Zeichen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus

Nachricht 03. September 2011

Zeichen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus beim Oberharzer Kirchenfest

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Foto: Andre Bertram

Clausthal-Zellerfeld. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher protestierten mit ihrer Unterschrift beim Oberharzer Kirchenfest, das vom 02. bis 04.09.2011, in Clausthal-Zellerfeld stattfand, gegen eine genehmigte Veranstaltung der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), die zeitgleich am Samstag Vormittag in Zellerfeld stattfand.

Die Veranstalter des Oberharzer Kirchenfestes waren nach Aussage von Christian Kühne-Neumann, stellvertretender Superintendenten des Kirchenkreises Clausthal-Zellerfeld, im Vorfeld nicht von der Verwaltung über die NPD-Veranstaltung informiert worden. Kurzfristig gelang es trotzdem, dem Protest Ausdruck zu verleihen. Parallel zu der Kundgebung der NPD auf dem Thomas-Merten-Platz in Zellerfeld läuteten am Samstag um 11 Uhr zur Eröffnung des Oberharzer Kirchenfestes für 15 Minuten die Glocken der St. Salvatoris-Kirche, die unmittelbar an den Platz grenzt. Als Friedensgeläut ertönten die Glocken um 12 Uhr erneut für 15 Minuten.

Ein improvisiertes Transparent mit dem Slogan "Unser Kreuz hat keine Haken" gerahmt von zwei Kirchenfahnen war weithin sichtbar am Baugerüst an der St. Salvatoris-Kirche befestigt worden. Bei der offiziellen Eröffnung des Kirchenfestes an der Clausthaler Marktkirche warb Volkmar Keil, geschäftsführender Superintendent des Kirchenkreises, für eine Unterschriftenaktion für Demokratie und gegen Rechtsextremismus und ein entsprechendes Positionspapier.

Darin heißt es unter dem Leitsatz "Der Oberharz ist bunt":
"Im Rahmen des Oberharzer Kirchenfestes 2011 stellen wir uns mit unserem Namen, Gesicht und Handeln auf die Seite derer, die für Demokratie, unsere freiheitliche Grundordnung, die Würde jedes Einzelnen und eine Kultur der Nächstenliebe, die die Schwachen schützt, eintreten. In unseren Oberharzer Bergstädten stellen wir uns gegen jedwede extremistische Ideologie, die diese Grundwerte in Frage stellt. Wir laden Menschen zu uns ein – gleich welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion, um hier im Oberharz zu leben, zu studieren, zu arbeiten und zu glauben und unser gemeinschaftliches Leben zu bereichern."

An der Unterschriftenaktion beteiligten sich mehr als 150 Menschen, wie Christian Kühne-Neumann mitteilte. Die NPD-Veranstaltung sei mit weniger als zehn Teilnehmern und ohne Redner kleiner ausgefallen als befürchtet. Das ökumenisch organisierte Kirchenfest habe mit seiner kulturellen Vielfalt ein weithin sichtbares Zeichen dafür gesetzt, dass Rassismus und gruppenbezogene Menschenverachtung in der Gesellschaft nicht unbeachtet Platz greifen oder sogar toleriert werden könnten, bilanzierte Kühne-Neumann.

Die Besucherinnen und Besucher des Kirchenfestes unterstützten mit ihren Unterschriften den Aufruf zur Kommunalwahl 2011, den die "Initiative Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus (IKDR)" in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers formuliert hatte. Darin wird zur Teilnahme an den Kommunalwahlen am 11. September aufgerufen, da eine schwache Wahlbeteiligung es rechtsextremen und rechtspopulistischen Gruppierungen leichter mache, Mandate zu erringen wie sich bei der Kommunalwahl 2006 gezeigt habe.

Informationen zur 'Initiative Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus':
Pastor Klaus Burckhardt, Fachreferent für Friedensarbeit im
Haus Kirchlicher Dienste
Archivstr. 3
30169 Hannover,
Telefon: 0511 1241-560
E-Mail: burckhardt@kirchliche-dienste.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Herzberg
Pastor Benjamin Simon-Hinkelmann
Benjamin.Simon-Hinkelmann@posteo.de