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Wortmeldung

Eine Informationsschrift des KDA der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Januar 2007: Also dann - auf ein Neues!

„Frohes Neues Jahr!“, „Also dann: Auf ein Neues!“ – so werden viele in der Silvesternacht das Neue Jahr begrüßt haben. Etwas Neues kündigt auch die biblische Losung für das Jahr 2007 an:

Gott spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s nicht?
(Jesaja 43,19)

Im Rückblick auf das vergangene Jahr könnte man sagen: Diese Losung hätte auch schon für 2006 gepasst. Wie viel Überraschendes und Neues ist da entstanden! Wer hätte das zu Beginn des Jahres gedacht? Während der Fußball-WM waren wir Deutschen ausgelassen fröhlich und haben in einem vorher nicht gekannten Ausmaß mit Menschen aus aller Welt gefeiert. Und auch wenn wir im Fußball „nur“ den dritten Platz erreichten, so wurden wir doch wieder „Export-Weltmeister“. In der Wirtschaft kletterte der sog. Klimaindex von Monat zu Monat auf ungeahnte Höhen, die Stimmung im Handwerk ist so gut wie selten, und die Arbeitslosenzahlen sanken ausgerechnet im Monat Dezember erstmals seit langem wieder unter die 4 Millionen Grenze. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt weiter an. Da könnte man nahtlos in die Worte einstimmen: jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s nicht?

Was wird 2007 in der Gesetzgebung neu? Die Mehrwertsteuer wird erhöht, dafür werden die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung von 6,5% auf 4,2% gesenkt. Das höhere Elterngeld soll einen Anreiz schaffen, mehr Kinder zu bekommen, die unser Land dringend braucht. Noch offen ist, wie es mit Kombi- und Niedriglöhnen weitergeht und welche Auswirkungen die neuen Ladenöffnungsgesetze auf die Kultur in unserem Land haben werden; diesbezüglich haben wir es als Verbraucher/innen in der Hand, uns grenzenlosen Öffnungszeiten zu verweigern. Nicht alles Neue ist von vornherein gut nur deshalb, weil es neu ist.

Welch „ein Neues“ wollte denn Gott schaffen?
Die im babylonischen Exil lebenden Israeliten wurden damals mit Bildern der Hoffnung gefüllt, aber weitgehend im Unklaren gelassen, was konkret neu werden würde. Erst die Geschichte zeigte: Es war ihre Befreiung und Erlösung aus dem Exil und die Rückkehr in ihr Heimatland. Aber die Erlösung Gottes vollendete sich erst sehr viel später durch seinen Sohn, im Stall von Bethlehem geboren als kleines Kind, das erst noch wachsen musste. Wie viele haben ihn nicht „erkannt“. Kein Wunder – Gott als Mensch mitten unter uns, das war radikal neu!
An ihm, an Jesus Christus, lässt sich ablesen, welche Qualitäten Neues hier auf Erden haben muss, wenn es den „Standards“ Gottes entsprechen soll. Alles, was gutes Leben für alle Menschen ermöglicht und dem Frieden dient, gehört auf jeden Fall dazu. Das bedeutet heute wie damals u. a. konkret die Verteilung von Macht und die Umverteilung von Gütern und Vermögen.

Alle gesetzlichen Regelungen in der Wirtschaft, in der Arbeitsmarkt-
und Sozialpolitik müssen sich daran messen lassen, wie benachteiligte Menschen Anteil haben können an dem Wohlstand in unserem Land.

Die Synode der EKD hat es in ihrer Kundgebung kürzlich auf den Punkt gebracht: Unter der Überschrift „Gerechtigkeit erhöht ein Volk“ mahnt sie: „Armut muss bekämpft werden – Reichtum verpflichtet…Gott traut uns zu, unser Land gerecht zu gestalten und seinen Reichtum zum Wohl aller einzusetzen“.
Dazu gehört z. B. ein öffentlich geförderter Arbeitsmarkt ebenso wie gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen für alle.
Das wäre in der Tat „ein Neues“. Wächst hierfür jetzt eine neue Geisteshaltung in unserem Land auf? Anzeichen dafür gibt es. Erkennen wir sie also und handeln danach! Erwarten wir aber keine Wunder von jetzt auf gleich. Neues will wachsen dürfen.

Pastor Michael Klatt,
Leiter vom KDA Hannover
Klatt@kirchliche-dienste.de

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