Neuerscheinung:
Landwirtschaftliche Nutztierhaltung
Seit über einem Jahr, nach Veröffentlichung eines Artikels über "Tiere, Tierschutz und Lebensmittel", hat den Kirchliche Dienst auf dem Lande (KDL) in öffentlichen Diskussionen und Vorträgen die Frage nicht mehr losgelassen, wie mit Tieren umgegangen we
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Kirche auf dem Lande
Für das Themenfeld Kirche auf dem Land, ländlicher Raum und Landwirtschaft präsentiert sich der „Kirchliche Dienst auf dem Lande (KDL)“als Fachdienst für alle Fragen der Landwirtschaft und der Lebenssituation bäuerlicher Familien, den Menschen auf dem Land, sowie der kirchengemeindlichen wie regionalen Entwicklung im ländlichen Raum.
Der KDL greift aktuelle Entwicklungen und Veränderungsprozesse auf und zeigt kirchliches Profil. Thematisiert werden unter anderem:
- Entwicklung von Kirche und Gemeindeleben im Dorf
- Konventionelle und ökologische Landwirtschaft, Nachwachsende Rohstoffe, Agro-Gentechnik, Nutztierhaltung
- Nachhaltigkeit und schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen
- Landschaftspflege und Landschaftsschutz
- Hofnachfolge und Generationenberatung
- Kirche und ihr Land
- Dorferneuerung und Dorfentwicklung
Das Auge des Herrn mästet das Vieh!
Das ist das Motto des ökumenischen Kirchenstandes der Katholischen Landvolkbewegung Deutschlands (KLB) und des Evangelischen Dienstes auf dem Land (EDL) auf dem Erlebnisbauernhof auf der Grünen Woche 2012 in der Halle 3.2. Der Kirchenstand stellt damit die landwirtschaftliche Nutztierhaltung in den Focus seiner Standaktion.
Landwirtschaftliche Nutztierhaltung steht derzeit unter Tierschutzaspekten, Ernährungsverhalten, Welternährungsfragen und Klimaschutz im Mittelpunkt vieler öffentlicher Diskussionen.
Der traditionelle Satz „Das Auge des Herrn mästet das Vieh!“ weist darauf hin, dass ein guter Bauer durch intensive Beobachtung seiner Tiere Mängel in der Fütterung und Haltung entdeckt und, bevor Schäden entstehen, eingreift. Er ist aufmerksam und kümmert sich um die Tiere, er ist um das Tierwohl besorgt.
Es ist ein Trugschluss, dass man Tiere ohne ihre Halter schützen kann. Das Wort „mästen“ drückt dabei die Ökonomie und das „Auge“ den Tierschutz aus. Tierschutz in der Nutztierhaltung ist ohne angemessene Wertschöpfung nicht möglich.
Die Diskussion über moderne Tierhaltungsformen und Tierschutz ist derzeit gehörig aufgeheizt. Offensichtlich gibt es Zielkonflikte zwischen Ertrag und immateriellen Werten. Wie kann man soziale Werte, öffentliche Güter und ethische Fragen wie z. B. das Tierwohl bewerten? Was wird akzeptiert? Was ist bezahlbar? Das sind unter anderem Fragen, zu denen die Standaktion der Kirchen Zugänge bietet.
Eine Dorfkirche steht im Mittelpunkt des Standes und bietet im Kirchenraum mit Bibelzitaten und Gebetstexten einen theologisch-ethischen Zugang zum Thema. Im Pfarrgarten, vor der Kirche, können sich die Besucher über die Positionen der Kirchen zum Thema Nutztierhaltung informieren. In einem Nutztiergarten bieten sie den Besuchern deshalb auch die Möglichkeit, sich anschaulich mit Tierhaltungsformen und Fleischverarbeitung auseinanderzusetzen. Auch internationale Ernährungssicherung und weltweite Ernährungssouveränität als zentrale Forderungen der Kirchen werden thematisiert.
Der Kirchliche Dienst auf dem Land (KDL) der Evangelischen-lutherischen Landeskirche Hannovers und die Katholische Landvolkbewegung (KLB) im Bistum Münster sind für das Konzept und die Durchführung des Kirchenstandes auf der IGW 2012 verantwortlich. Beide Organisationen kommen aus Regionen mit intensiver Tierhaltung und sind mit den Problemen und Fragen „Rund um die Nutztierhaltung“ vertraut. Hierzu haben die KLB Münster und der KDL Hannover auch eigene agrarethische Positionen formuliert und veröffentlicht, die unter www.klb-muenster.de und www.kirche-landwirtschaft.de abrufbar sind.
Auf dem Kirchenstand soll „keine neue Sau durchs Dorf getrieben“ sondern in Gesprächen und Auseinandersetzungen „die Kuh vom Eis geholt werden!“.





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