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Wortmeldung

Eine Informationsschrift des KDA der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Dezember 2005: Kind. Macht. Zukunft.

Wir sind in der Adventszeit angekommen. Immer noch übt diese Zeit auf viele Menschen einen besonderen Zauber aus. Den möchte ich mir und Ihnen gönnen, auch wenn nicht nur Zauberhaftes um uns herum passiert.
Advent heißt Ankunft. Wo sind wir gegen Ende des Jahres 2005 in unserer Gesellschaft angekommen?
Politisch gibt es die große Koalition. Bevor sie begonnen hat, wissen viele schon, das kann nichts werden, das reicht alles nicht. Abwarten - warten, wie es sich für die Adventszeit gehört. Erst sehen - dann urteilen. Der Koalitionsvertrag wirft einen Blick auf Kinder. Eine finanziell attraktivere Elternzeit ist verabredet. Mit Pflichten für Väter. Das ist im Monat des Kindes in der Krippe ein kleiner Hoffnungsschimmer. Es gibt lokale Bündnisse für Familie.
Ich will solchen Verabredungen etwas zutrauen.

Es bleiben Fragezeichen:

Wie werden sich Macht und Einfluss auf dem Arbeitsmarkt auswirken?
Die Menschen, die in Stade und Hamburg bei Hydro- Aluminium ihre Arbeit verlieren, haben ihre ganz eigene Meinung zu Macht und Ohnmacht. Und welche Zukunft haben sie?
Finden wir in Zukunft Spielregeln zwischen Macht und Ohnmacht, die Vertrauen schaffen? Vertrauen auch in politisches Handeln? Unter anderem daran wird die neue Regierung gemessen.

Am Ende dieses Jahres sage ich:

Es gibt viel Gelungenes, was nicht unter den Tisch fallen darf. Menschen, die sich am Arbeitsplatz vorbildlich engagiert haben. Viel freiwilliges Arbeiten im Privaten und in Vereinen und Verbänden. Wir sind nicht in einer völlig egoistischen Gesellschaft angekommen. Es gibt viele junge Menschen, auf die wir stolz sein können.
Aber leider gibt es auch zu viele Kinder und Jugendliche, die mehr Raum in unserer Gesellschaft brauchen.
Das ist eine der wichtigen Zukunftsaufgaben. Ebenso wie die Frage: Welche Wertschätzung geben wir alten Menschen?
Wertschöpfung geschieht zu einem großen Teil durch Wertschätzung.

Kind.Macht.Zukunft.

Diese drei Begriffe stecken für mich in der christlichen Weihnachtsgeschichte. Oder, um mit den Worten zu jonglieren:

Kind macht Zukunft.

Schöne Schlagzeile. Die Botschaft vom Christuskind hat immer wieder animiert. Das wünsche ich mir für die Zukunft. Zu Weihnachten und im Jahr 2006. Den Blick mit den Augen eines Kindes wagen. Macht annehmen, ernst nehmen, achtsam sein, Zukunft sehen, mit Visionen und mit Augenmaß.
Das gilt für politisches Handel.
In Berlin und vor Ort. Im Privaten und am Arbeitsplatz.
Gesegnete Weihnachten und ein 2006 mit guter Zukunft.

Walter Punke, Pastor im KDA
punke@kirchliche-dienste.de

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