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Wortmeldung

Eine Informationsschrift des KDA der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Juli 2007: Gute Wirtschaft - Corporate Social Responsibility

"Wirtschaft ist ein soziales Faktum und findet nicht im luftleeren Raum statt. In einer hochgradig vernetzten Welt können sich Unternehmen nicht mehr autistisch auf rein egoistische Zielsetzungen beschränken... Schließlich geht kein Weg mehr an der Erkenntnis vorbei, dass der Verbraucher aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist und von den Unternehmen Moral, Verantwortung und Emphatie verlangt."

(aus dem Arbeitspapier des Frankfurter Zukunftsinstituts. Quelle: brand eins, Juni 07)

Anständiges Verhalten

„Coporate Social Responsibility“- zu Deutsch: "Soziale Verantwortung von Unternehmen" lautet die neue Herausforderung. Im Zeitalter von Klimawandel und unter dem Schatten des G8-Gipfels "erkennen" Unternehmen endlich ihre Verantwortung, denken weiter als an Gewinnmaximierung und Shareholder-Value und werden ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht.

Für viele Menschen klingen diese Vorhaben wie Hohn. Z.B. für Mitarbeitende der ehemaligen Siemens Tochter BenQ, die dem insolventen Unternehmen vermutlich noch die Abfindung zurückzahlen müssen. Für die Mitarbeitenden der Deutschen Telekom, deren Arbeitsplätze outgesourct werden sollen. Für die Kolleg/Innen von VW, die fassungslos den Prozess um den ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden verfolgen. Im Zeitalter von Ackermann, Hartz, Kleinfeld und Co. könnte man meinen, dass Anstand in der Vorstandsetage bestenfalls ein Lippenbekenntnis ist. Coporate Social Responsibility (CSR) wirkt da wie ein neuer PR-Gag.

Erst kommt das Fressen und dann die Moral?

Doch weit gefehlt. Ohne Anstand geht es nicht, das mussten viele Unternehmen gerade in der jüngsten Vergangenheit erkennen. Was tun sie, mit welchen Mitteln, zu wessen Wohl? Welche Verantwortung besteht gegenüber der Umwelt, welche gegenüber den Mitarbeitenden?

Auch europaweit hat man CSR in den Blick genommen. Das europäische Parlament hat im März einen neuen Bericht zu CSR verabschiedet:

"Europa braucht ein Klima, in dem Unternehmer nicht nur geachtet werden, weil sie gute Gewinne erzielen, sondern weil sie einen fairen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme leisten", heißt es darin.

CSR steckt noch in den Kinderschuhen. Es ist noch offen, wie sich ökologische und soziale Standards im Zeitalter der globalen Vernetzung werden durchsetzen können. Doch ein Anfang ist gemacht.

An unserer Kirche darf dies nicht vorüber gehen, nicht nur als "Unternehmen" sondern auch mit Blick auf die gesellschaftliche Verantwortung. CSR entspricht vielen Forderungen der Kirche: Nachhaltigkeit, Anständigkeit und Mitmenschlichkeit. Die alte Ellenbogenmentalität hat ausgedient. Es geht um Kooperation. Um Verstand und Vernunft. Mit allen und für alle. Jetzt und in Zukunft.

Anja Klinkott
KDA Hannover

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