Impression vom Ehrenamtstag

Nachricht 05. September 2016
Stand des Arbeitsfelds Umwelt- und Klimaschutz beim Ehrenamtlichentag 2016
(C) A. Horn, W. Hornig, N. Klaß, J. Schulze

Was war los am Stand zum Projekt "Biodiversität auf Friedhöfen"?

Rote, weiße, violette Blumen – arrangiert in einem Holzsarg. Viele Teilnehmenden blieben stehen und wunderten sich – das hatten sie beim landeskirchlichen Ehrenamtlichentag am 27. August nicht erwartet. Die Pflanzen waren jedoch nicht Teil einer Gartenschau, sondern standen für das Projekt „Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen“ des Arbeitsfelds Umwelt- und Klimaschutz im Haus kirchlicher Dienste. 

„Was hat denn Artenvielfalt mit Friedhöfen zu tun?“ Diese und ähnliche Fragen stellen die Besucherinnen den Umweltreferentinnen Gabi Gust und Joana Cavaco sowie dem Umweltreferenten Reinhard Benhöfer, die das Projekt betreuen.

Einheimische Pflanzen und solche, die für Insekten wertvoll sind, auf Friedhöfen auszusuchen und zu pflanzen und damit die Artenvielfalt zu erhöhen, ist allerdings nur ein Teil des Projekts. In Vordergrund steht, auf aktuelle Fragestellungen ökonomisch und ökologisch mit neuen Konzepten zu reagieren. Denn die Verantwortlichen auf kirchlichen Friedhöfen sehen sich vielen Herausforderungen gegenüber gestellt: Ein Großteil der Friedhöfe ist mit einem Rückgang der Flächennachfrage und damit einhergehend mit der Schwierigkeit konfrontiert, die Gebührenhaushalte auszugleichen. Gleichzeitig wächst die so genannte Überhangfläche, die auf Kosten des Friedhofsträgers (und damit zu Lasten der Nutzungs­berechtig­ten, die Gebühren bezahlen) zu pflegen ist.

Als Antwort können ökologische Aufwertung und ökonomische Zukunftsfähigkeit Hand in Hand gehen. Naturnahe Umgestaltungen von Wegen und Flächen senken den Unterhaltungsaufwand und steigern die Attraktivität. Gleichzeitig erhöht sich die Artenvielfalt. Eine attraktive Gestaltung und attraktive Rahmenbedingungen können die Flächennachfrage steigern, wenn beispielsweise der Pflegeaufwand für Hinterbliebene sinkt, die Grabgestaltung durch Individualität, Identität, Naturnähe interessant erscheint und insgesamt die Friedhofsgestaltung durch naturnahe Flächenkonzepte, Wegekonzepte, Ruheräume, Gebäude als anziehend und abwechslungsreich wahrgenommen wird.

Das Arbeitsfeld Umwelt- und Klimaschutz im Haus kirchlicher Dienste bietet in diesem Rahmen für die Friedhofsträger Schulung an, z.B. für Friedhofsgärtner oder zur Einführung eines Umweltmanagements, oder unterstützt sie bei der Erarbeitung von Konzepten, wie sich ihr Friedhof zukünftig entwickeln könnte. Das Thema erreicht eine unerwartet hohe Anzahl an Nachfragen: Viele Ehrenamtliche suchen nach Lösungsansätzen für die Herausforderungen auf "ihren" Friedhöfen. Die Angebote des Arbeitsfeld sind sehr begehrt – die Schulungen beispielsweise innerhalb weniger Tage ausgebucht.