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Wortmeldung

Eine Informationsschrift des KDA der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

November 2007: Einheit - Freiheit - Teilhabe

Am 3. Oktober hat unser Volk den inzwischen 18. Tag der deutschen Einheit begangen. Mit Recht können wir von Fügung und Dankbarkeit im Zusammenhang mit diesem Gedenktag sprechen.
Menschen haben an dem Tag mit der Familie gefeiert, sich mit Freunden getroffen oder sind der Einladung zu einem Gottesdienst gefolgt.
Mancher von uns hat sich der Wendezeit von 1989 erinnert und rückblickend auf die vergangenen bewegten Jahre geschaut.
Sehen wir auf die Menschen, so würden unterschiedlichste Lebenswirklichkeiten sichtbar werden. Menschen aus den alten und neuen Bundesländern sollten weiter nach Begegnung suchen, sich ihre Geschichten erzählen und ihrem Gesprächspartner zuhören. Nur so lässt sich der Prozess der Einheit voranbringen.

Der Umbruch in Verbindung mit der Einheit Deutschlands hat bei den Menschen im wirtschaftlichen und sozialen Bereich Veränderungen und auch Einschnitte gebracht. Unsichere Arbeitsplätze, Erwerbslosigkeit und die Agenda 2010 bereiten Zukunftsängste. Soziale Unsicherheit lassen Mutlosigkeit und Resignation entstehen. Übrigens gilt dies für Ost und West.

Dies ist kein Jammern und kein Kleinreden des bisher Erreichten. Die Defizite unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit gilt es aber nüchtern wahrzunehmen, wie es u. a. der Bundespräsident in seiner Festansprache getan hat.

Dabei beinhaltet unser Freiheitsverständnis Menschenwürde für alle Mitglieder unserer Gesellschaft. So ist jeder Erwerbslose ein Erwerbsloser zu viel. Der sich vergrößernden Kluft zwischen Armut und Reichtum muss entgegengesteuert werden. Gleiche Bildungschancen für alle, auch unabhängig vom Einkommen der Eltern, gehören dazu.
Die Situation für junge Menschen auf dem Ausbildungsmarkt hat sich verbessert. Dennoch gibt es noch nicht für alle einen Ausbildungsplatz. Steigende Preise verschlechtern die Lage der Hartz-IV-Empfänger.
Es ist ein Skandal, wenn Arbeitnehmer wegen ihres niedrigen Einkommens staatliche Transferleistungen beziehen müssen, um ihre materiellen Grundbedürfnisse zu sichern.

Freiheit bedeutet Teilhabe am gesamtgesellschaftlichen Leben. Ein Leben in Würde schließt das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit ein. Darauf haben Christen immer wieder beharrlich hinzuweisen, auf die von Gott verliehene Würde für alle Menschen.

Das verfassungsrechtliche Sozialstaatsprinzip bedeutet nicht nur Teilnahme am Erwerbsleben, sondern genauso Beteiligung an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen hinsichtlich der weiteren Entwicklung einer zukunftsfähigen demokratischen Gesellschaft. Viele Menschen fühlen sich an dieser Stelle ausgeschlossen. Wir können dazu beitragen, dass sie gehört, ernstgenommen und anerkannt werden.

Gottfried Dietzsch
KDA, Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen
gd@maennerarbeit-sachsen.de

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