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Foto: HkD

Was wir tun

Unsere Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl betroffenen Menschen zu helfen.

Sie beschränkt ihre Hilfe auf den „Oblast“ (einem Zusammenschluss mehrerer Bezirke) Gomel in Weißrussland und konzentriert sich dabei vor allem auf die Kinder in dieser Region. 

Unsere wichtigsten Aufgaben sind

  • Organisation und Durchführung vierwöchiger Ferienaufenthalte für Kinder im Alter von in der Regel 9-13 Jahren sowie für Mütter mit Kleinkindern aus dem Gebiet Gomel in Gastfamilien in Kirchengemeinden unserer Landeskirche.
  • Medizinische Hilfe für Krankenhäuser im Oblast Gomel sowie Weiterbildung von weißrussischen Medizinern.Zusammenstellung und Durchführung von Hilfstransporten mit humanitären Hilfsgütern für Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Waisenhäuser und andere Sozialeinrichtungen.
  • Förderung und Begleitung von Kontakten aus der Landeskirche zu Partnern vor allem im Oblast Gomel.
  • Weitergabe von Informationen über die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe.

Entstanden ist die Hilfe für die Kinder im Oblast Gomel durch eine Privatinitiative des Ehepaars Stoevesandt (Neuenkirchen) im Jahre 1990, die innerhalb kürzester Zeit breite Unterstützung durch die Gremien der Landeskirche und vor allem durch zahlreiche ehrenamtlich tätige Menschen in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen der Landeskirche fand. 

So wurde aus der zunächst singulären Ferienaktion im Jahre 1991 ein fester Bestandteil kirchlicher Arbeit. In den Jahren 1991-2005 sind auf diese Weise knapp 16.000 Kinder, 1.200 Mütter (manchmal auch Väter) mit ihren Kleinkindern und über 900 Dolmetscherinnen und Dolmetscher zu uns gekommen. 

Mittels der zentralen medizinische Hilfe konnten inzwischen für über 1,5 Millionen Euro Medikamente und medizinische Hilfsgüter an Krankenhäuser im Oblast Gomel gespendet werden. Darüber hinaus bringen auch die Kirchenkreise mit ihren Hilfstransporten medizinische Hilfsgüter in die Region, ebenso wie Pakete für die Familien der Kinder, die in Deutschland waren, oder Hilfsgüter für Einrichtungen in Gomel (Kindergärten, Schulen, Heime). In den vergangenen Jahren sind auf diese Weise ca. 1.500 Tonnen humanitäre Hilfe in den Oblast Gomel gebracht worden.157 Ärztinnen und Ärzte waren zu Hospitationen in niedersächsischen Krankenhäusern und Arztpraxen.

Wie wir es tun

Die medizinische und humanitäre Hilfe wird aus Spenden finanziert. Die Kosten der Ferienaufenthalte teilen sich im Wesentlichen die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers (Reise- und Versicherungskosten), die Kirchenkreise (Programmkosten während des Aufenthalts, Reisekosten in Deutschland, Taschengeld) und vor allem die Gasteltern (Unterkunft und Verpflegung der Kinder für einen Monat u. v. m.). 

Die Arbeitsgemeinschaft lebt von dem beeindruckenden Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher. Angefangen von den vielen hundert Gasteltern, über die Konvoifahrer(innen) und die Mitorganisator(inn)en und Koordinator(inn)en in den Kirchenkreisen, bis hin zu den Delegierten in der Mitgliederversammlung und den Mitgliedern des Vorstands. Dies ist ein eindrucksvolles Zeugnis von Christen, die gern ihren Teil dazu beitragen, schwierigste Lebensverhältnisse zum Besseren zu wenden und vor allem den Kindern im verstrahlten Gebiet Gomel Perspektiven zu öffnen.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers unterstützt dieses große Spektrum ehrenamtlichen Engagements auf vielfältige Weise (geistlich, finanziell, personell, politisch), weil sie die geleistete Hilfe angesichts der anhaltenden Folgen der Reaktorkatastrophe und der sozialen Lage in Weißrussland für unbedingt nötig hält, und weil die landeskirchliche Tschernobyl-Aktion ein wichtiger Bestandteil gemeindlicher Arbeit geworden ist und sich in ihr die christliche Botschaft zeigt.