Vorreiter für Nachhaltigkeit

Nachricht 18. November 2017

Sekt und Orangensaft für den Umwelt- und Klimaschutz: Am 18. November feierte das Umweltmanagementsystem „Grüner Hahn“ der Hannoverschen Landeskirche sein 10-jähriges Bestehen mit 70 Teilnehmern bei einem Studientag. Viele ehrenamtliche Umweltmanagementbeauftragte aus Gemeinden und andere Aktive wurden im Festsaal des Stephansstifts Hannover geehrt.

Michael Kopatz vom „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie“ machte in seinem Vortrag zum Auftakt deutlich, dass der Klimawandel allein mit gutem Willen einiger Konsumentinnen und Konsumenten  nicht aufzuhalten sei. Auch Unternehmen, die von sich aus besonders umweltfreundlich sein wollten, müssten die Realitäten des Marktes anerkennen. Preis, Bequemlichkeit und Image seien für die überwältigende Mehrheit der Konsumenten wichtiger als Umweltfreundlichkeit oder Rationalität. „Werbung und schädliche Subventionen unterstützten unsere Sehnsucht nach Expansion - die Größe der Autos und der Wohnungen sind beste Beispiele dafür“, so der Experte weiter. Allein durch die Abschaffung der Pendlerpauschale wäre ein kostenloser öffentlicher Personennahverkehr finanzierbar. Die Abschaffung der Dieselsubvention und des Dienstwagenprivilegs könnten weitere Beiträge leisten, um die Klimaschutzziele im Bereich Verkehr noch zu erreichen.

„Die Anhebung von Standards dient dem Klimaschutz, ohne die Wirtschaft zu behindern“, so Kopatz. Die seit 1977 ständig strenger werdenden Vorschriften der Energieeinsparverordnung seien ein gutes Beispiel dafür. Solche Vorgaben erlösten die Konsumenten und auch die Produzenten von falschen Entscheidungen  und führten dazu, dass das Richtige getan werde. Nur mit mutigen Regelungen und zuverlässigen Rahmenbedingungen durch die Politik sei eine nachhaltige Gesellschaft möglich.

Der geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes Arend de Vries betonte in seinem Vortrag die Verantwortung der Christenmenschen für die Gestaltung der Politik. Sie sollten sich einmischen, in Parteien und Verbänden aktiv sein. Im Artikel 5 des Entwurf der neuen Kirchenverfassung bekenne sich auch die Landeskirche zu ihrem Auftrag, sich am politischen Diskurs zu beteiligen.

Ökumenische Versammlungen wiesen seit 1983 auf die großen Nachhaltigkeitsziele Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung hin. Mit ihren Gebäuden und Unternehmen hätten Kirche und Diakonie große Möglichkeiten zum Klimaschutz. Fraglich sei, ob die bisherigen Anstrengungen und Regelungen ausreichend seien. Oder ob durch definierte kirchliche Standards das Engagement für mehr Klimaschutz zielgerichteter gesteuert werden müsste.

Arend de Vries und Dr. Bettina Siegmund, Vorsitzende des Umwelt- und Bauausschusses der Landessynode, ehrten anschließend gemeinsam mit den Umweltreferenten des Hauses kirchlicher Dienste Gabi Gust, Reinhard Benhöfer und Michael Bruns-Kempf die anwesenden Umweltmanagementbeauftragten und übergaben als Buchgeschenk das vom anwesenden Autor Michael Kopatz signierte Buch „Ökoroutine“.  Bei der Klimaschutzmanagerin Ulrike Wolf bedankte sich Arend de Vries für ihre herausragenden Leistungen bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzepts.