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Wortmeldung

Eine Informationsschrift des KDA der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Mai 2005: Beten. Arbeiten. Würde.

Ab und zu passiert das:
Der 1. Mai fällt auf einen Sonntag – oder umgekehrt.
In den Kirchen wird dann dieses Jahr vielerorts konfirmiert.
Und die Gewerkschaften machen ihre Mai-Kundgebungen. Hier und da tuen sich auch Kirche und Gewerkschaft zusammen.
Kirchlicherseits heißt hat der Sonntag die Überschrift „Betet“.
Wie ist das mit dem Beten und mit dem Arbeiten?
Beten und Arbeiten sagen seit 1.500 Jahren die Benediktinermönche.
Seit Monaten gibt es viele Botschaften und viele Botschafter zum Thema Arbeit.
Vielfach und oft zu recht traut man und frau diesen Botschaften nicht.

Betet.Beten und Arbeiten – auch eine leere Botschaft ?
Arbeitsplätze können nicht herbei- und Notlagen nach Hartz IV nicht weggebetet werden. Aber – wie viele mögen wohl in den letzten Jahren im Stillen ein Stoßgebet mit der Bitte um einen Arbeitsplatz an Gott gerichtet haben?
Religiöse Menschen leben länger, bleiben gesünder – hilft diese Erkenntnis auch in der Arbeitswelt?
Beten und Arbeiten – ora et labora will sagen:
Wir Menschen brauchen das Gleichgewicht zwischen Belastung und Ausgleich, Anspannung und Entspannung. Und auch: Wenn ich Arbeit habe, die eines Menschen würdig ist, kann ich dafür dankbar sein.
Da ist es heute ver – rückt: Die mit Arbeit haben oft zuviel davon, und die anderen stehen nicht vor der Frage der Balance zwischen Arbeit und Muße!
Und - die Würde bekommt der Mensch nicht erst durch Erwerbsarbeit und Leistungsfähigkeit.
Da trifft sich der kirchliche Sonntag mit dem gewerkschaftlichen Mai-Sonntag.
„Du bist mehr. Mehr als eine Nummer. Mehr als ein Kostenfaktor. Du hast Würde. Zeig sie!“
Das ist das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1.Mai 2005.
Das passt zur Konfirmation und zum Tag der Arbeit. Genauso wie: “Bete und Arbeite.“
Vor Gott ist der Mensch ohne Arbeit nicht die Würde los. In der Gesellschaft der Menschen ist das oft anders.
Da gibt wieder und immer noch viel zu tun. Für Kirche und Gewerkschaft.
Für die Würde der Menschen sollten beide Flagge zeigen. Und die Botschaften zum Thema Arbeit kritischer denn je prüfen, ob sie überhaupt den „Würdefaktor“ enthalten.
Dafür ist zu beten und zu arbeiten. In der Kirche und davor.

Walter Punke, Pastor im KDA, Stade
punke@kirchliche-dienste.de

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