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Migration und Integration

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Darüber lässt sich heute kaum mehr streiten. In den Großstädten stammt fast jedes zweite neugeborene Kind aus einer Migrantenfamilie. In manchen Stadtteilen bilden Kinder mit fremd klingenden Namen die Mehrheit. Integration und Migration sind zu Megathemen des frühen 21. Jahrhunderts geworden.

Je bunter der Alltag wird, je mehr „Multikulti“ zu einer täglichen erfahrbaren Realität wird, desto komplizierter wird es, sich zurechtzufinden. Man braucht das, was heute „interkulturelle Kompetenz“ heißt, interreligiöse Kompetenz eingeschlossen, denn viele Migranten bringen ihre eigene, fremde Religion mit.

Integration ist ein beidseitiger Prozess, auch das steht mittlerweile deutlich vor Augen. Es reicht nicht aus, die Migranten aufzufordern, sich doch bitte „zu integrieren“. Auch die Mehrheitsgesellschaft muss etwas dazu tun, dass Integration gelingt – nicht zuletzt wir Evangelisch-lutherischen Christen, die wir uns als Kinder des Gottes Israels verstehen, der einst ein Volk von Migranten zu seinem Volk erwählt hat.

‚Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland’ (3. Buch Mose 19,33–34).

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