Foto: HkD

Besuch aus Indien

Nachricht 19. Juni 2014
MüllerRosenauWilliams
Besuch von Freunden: Landespastorin Franziska Müller-Rosenau vom Frauenwerk der hannoverschen Landeskirche (von links) freute sich über den Besuch von Irene Williams und Ehemann Prof. William Gnanasekaran im Haus kirchlicher Dienste. Foto: Gunnar Schulz-Achelis  

Die Entwicklungszusammenarbeit zwischen dem indischen Armutsbekämpfungsprojekt TWEED und dem Frauenwerk der hannoverschen Landeskirche soll über das Jahr 2015 hinaus fortgesetzt werden. Das versicherte die Leiterin des Frauenwerks der Landeskirche Franziska Müller-Rosenau beim Besuch von der Projektgründerin Irene Williams am Donnerstag, 19. Juni im Haus kirchlicher Dienste (HkD) in Hannover. Das Basis-Projekt in 15 Dörfern des Bundesstaates Tamil Nadu soll auch 2016 bis 2020 weitergefördert werden aus der landeskirchlichen Kollekte des alljährlichen Frauensonntages. Seit 2004 überweist das Frauenwerk jedes Jahr 6000 Euro und hilft auch beim Vertrieb von dort genähten Bibelhüllen aus Sari-Stoff-Resten und Handy-Taschen.
Die gelernte Bankerin Irene Williams startet 2001 zunächst mit privaten Mitteln ein Kleinkreditprogramm nach dem Vorbild der Grameen-Bank: Frauen sparen etwas Geld und erhalten aus dem Ersparten der anderen Frauen des Dorfes Kleinkredite, die etwa in die Schulbildung der Kinder oder ein kleines Gewerbe investiert werden. 95 Prozent der Niedrigzins-Kredite fließen pünktlich zurück, sodass nächste Kredite mit immer größeren Summen gewährt werden, wie die Chefin der Nichtregierungsorganisation Williams der Landespastorin erläuterte.
Mittlerweile veranstaltet TWEED auch Kurse für das Schneidern, Schreibmaschine-Schreiben und Computerbasiskenntnisse. Weitere Themen sind gelegentlich Englisch, Buchhaltung und Grundkenntnisse im Elektro- und Klempnerhandwerk. Sehr erfolgreich ist auch eine Art Hausaufgabenhilfe für Kinder aus armen oder bildungsfernen Familien. Das Entscheidende sei aber der Wandel im Bewusstsein der Selbsthilfegruppen. Bei den regelmäßigen Treffen der armen Frauen, die zunächst für deren Männer etwas ungewohnt waren, werden auch Probleme mit Gewalt in der Ehe, AIDS, Gesundheit und alle anderen möglichen Themen „zwischen Himmel und Erde“ besprochen, wie schmunzelnd die 59-jährige Generalsekretärin erläuterte.
Im Rahmen ihres jährlichen Deutschlandbesuches – zusammen mit Ehemann Professor William Gnanasekaran – besuchte sie auch das Haus kirchlicher Dienste. Die Partnerschaft mit dem Frauenwerk besteht seit einem Delegationsbesuch in Tamil Nadu 2004. Gnanasekaran hat zeitweise für den ökumenischen Dienst in Übersee des evangelisch-lutherischen Missionswerkes (ELM) gearbeitet. Das Paar aus der Großstadt Chennai – früher Madras – besuchte auch das gerade geborene Enkelkind in Stuttgart. Dort ist Sohn Rabbi mit einer Deutschen verheiratet.

Das Haus kirchlicher Dienste unterstützt und ergänzt als übergemeindliche Einrichtung die Arbeit der Kirchengemeinden in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Aktuelle Themen und Fragestellungen werden hier aufgegriffen und zentral bearbeitet, so dass die Inhalte für die kirchliche Arbeit vor Ort zur Verfügung stehen. Zu den wesentlichen Aufgaben der Referentinnen und Referenten gehören die Entwicklung und Bereitstellung von Materialien, die Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen, die individuelle Beratung sowie der inner- und außerkirchliche Dialog.