Männer unterwegs
Schon Goethe wusste: „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ Noch gescheiter ist, sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Wenn Männer gemeinsam unterwegs sind, lernen sie nicht nur fremde Orte oder andere Menschen kennen, sie entdecken auch an sich selbst neue, unbekannte Seiten. Die Bewegung des Gehens, die sensible Wahrneh-mung der Umwelt, die Gespräche mit Weggenossen und die Distanz zum beruflichen und häuslichen Alltag bewirkt einen Perspektivwechsel, der die äußere Reise zu einer inneren werden lässt. Die Wanderer nehmen nicht nur wahr, was außen in der Natur oder Gruppe geschieht, sie sind auch achtsam für das, was in ihnen vorgeht. Die gemeinsamen Erlebnisse führen zusammen, was bei Männern oft getrennt ist: Körper und Geist, Denken und Handeln.
Männerwanderungen, Studienfahrten und Pilgerangebote knüpfen an eine uralte Sehnsucht des Menschen: aufzubrechen aus dem Alltagstrott, Bekanntes hinter sich zu lassen, neue Wege zu suchen, um über Umwege doch ans Ziel zu gelangen. Sie nehmen die Wünsche von Männern ernst: Zeit zur Neuorientierung zu finden, sich eine Auszeit zu gönnen, einen geistlichen Raum zu finden oder einfach nur mit Gleichgesinnten auf den Weg zu sein. Es entsteht ein Klima der Aufgeschlossenheit und Offenheit - auch für Fragen des Glaubens. Das gemeinsame Unterwegssein eröffnet die Chance, die „Flucht vor sich selbst aufzugeben und heilsam bei sich selbst einzukehren“.
Männerwanderungen konfrontieren mit den einfachen Wahrheiten des Lebens: Die Teilnehmer nehmen ihre Begrenzungen wahr, erkennen ihre Bedürftigkeit, erahnen etwas von ihrem Geschaffensein und erleben sich als Teil von etwas Größerem.
Zu den Zielen des Wanderns und Pilgerns gehören:
- Loslassen üben und Vertrauen entwickeln in das, was wird und wächst
- Leben und Entscheiden im Hier und Jetzt
- Achtsamkeit für eigene Bedürfnisse, Empfindungen und für die Umgebung (Menschen, Natur, Zivilisation) einüben
- Das Wirken Gottes zu ertasten und bewusster die Pole „Machen“ und „Geschehen-Lassen“ wahrzunehmen
- Die Zeit unterwegs für das „Umgehen“ mit einem Thema, einer Frage nutzen und schauen, wie sich diese Frage weiterentwickelt, wenn man sie bewusst auf einen Weg mitnimmt.
Bei Pilgerwanderungen ist es wichtig, eine feste Tagesstruktur strikt einzuhalten: das Morgengebet in der Kirche vor dem Aufbruch, das Mittagsgebet unter freiem Himmel, das Nachtgebet am Ende des Tages, Schweigezeiten so wie der Austausch in der Gesamtgruppe.




Seitenanfang