Abschied von Sonia Erdmann

Nachricht 08. März 2017
erdmann_2015_600_nf_l
Foto: Jens Schulze/HkD

Befristete Stelle läuft aus

Nach drei Jahren verlässt Sonia Erdmann das Arbeitsfeld Umwelt- und Klimaschutz Ende März. Leider konnte die befristete Stelle nicht verlängert werden, da die Förderung nicht fortgesetzt werden kann. Dennoch werden „ihre“ Themen Nachhaltige Beschaffung und Klimafreundliche Mobilität im Arbeitsfeld weiter verfolgt und begleitet. Die Klimaschutzmanagerin bedankt sich für die gemeinsame Zeit und wünscht allen „weiterhin viel Freude, klimafreundliche Energie und Durchhaltevermögen bei allen Umweltprojekten“ und sagt „Ich hoffe, wir sehen uns wieder!“

Sonia Erdmann begann im April 2014 ihre Stelle als Klimaschutzmanagerin im Haus kirchlicher Dienste. Sie unterstützte Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, Maßnahmen umzusetzen und ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Dazu gehörten zahlreiche Schulungen, Vorträge und Betreuung bei der Einführung von Nachhaltigkeitsstandards oder des Beschaffungsmanagements „Zukunft einkaufen“.

Ein wichtiger Meilenstein war die Verabschiedung von – u.a. von ihr vorbereiteten – Umweltleitlinien und Klimaschutzzielen durch das Landeskirchenamt und die Landessynode im Jahr 2015. Doch was bedeuten solch abstrakt erscheinenden Ziele wie: „Einführung von zentralen Nachhaltigkeitsstandards für Beschaffung“ oder „Reduktion der durch dienstliche Mobilität kirchlicher Mitarbeitenden erzeugten CO2-Emissionen um 20 % bis 2018“ für das Handeln in Kirchengemeinden und das Gemeindeleben?

Erdmann entwickelte für die Praxis Rundverfügungen und Arbeitshilfen als Hilfestellung.  Darin wird beispielsweise erklärt, dass für die Klimabilanz einer Gemeinde neben dem Energieverbrauch auch entscheidend ist, ob Recyclingpapier, weniger Fleisch, regionales Gemüse gekauft wird, statt nur auf „billig und viel“ zu achten. Und wie eine Gemeinde etwas verändern und handeln kann, wird anhand vieler Beispiele und Arbeitsvorlagen gezeigt, z.B. durch das Managementsystem „Zukunft einkaufen“. Damit gelingt die Neuausrichtung des gemeindlichen Einkaufs hin zu einer dauerhaften und sich stetig verbessernden öko-fairen Beschaffungspraxis. Insgesamt fünf Kirchengemeinden und das Haus kirchlicher Dienste konnten dank Erdmann zertifiziert werden. „Mich begeistert vor allem, mit welchem Engagement und Wissensdurst sich Haupt- und Ehrenamtliche in den Kirchengemeinden auf den Weg zu mehr Nachhaltigkeit machen“, sagt Erdmann. „Da ist so viel Gutes in Bewegung, das wir unbedingt erhalten und weiter fördern sollten!“ Zum Beispiel zeigt die Kirchengemeinde St. Nikolai in Borstel mit ihrem Beschaffungsmanagement, dass sich durch die Umstellung von Einwegbehältern auf wiederauffüllbare Behälter für Opferkerzen nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel schonen lässt.

Auch im Bereich Mobilität zeigte Erdmann klimafreundliche Lösungen in den Kirchengemeinden auf, bei denen Wirtschaftlichkeit und Klimafreundlichkeit zusammen betrachtet werden. Unter anderem entwickelte sie den Maßnahmen- und Aktionskatalog, der Kirchengemeinden zahlreiche Möglichkeiten für klimafreundliche Mobilitätsprojekte von der Klima-Kollekte über Car-Sharing bis hin zum Gemeindebus aufzeigt. „Die guten Initiativen von Kirchengemeinden sind mannigfaltig. Da gibt es Autofasten, Fahrrad-Checks, E-Ladestationen und vieles mehr. Mich freut, dass wir zum Beispiel die Einrichtung einer dauerhaften Fahrradwerkstatt in der Silvanus-Kirchengemeinde in Hannover-Garbsen mit dem 1.000 Euro-Starter-Kit fördern konnten“, berichtet Erdmann. „Die Kirchengemeinden lassen uns an ihren Entwicklungen teilhaben. Wir sammeln diese Best-Practice-Beispiele und die Erfahrungen und Ideen können anderen Gemeinden bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen helfen“. Die von Erdmann konzipierten Maßnahmen zu Fahrradabstellanlagen, Elektromobilität und CO2-arme Dienstfahrzeuge werden vom Arbeitsfeld fortgeführt. Ebenso können die von ihr entwickelten Starter-Kits in Höhe von bis zu 1.000 € zur Umsetzung von Maßnahmen im Mobilitäts-, aber auch im Beschaffungsbereich, weiterhin abgerufen werden.

Sonia Erdmann hat gerade mit dem Thema nachhaltige Beschaffung liebgewordene Gewohnheiten hinterfragt. Deswegen galt es, viele Hemmnisse zu überwinden, um überhaupt gehört zu werden und auch um überzeugen zu können. Ihre freundliche Beharrlichkeit und ihr begeisterndes Engagement werden der Landeskirche bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes fehlen!

Gott befohlen, liebe Frau Erdmann.

Sonia Erdmann sagt:

Danke (Foto Erdmann)
Foto: Erdmann/HkD