hiob nun mit seinen Freunden und mit Gott diskutieren, streiten und darum ringen, ob dem sinnlosen Leiden irgendein Sinn zukommt. Auch wenn der „Fall Hiob“ in der Bibel zu einem guten Ende kommt, so muss doch das „Problem Hiob“ offen bleiben, als „Frage, wie es mit dem Glauben an Gott vereinbar sei, dass vor und mit und nach Hiob Menschen leiden wie Hiob, dass es das Leiden Unschuldiger gibt“(Jürgen Ebach).  

Hiobs Frau hat den Finger auf diese Wunde gelegt, deshalb könnte ihr durchaus mehr Raum zustehen. So empfanden es bereits diejenigen, die Hiob ins Griechische übersetzt haben (Septuaginta Hiob 2,9a – e) und erst recht die Autor*innen späterer apokrypher Texte wie des Testaments Hiobs (2.Jh. n. Chr.). In drei Arbeitsgruppen wurden die Entdeckungen zum Hiobbuch und zu den akokryphen Texten weiter vertieft.

Text: Franziska Müller-Rosenau