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Grafik: HkD

Aktuelles Archiv

Aufruf zum Ostermarsch am Ostersamstag in Hannover:

Beginn 11 Uhr an der Aegidienkirche, Kundgebung am Steintor ab 12 Uhr

Es geht auch anders:

Investieren in Frieden und Gerechtigkeit

– nicht in Waffen und Kriege

 

Viele Jahre konnten wir hier das Gefühl haben: Kriege gehören der Vergangenheit an. Aber jetzt scheint der Unfrieden, den auch Deutschland in die Welt trägt, mehr und mehr zu uns zurück zu kommen.

Unsere Politikerinnen und Politiker wollen mehr "Verantwortung" in der Welt übernehmen: durch Beteiligung an Militäreinsätzen in vielen Ländern, durch Teilnahme an den provozierenden NATO-Manövern an den EU-Grenzen zu Russland, sogar durch Streben nach eigenen Atomwaffen, nicht nur durch Duldung von US-Atomwaffen auf deutschem Boden.

Nein! Wir fordern:

·        den militärischen Rückzug aus allen Kriegs- und Krisengebieten,

·        die Beendigung deutscher Waffenexporte,

·        den  Abzug aller Atombomben aus Deutschland, Unterstützung des UN-Atomverbotsvertrags durch Deutschland.

 

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Plenarsitzung der Evangelisch – lutherischen Landessynode Hannovers am 24.11.2016 in Osnabrück

Bei der Plenarsitzung der Evangelisch – lutherischen Landessynode Hannovers, am 24.11. in Osnabrück, wurde das Wort der Landessynode „Auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens“ einstimmig angenommen!

Der Beschluss beinhaltet eine deutliche Stärkung der Friedensarbeit der Landeskirche.

Zitat:“ …“Schritte zu Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“,…sollen verstärkt und ins Zentrum des kirchlichen Bewusstseins und Handelns gerückt werden.“

Die Synode hat weiterhin beschlossen, dass bis zur nächsten Sitzung im Mai 2017 Vorlagen erarbeitet werden sollen, wie diese inhaltlichen Beschlüsse in konkretes Handeln in der Landeskirche umgesetzt werden.

Alle Synodenausschüsse sind aufgefordert, sich damit zu befassen, wie aus ihrer Sicht „…wir als Kirche unseren Beitrag dazu leisten, dass Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in unserer Gesellschaft und in der Welt wachsen.“

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Newsletter vom Arbeitskreis Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung

Arbeitskreis Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung der Konföderation ev. Kirchen in Niedersachsen

Gerechtigkeit – Frieden – Bewahrung der Schöpfung

Newsletter 1 / 2017

Inhalt:

  1. Aufruf an die Synoden der Konföderation
  2. Hungersnot in Afrika
  3. Predigt am 40. Jahrestag der Bauplatz-Demonstration in Grohnde
  4. Asse II: Durch geplante Verfüllmaßnahme droht Flutung des Atommülls
  5. Aufruf zum Ostermarsch 2017

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,

einige Synoden der Kirchen der Konföderation haben im vergangenen Jahr erfreulicherweise begonnen, sich mit dem Friedensthema zu befassen. Um diesen Prozess weiter zu befördern, hat unser Arbeitskreis einen Aufruf an die Synoden verfasst, der das Friedensthema in den weiteren Kontext des Konziliaren Prozesses stellt und zu konkreten Handlungsschritten auffordert.

Nachdem unser Arbeitskreis sich im Herbst 2016 mit zwei Pilgerwegen an der vom Ökumenischen Rat der Kirchen beschlossenen „Pilgerreise der Gerechtigkeit und des Friedens“ beteiligt hat, sollen in diesem Jahr zwei weitere Pilgerwege folgen:

  • Pilgerweg zur Ökumenischen Asse-Andacht am Schacht in Remlingen am Sonntag, 18. Juni 2017, um 18.00 Uhr
  • Pilgerweg zum Gorlebener Gebet im Wald bei Gorleben nahe dem sog. „Erkundungsbergwerk“ am Sonntag, 15. Oktober 2017, um 14.00 Uhr.

Die Andachten bilden jeweils den Abschluss der beiden Pilgerwege. An welchen Orten und zu welchen Uhrzeiten sie beginnen, wird in Kürze bekanntgegeben.

Herzliche Grüße und Schalom

Hermann de Boer

 

Herausgeber:

Arbeitskreis Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, c/o Hermann de Boer (Vorsitzender)

Masurenstr. 9b, 31832 Springe, Tel. 05041-8027417, E-Mail: Hermann.de.Boer@t-online.de

 

Zu den Informationen im Anhang

 

  1. Aufruf an die Synoden der Konföderation

 

Die Synoden mehrerer Landeskirchen haben sich im letzten Jahr mit dem Thema „Frieden“ befasst. Die Synode der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers hat am 24. November ein Wort der Landessynode „Auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens“ einstimmig beschlossen und wird das Thema im Mai erneut auf die Tagesordnung setzen. Unser Arbeitskreis Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung hat einen Aufruf an die Synoden der Konföderation ev. Kirchen in Niedersachsen verfasst, in dem die Kirchen aufgefordert werden, die Themen des Konziliaren Prozesses zu einem dauerhaften Anliegen zu machen.

 

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2. Hungersnot in Afrika

 

21 Millionen Menschen sind von einer Hungersnot in Ostafrika und im Nahen Osten bedroht. Die Vereinten Nationen sprechen von der „schwersten humanitären Krise“ seit ihrer Gründung. Ursache ist nicht nur der Klimawandel, der wichtigste Grund sind Krieg und die ausufernde Gewalt. Dringend geboten sind daher politische Lösungen für die Kriege.

 

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  1. Predigt am 40. Jahrestag der Bauplatz-Demonstration in Grohnde

 

Am 19. März 1977 kam es am Bauplatz des Atomkraftwerks Grohnde zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen 15.000 Demonstranten, die z.T. den Bauplatz zu besetzen versuchten, und der Polizei. Eine Ausstellung „40 Jahre ‚Schlacht um Grohnde‘“, die noch bis zum 7. April im Hamelner Münster St. Bonifatius zu sehen ist, dokumentiert die Ereignisse. In einem Schöpfungsgottesdienst am 19. März 2017 ist Pastor Rolf Adler, Umweltbeauftragter der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, auf die bleibende Bedeutung des Widerstands in Grohnde eingegangen.

 

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  1. Petition Asse II: Durch geplante Verfüllmaßnahme droht Flutung des Atommülls

 

In einem Brief an die Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und den niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel weisen Bürgerinitiativen auf die Gefahr einer schleichenden Flutung des Atommülls in der Asse II hin. Die Petition kann online unterzeichnet werden: https://kurzlink.de/keine-asseflutung.

 

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  1. Aufruf zum Ostermarsch 2017

 

Unter dem Motto „Es geht auch anders: Investieren in Frieden und Gerechtigkeit – nicht in Waffen und Kriege“ steht in diesem Jahr der Ostermarsch in Hannover. Er findet am Ostersamstag, 15. April, statt und beginnt um 11.00 Uhr mit einem Gedenken in der Aegidienkirche. Ab 12.00 Uhr folgt die Kundgebung am Steintor. Wir laden herzlich ein, sich am Ostermarsch zu beteiligen.

 

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  1. Weitere Informationen:

http://www.evangelische-friedensarbeit.de

http://www.antikriegshaus.de

http://www.kirchliche-dienste.de/arbeitsfelder/frieden/wir-fuer-sie

 

Bild Crazy Quilts
Bild Crazy Quilts

Von der Uniform zur (verbundenen) Vielfalt der Formen


Juli 2015: ein Traum mit dem Satz „Schwerter zu Pflugscharen und Uniformen zu Crazy Quilts“, die Entscheidung, den 2. Teil des Satzes umzusetzen und anschließende, erfolgreiche Suche nach
einer gebrauchten Uniform.
August 2015: zwei Frauen trennen die Uniform auf, nicht ohne den früheren Träger und die Näher/-innen, die diese Stoffteile einst
zusammengenäht haben, zu würdigen.
September, Oktober 2015: die einzelnen Stoffteile werden in viele kleine Flicken gerissen, geschnitten und an mehrere Menschen weiter gereicht mit der Bitte, dieses Stück umzugestalten, zu wandeln: „... Fühle dich eingeladen, eine Weile dieses Stück Stoff und das, wofür es steht, auf dich wirken zu lassen; Fragen zu wagen, die möglicherweise ohne
Antwort bleiben: was eigentlich ist Krieg, Konflikt, Frieden, Wahrheit, Feind, Feindbild?
Und der Krieg in mir? Was steht hinter dem Wunsch, eine Uniform zu tragen? Sich in ihr zu zeigen, zu verbergen? Welches Land liegt jenseits
der Gewaltspirale von Tätern-Opfern-Schuld-Verurteilung?
So leicht es ist zu verurteilen, es besser zu wissen, so schwer ist es, genauer zu schauen, bei sich zu schauen.
Es geht nicht darum, dieses Stück Stoff ‚schön‘ oder kunstvoll zu gestalten! ...“

Den kompletten Artikel lesen Sie hier im Download

Eröffnung der Ausstellung mit Liedern und Texten
am 15. März 2017 um 18 Uhr

Die Initiatorin Alma Fokken, Hannover, stellt ihre Idee und die Kunstwerke
persönlich vor. Einige der Mitwirkenden sind offen für Gespräche über ihre
Erfahrungen mit der Gestaltung der Uniformstücke.

Download der Einladung

 

Pastor Lutz Krügener Stellvertretender Vorsitzender der EAK

Pastor Lutz Krügener, Referent für  Friedensarbeit der Landeskirche Hannovers, ist zum Stellvertretenden Vorsitzenden der EAK (Ev. Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden) gewählt worden.

Diese Arbeitsgemeinschaft will sich in Zukunft mehr Themen annehmen und auch „Sprachrohr“ der vielfältigen Friedensarbeit in den Landeskirchen sein.

Mehr dazu lesen Sie hier

 

EAK Rundbrief November 2016

Liebe Leserinnen und Leser,


wir wissen es: unsere Wahrnehmung ist allzu leicht zu manipulieren.
Nur ein Beispiel: wer beabsichtigt ein bestimmtes Auto in einer bestimmten Farbe zu erwerben, sieht ab da ständig dieses Fahrzeug im Straßenverkehr und wundert sich, wo die auf einmal alle herkommen bzw. wieso die bisher nicht unterwegs waren.
Lesern dieses Newsletters fallen Meldungen zu Aspekten von Krieg und Frieden auch sehr unmittelbar auf. Und davon gab es in letzter Zeit jede Menge und in vielerlei Hinsicht

  •  die Rüstungsausgaben dürfen kräftig steigen,
  • der Rüstungsexport boomt,
  • selbstbewusst wie nie fordern Lobbyisten neue  Beschaffungsprogramme für die Bundeswehr,
  • immer mehr Minderjährige werden für den Militärdienst angeworben,
  • eine Vielzahl von Mandaten für Auslandseinsätzen der Bundewehr wird verlängert oder neu gefordert,
  • Truppen werden strategisch in bestimmte Länder verlegt,
  • militärische Manöver werden als Botschaft für die andere Seite inszeniert,
  • militärische Optionen, bis hin zum Atomschlag, werden ausführlich diskutiert usw.,
  • usw.

So wie zweifelhafte Werbesprüche der Bundeswehr das Stadtbild und das Internet überziehen, so wird die Nachrichten- (und damit Meinungs-) Landschaft vom Einsatz des Militärs als ganz selbstverständliche Handlungsoption zur Durchsetzung eigener Interessen überflutet.

Nur ist diese gesteigerte Wahrnehmbarkeit keine „Deformation Professionell“, es ist eine neue Realität. Eine Realität, in der „nationale Verantwortung“ fast synonym mit bewaffneten Mitteln in Verbindung gebracht wird. Und niemand protestiert, vermutlich nehmen viele diese Ausweitung gar nicht so wahr, Krieg ist wieder als Mittel Politik selbstverständlich!
Auch im kirchlichen Milieu rücken Militär und Kirche immer häufiger in Wort und Bild zusammen.
Wie selbstverständlich ist es geworden sich von der klaren Friedensbotschaft zu distanzieren. „Ich bin doch kein Pazifist“, „manchmal muss man (leider?) doch mit Gewalt reagieren“, „wir müssen unseren Soldaten dankbar sein für ihren schweren Einsatz usw. usw.
All solche Aussagen werden immer gebräuchlicher. Aber sind sie deshalb auch richtig?
Ist der gewaltförmige Weg überhaupt erfolgreich?
Ist er mit unserem christlichen Zeugnis vereinbar?
Wäre es nicht der Auftrag der Kirchen - und von uns Christen - eine andere Perspektive einzunehmen?
Ist es nicht Zeit andere Ziele mit friedlichen Mitteln zu verfolgen?
Ich halte es lieber mit folgender Bibelstelle: "Rede und Antwort stehen über die Hoffnung, die in uns lebt" (nach 1. Petrus 3,15).
Mit diesem Gedanken wünsche ich Ihnen Allen eine schöne und gesegnete Zeit.
Wolfgang Buff
- EAK Mitglied -
Evangelische Kirchen Hessen und Nassau, Kurhessen-Waldeck

Den kompletten EAK Rundbrief lesen Sie hier: Rundbrief

Friedenslogik statt Feinddenken

Foto: Otto Dempwolff
Pastor Lutz Krügener sprach zum Auftakt der Friedensdekade im Antikriegshaus über evangelische Friedensethik. Foto: Otto Dempwolff

Die zehntägige Friedensdekade startete mit einem engagierten Vortrag in Sievershausen

Die ökumenische Friedensdekade 2016 begann in Sievershausen im Antikriegshaus mit einem Vortrag zur evangelischen Friedensethik.
Pastor Lutz Krügener, Referent für Friedensarbeit der Landeskirche, stellte sich der Frage: „Wie wird Frieden?“.

Den kompletten Artikel aus der EZ Seite 13 lesen Sie hier: Download

Foto: Otto Dempwolff

Pilgerweg Sandbostel 2016

Foto Pilgerweg
Foto Pilgerweg

Am Samstag, 1. Oktober, haben wir den ersten von zwei geplanten Pilgerwegen in diesem Jahr durchgeführt. Mit 21 Personen sind wir von Bremervörde nach Sandbostel den Weg gegangen, den die Kriegsgefangenen zum Lager Sandbostel gehen mussten. In der örtlichen Presse ist ein ausführlicher Bericht erschienen, welchen Sie hier gerne lesen können: Download

 

Pilgerwege 2016

Wo auch immer wir heute unseren Blick hinwenden, scheint Leben in Gefahr zu sein. Ist es da nicht an der Zeit, dass sich Christinnen und Christen, Kirchen und engagierte Gruppen zusammen für die Erhaltung des Lebens einsetzen, indem sie sich gemeinsam mit den dringendsten Anliegen der heutigen Welt befassen? Ist es nicht an der Zeit, dass sie sich überall auf einen Pilgerweg hin zu Gerechtigkeit und Frieden begeben?
Kommen Sie mit auf den Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens, eine Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen, um das gemeinschaftliche Engagement für die äußerst wichtigen Anliegen der Gerechtigkeit, des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung zu erneuern und eine Welt voller Konflikte, Ungerechtigkeit und Schmerz zu heilen.

Mehr lesen Sie hier

Reformationsjubiläum Ringvorlesung

Zum Reformationsjubiläum bietet die Leibniz Universität eine spannende Ringvorlesung:


Befreit zu Gerechtigkeit und Solidarität. Transfer und Transformation reformatorischer Impulse im globalen Kontext Ringvorlesung mit Begleitseminar im SoSe 2016 anlässlich des Reformationsjubiläums
Leibniz Universität Hannover, Raum 105, Schlosswender Straße 1, 30159 Hannover

Download Ringvorlesung

Flyer Gerechten Frieden Dez2015
Flyer Gerechten Frieden

Vorträge "Kirche des gerechten Friedens werden"

Im November 2016 wird sich die Landessynode mit der Frage befassen, was es heißt: "Kirche des gerechten Friedens werden". Sie bestimmt damit ein in einem friedenstheologischen Prozess, der in vielen Landeskirchen, in der EKD, in der Katholischen Kirche und in der weltweiten Ökumene seit geraumer Zeit stattfindet.

In Zeiten der konkreten Bedrohung durch Krieg und Terror, gilt es noch einmal vertieft zu fragen, welchen Beitrag die Kirchen zu einem gewaltfreien Zusammenleben der Menschen beitragen können, welche Alternativen es gibt zu Krieg und Gewalt? Welche Chancen und
Herausforderungen stellen sich für das geistlich-spirituelle Leben in Gemeinde und Kirche?

In dem Flyer "Kirche des gerechten Friedens werden" können Sie die Breite der Vorträge entdecken. Download

Wohin steuern wir?


„Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein!“ dies Wort sollte uns leiten.
In dem unten angegebenen Link findet sich ein Zwischenruf.
Er will und kann keine fertigen Antworten geben.
Vielleicht hilft er, etwas unseren Werten und Grundlagen treu zu bleiben.

Krieg verhindern -- Mahntext

Hinweis auf zwei interessante Veröffentlichungen

Publikationen/ Veröffentlichungen

pax christi: "55 Erfolge für die Gewaltfreiheit"

55 Erfolge für die Gewaltfreiheit aus den vergangenen hundert Jahren. 
Mehr dazu und wo Sie es bestellen können unter: www.paxchristi.de

Positionspapier "Keine Entwicklung ohne Frieden!" herausgegeben vom Forum ZFD

Das Forum Ziviler Friedensdienst hat ein Positionspapier mit dem Titel "Keine Entwicklung ohne Frieden!" herausgegeben.
Weitere Informationen finden Sie unter:  www.forumzfd.de

Evangelische Kirche benennt Eckpunkte zur deutschen Sicherheitspolitik

Der gerechte Frieden muss das Leitbild der künftigen deutschen Außen- und Sicherheitspolitik sein. Das hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in einem heute in Berlin veröffentlichten friedenspolitischen Positionspapier zum Weißbuch-Verfahren bekräftigt. Die im Rahmen eines Fachgesprächs vorgestellten Thesen sind der offizielle EKD-Beitrag zum  „Weißbuch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr 2016“. Das Weißbuch ist die Grundlage deutscher Sicherheitspolitik und entsteht in diesem Jahr erstmals in einem umfassenden gesellschaftlichen Beteiligungsprozess.
 

Mehr lesen Sie hier

 

Aktuelle Positionen und Informationen zu den Fluchtursachen u.a. durch den Internationalen Versöhnungsbund

1. Fluchtgründe und Verursacherprinzip berücksichtigen

Winterfeste Unterkünfte, sichere Transportsysteme und Unterstützung der Hauptaufnahmeländer von Flüchtlingen sind vordringlich, um weiteres Sterben zu verhindern. Deutschland als drittgrößtem Waffenexporteur der Welt hat dabei eine besonders große Verantwortung. Das bisherige militärgestützte Sicherheitsdenken hilft nicht weiter – die aktuellen und künftigen Herausforderungen können nur auf Basis eines friedenslogischen Denkens gelöst werden. Mehr.

Wie wir zu einer Politik der Friedenslogik gelangen könnten, beschreibt dieses spannende Dossier von Wissenschaft und Frieden.

Um das Missverhältnis zwischen den Ausgaben für Rüstungsprogramme und humanitäre Zwecke geht es in diesem Beitrag des Schweizer Zweiges.

Ein tolles Video zu diesem Thema, das all diese Zusammenhänge in knapper Form auch für Jüngere verständlich macht, findet sich auf der Seite des Forum ZFD.

Viele lesenswerte Beiträge zur Flüchtlingssituation finden sich auch auf der Plattform aixpaix.de. In „Warum Menschen fliehen“ weist Otmar Steinbicker darauf hin, dass in der Zukunft eher noch mehr Flüchtlinge zu erwarten sind.

 

2. Kein Krieg für wirtschaftliche und machtpolitische Interessen
Eng verknüpft mit der Debatte um die Fluchtursachen ist die Diskussion um das neue Weißbuch der Bundeswehr. In einem gemeinsamen Brief  an die deutschen Bischöfe und Kirchenleitungen haben die katholische Friedensbewegung pax christi und unser Dachverband Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) deutlich gemacht, dass die Sicherung wirtschaftlicher und machtpolitischer, geostrategischer Interessen keine Zielvorgabe für militärisches Planen und Handeln sein darf. Dafür sollten die christlichen Kirchen gegenüber der Bundesregierung eintreten.
 

Mit der Frage der Verantwortung und des Schadensersatzes für die Folgen der deutschen Rüstungsindustrie setzt sich dieser Text von Matthias Engelke auseinander.


3. Martin Luther King – neu aufgelegt
Wie kann es gelingen, sich auch angesichts extremer Gewalt gegen Unrecht einzusetzen, ohne die Gegner dabei zu verletzen? Das beschreibt ein Comic über den Montgomery-Busstreik, der entscheidend zur Aufhebung der Rassentrennung in den USA beitrug. Erstmals ist er jetzt auch in deutscher Fassung erhältlich, dank der engagierten Arbeit von Schülerinnen und Schülern des Ignaz-Günther-Gymnasiums in Rosenheim. Super geeignet für den Unterricht oder die Arbeit mit Konfirmanden- und anderen Jugendgruppen!
 


4. Luftwaffenstandort Büchel bereitet sich auf Ankunft neuer Atombomben vor

Dieser sehenswerte Beitrag der Sendung Frontal 21 berichtet über die bevorstehende Modernisierung der Atomwaffen in Büchel, die eine klare Verletzung des Atomwaffensperrvertrages darstellt. Zu Wort kommt auch Versöhnungsbund-Mitglied Elke Koller – sie setzt sich seit Jahren für den Abzug der Bomben in ihrer Nachbarschaft ein.

Grund genug also, die Proteste gegen die Atompolitik unserer Regierung zu intensivieren. Anlässlich der Gedenktage im August gab es Großplakate in 60 Städten und mehr als 120 Veranstaltungen. Das waren doppelt so viele wie in den vergangenen Jahren, so das Fazit des Netzwerks Friedenskooperative. Das macht Mut, denn: „Solange Atomwaffen existieren, kann jeder von uns jederzeit zum Hibakusha werden. Wenn dies passiert, werden die Schäden nicht vor Ländergrenzen Halt machen. Menschen der Welt, hört auf die Worte der Hibakusha und nehmt den Wunsch von Hiroshima auf. Versteht das Problem der Atomwaffen als euer eigenes Problem“, heißt es in der diesjährigen Friedens-Erklärung der Stadt Hiroshima, die den Vorsitz der „Mayors for Peace“ innehat.
 

Gedanken dazu, wie die Atomkette die ganze Welt in Fesseln hält und weitere Texte, finden sich im Büchel-Blog, den Matthias Engelke während der diesjährigen Fastenaktion in Büchel erstellt hat:
 

5. „Gekämpft haben wir mit euren Waffen“ - Tour mit ehemaligem Kindersoldaten
Zehn Jahre lang wurde Junior Nzita aus der DR Kongo dazu gezwungen, Kindersoldat zu sein – heute setzt er sich als ehrenamtlicher UN-Botschafter für die weltweite Ächtung der Mobilisierung von Kindersoldaten ein. Dank einer Kooperation mit dem Schweizer Zweig des Versöhnungsbundes wird Junior im Spätherbst auch nach Deutschland kommen, um mit Jugendlichen über seine Erlebnisse zu sprechen. Seine Tour führt von Bad Oeynhausen über Bremen, Rostock, Seesen, Frankfurt und Bolanden-Weierhof. Hier finden sich mehr Infos zu Junior und seiner Arbeit.
 

6. Kirche des Friedens werden – was bedeutet das?
Es gibt Aspekte des Tuns wie auch des Lassens, um sich auf den Weg zu einer Kirche des Friedens zu machen. Interessanterweise stießen gerade die Aspekte des Lassens in dem Diskussionsprozess der Ev. Landeskirche Baden auf den Widerstand der Militärseelsorge. Mehr dazu in diesem Vortrag, den Ulrich Hahn im Juli in Kassel gehalten hat.
 


7. Gewaltfreiheit wirkt
Das Friedensmuseum Nürnberg stellt in diesem halbstündigen Video drei Fälle aus der Studie von Erica Chenoweth und Maria Stephan vor; gut geeignet für den Unterricht. In dem Youtube-Kanal des Friedensmuseums finden sich auch noch viele weitere anregende Kurzfilme.
 


8. Wem gehört das heilige Land?
Die nächsten Vortragstermine unseres Friedensreferenten Clemens Ronnefeldt werden im Raum München stattfinden. Es gebt um Möglichkeiten des Zusammenlebens, um Friedenskräfte im Nahen Osten und die Verantwortung des Westens im Nahost-Konflikt. Details findet Ihr auf der Seite des Netzwerks Friedenskooperative. Dort in der Spalte unten links die Suchmaschine aktivieren und dann rechts unter „Suche Wort“ den Namen „Ronnefeldt“ eingeben.

 

-- Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig e.V.

Schwarzer Weg 8
32423 Minden
Tel. 0571-85 08 75

 

"Rüstungspolitik: Vernichtung von Arbeitsplätzen - Vernichtung von Menschenleben"

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung (KDV) und Friedensarbeit zuständig sind. Die EAK ist Teil der Friedensarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland und beschäftigt sich mit Fragen der Friedenstheologie, Friedensethik, Friedens- und Gewissensbildung und Friedenspolitik.
Vor diesem Hintergrund möchte ich Sie zu unserem diesjährigen Studientag „Rüstungspolitik: Vernichtung von Arbeitsplätzen – Vernichtung von Menschenleben“ am Rüstungsstandort Kassel einladen.

die vollstäntige Einladung und weitere Informationen lesen Sie hier

Pazifismus und die IS-Krieger

Wir alle stehen voller Abscheu und Entsetzen vor den Bildern aus Syrien und dem Irak.

Zugleich vertreten wir in der Kirche (oft) einen Pazifismus. Wie geht dies zusammen?

Wahrscheinlich gibt es keine wirkliche Antwort darauf.

Ich habe dennoch versucht mit diesem Dilemmata umzugehen und einen Artikel dazu geschrieben.

EKD-Ratschef fordert Abschaffung aller Atomwaffen

München (epd). 70 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki fordert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine vollständige nukleare Abrüstung. "Keine Atomwaffen sind das Ziel", sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zum Jahrestag reist der EKD-Ratschef mit einer Delegation des Weltkirchenrats nach Japan und wird dort auch Überlebende der Atomangriffe treffen.

Am 6. August 1945 war Hiroshima von einer amerikanischen Atombombe zerstört worden, drei Tage darauf die Stadt Nagasaki. Zehntausende Menschen waren sofort tot, Zehntausende weitere starben an Strahlenschäden und Verbrennungen. Insgesamt wird die Zahl der Opfer auf weit mehr als 250.000 Menschen geschätzt. Die Atombombenabwürfe beendeten den Zweiten Weltkrieg.

den vollen Bericht lesen Sie hier

EKD

Die Evangelische Kirche muss ihre Stimme erheben gegen die Rüstungsausgaben und Rüstungsexporte!

Nach 1945, dem Erschrecken über die Kriegstoten und den Holocaust gab es, zumindest bei einigen, eine  Phase der konkreten Friedenssehnsucht. Die UN erklärte die Ächtung des Krieges und den nationalen Krieg als völkerrechtswidrig. Im Stuttgarter Schuldbekenntnis der EKD heißt es:“ Aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.“ Der Ökumenische Rat der Kirchen bekannte 1948: „ Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein!“. In der bundesrepublik begann das „Wirtschaftswunder“  ohne Armee. Aber das Streben nach einer eigenen Armee und einer wachsenden Rüstungsindustrie setzte sich wieder in Deutschland und weltweit durch. Im „Kalten Krieg“ rüstete die Welt  endgültig ins irrationale. Die Atomwaffen können die Welt bis heute hundertfach vernichten  und ihre Bereithaltung verschlingt jährlich Milliarden Dollar.
Doch wieder keimte Hoffnung auf, als eine „friedliche Revolution“, Kerzen und Gebete,  eine „neue Welt“ schufen und die Mauer fiel.  Die „Friedensdividende“ wurde beschworen und Versöhnung möglich, aber neue Kriege wurden entfacht.  Wieder musste  z.B. Ban Ki – Moon 2010 mahnen: Die Welt ist überrüstet und der Frieden unterfinanziert. Die Konsequenzen erleben wir täglich in all den aktuellen Kriegen.
2014 wurden 1,7 Billionen Dollar für Rüstung ausgegeben. Der weltweite Rüstungswettlauf bleibt unvermindert in Fahrt. China, Russland, Brasilien, Saudi – Arabien, fast alle Länder rüsten verstärkt auf. Die NATO fordert 2% des BIP für Rüstung,  das wäre für Deutschland fast Zweidrittel mehr als im aktuellen Bundehaushalt. Deutschland bleibt  einer der größten Waffenproduzenten weltweit.  Auf der anderen Seite erhält die UN, die eine Friedensmacht sein soll, nur einen Bruchteil der Grundausstattung,  die sie bräuchte, nur 25 Milliarden statt benötigter 100 Milliarden.
Aber Abrüstung wäre möglich, wenn wir es denn wollten und danach handelten. Hierfür müssen wir als evangelische  Kirche unsere Stimme erheben. Als eine der Kirchen, die die größte Menschheitskatastrophe, den 2. Weltkrieg mit dem Holocaust, in ihrer Breite mitgetragen hat, die den Militarismus nicht hinderte, sondern förderte, sind wir jetzt gefordert. Die Welt braucht die Kirchen nicht als  eine Stimme in dem Chor, der die Kriege, Aufrüstung und Waffenexporte rechtfertigt oder schweigt, diese Stimmen sind überlaut. Aber wir, als Christinnen und Christen,  müssen die Stimme erheben für die Feindesliebe, für die Versöhnung der Religionen, für die Bedürftigen und Schutzlosen, für eine Umverteilung der Rüstungsausgaben in Sozialleistungen, Bildung, Umwelt, zivile Konfliktbearbeitung  und Entwicklung. So könnten die dringendsten Probleme der Weltbevölkerung  entschiedener gemildert werden.  Deshalb ist das Gebot der Stunde keine Erhöhung, sondern eine Senkung des Rüstungsetats.
Wir sollten unseren eigenen Grundlagen wieder trauen: „Schwerter zu Pflugscharen“, „Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen.“,  „Ich aber sage euch, liebt eure Feinde.“,  „ Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein!“   All die Toten der Weltkriege, der folgenden und aktuellen Kriege mahnen dies an.
Deshalb müssen wir uns  als Kirche entschieden gegen den aktuellen politischen Willen wenden, den Militärhaushalt der Bundesrepublik wieder zu erhöhen. Dies wären ein fatales Signal und die ganz falsche Übernahme von Verantwortung. Keine neuen Panzer und bewaffneten Drohnen für die Bundeswehr,  stattdessen alle Kraft und alles Geld in zivile, diplomatische und humanitäre Aufgaben stecken.

Stellungnahme der Evangelischen Kirche im Rheinland zur Situation im Irak

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland - Pastor Manfred Rekowski- hat sich an die Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Einrichtungen der Evangelischen Kirche im Rheinland gewandt und zur Situation im Irak bzw. zu deutschen Waffenlieferungen in den Irak Stellung genommen.

 In Verbindung mit seinem Brief wurden zwei weitere Texte verschickt:

Gewaltfreiheit als Prima Ratio. Eine Argumentationshilfe aus der Perspektive christlicher Friedensethik zum IS-Terror im Nordirak und Syrien des Ständigen Ausschusses für Öffentliche Verantwortung

sowie das

Wort der EKD: UN-Mandat für Einsatz gegen IS-Terror. Schutz von Flüchtlingen hat höchste Priorität vom 24.9.2014.

Im Folgenden können Sie die Briefe / Texte ansehen:

EKD-Friedensbeauftragter: Gewalt mit Gewalt bekämpfen kann nicht die Lösung sein

Die Ökumenische Friedensdekade bietet nach Ansicht des Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, eine gute Gelegenheit, sich als Christen angesichts der vielfältigen Krisen und Konflikte in der Welt zu Wort zu melden und deutlich Stellung zu beziehen. „Befreit zum Widerstehen ist ein ermutigendes Motto, dass zeigt, dass Christen immer wieder gefordert sind, ihre Stimme zu erheben und auch zu widersprechen, wo es Not tut“, so Renke Brahms, der auch der leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist.
 
2014 sei ein Jahr des Gedenkens und des Erinnerns, betonte der EKD-Friedensbeauftragte. „Vor 25 Jahren zeigten die Menschen in der DDR, darunter auch viele Christen, in einer friedlichen Revolution, dass Widerstehen erfolgreich sein kann“, macht Brahms deutlich. So seien Mauern gefallen und Blöcke zerbrochen, und der Kalte Krieg habe sein Ende gefunden. „Nicht mit Waffen und Gewalt, sondern mit Gebeten und Kerzen“, so der Theologe. Dies könne Beispiel für viele Konflikte sein.
 
Daneben werde in diesem Jahr an den Beginn zweier Weltkriege erinnert, die beispielloses Leid in die Welt gebracht hätten, sagte Renke Brahms. „Der Weltenbrand, der vor 100 Jahren begann, hat tiefe Spuren hinterlassen. Und der Zweite Weltkrieg, der von deutschem Boden aus vor 75 Jahren ausging, brachte Zerstörung und Grausamkeiten. Beide Kriege sind bleibende Mahnung an uns, nachdrücklich für den Frieden in der Welt einzutreten“, betont der EKD-Friedensbeauftragte.
 
Dies gelte gerade angesichts der aktuellen Konflikte im Nahen Osten, in Osteuropa oder in Afrika. Brahms: „Die Hoffnungen vor 25 Jahren auf eine friedliche Welt, als die Mauer fiel, sind längst der Ernüchterung gewichen. Kriege und Gewalt bestimmen wieder das Bild. Da dürfen wir Christen nicht schweigen, sondern müssen laut und deutlich unsere Stimme erheben.“
 
Der EKD-Friedensbeauftragte warnte davor, sich angesichts der schrecklichen Bilder aus Syrien und dem Irak, angesichts der nach wie vor herrschenden Kriegsgefahr in der östlichen Ukraine oder angesichts anderer Konflikte in der Welt nur von einer militärischen Logik treiben und leiten zu lassen. „Militärische Gewalt schafft keinen Frieden und löst keine Probleme, sondern schafft nur neue Konflikte“, ist Renke Brahms überzeugt. Vielmehr sei es wichtig, die zivilen und gewaltfreien Instrumente einer Konfliktbearbeitung nicht aus den Augen zu verlieren und sie zu fördern.
 
„Die Bilder aus dem Nahen Osten, die unbeschreibliche Gewalt der IS-Terroristen und das Leid der Zivilbevölkerung machen ohnmächtig und sprachlos, ja auch wütend“, so Renke Brahms. Dennoch ist er überzeugt, dass Militärschläge oder Waffenlieferungen nicht die einzige Lösung sein könnten. „Es fehlt ein Mandat der Vereinten Nationen, es fehlt eine Strategie, es fehlt aber auch eine Zielkonzeption“, so der EKD-Friedensbeauftragte. Luftschläge oder die Ausweitung der Gewalt durch Waffenlieferungen an Konfliktparteien hätten seiner Einschätzung nach bisher nicht zu Lösungen geführt, sondern vielmehr nur das Konfliktpotenzial noch weiter verstärkt. „Auch hier müssen wir als Christen widerstehen, wenn der vermeintlich alternativlose Ruf nach militärischen Lösungen aufkommt“, macht Renke Brahms deutlich, und er betont: „Gewalt mit Gewalt bekämpfen kann jedenfalls nicht die Lösung solcher Konflikte sein.“ Wichtig sei aber auch eine wirksame Flüchtlingshilfe für die Zivilbevölkerung aus diesen Regionen.
 
Er wisse, dass es derzeit nicht einfach sei, sich für eine friedliche Konfliktlösung im Nahen Osten einzusetzen. „Es ist schade, aber auch bedenklich, dass diejenigen, die trotz aller unsäglichen Gewalt weiterhin auf eine friedliche Lösung setzen, belächelt oder sogar beschimpft werden“, bedauert Renke Brahms. Aber das Eintreten für Gewaltlosigkeit sei nicht naiv, sondern sei deutlicher Ausdruck der Friedensbotschaft Jesu Christi. „Befreit zum Widerstehen, dies ist auch eine Glaubensfrage für uns Christen. Und wir sollten dort widerstehen, wo Widerstand nötig ist: gegen Ungerechtigkeit, gegen Gewalt und gegen die Gefährdung der Schöpfung“, so der EKD-Friedensbeauftragte.
 

Tunnelblick fürs Militär

In dem Artikel "Tunnelblick für das Militär" geht es um die Frage von „mehr Verantwortung“

Die Bundesregierung und die Kirchen müssen alle Formen der „Zivilen Konfliktlösung“ massiv unterstützen. Diese auf  verlässliche Partnerschaften angelegten Initiativen erzielen mit geringen Mitteln große Erfolge ( näheres dazu bei : www.forumZFD.de )

Pressemeldung der GEKE zum Beginn des 1. Weltkrieges

Pressemeldung und Originaltext der Erklärung des Rates der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa/GEKE zum Beginn des 1. Weltkriegs.

 

EKD Texte 116

Die Stellungnahme der Kammer für Öffentliche Verantwortung der EKD hat den  EKD-Text 116 "Selig sind die Friedfertigen" - Der Einsatz in Afghanistan: Aufgaben evangelischer Friedensethik herausgegeben.

Beziehen können Sie diesen Text beim Kirchenamt der EKD

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Die militärische Logik überwinden – Ökumenisches Forum fordert ein Umdenken

Bild Forum 2016
Bild Forum 2016

Für eine Überwindung der militärischen Logik und ein Umdenken in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ökumenischen Forums „Gewaltfrei für den Frieden“ in Hannover ausgesprochen. Von den Kirchen erwarten sie ein klares Signal für eine zivile Konfliktbearbeitung.
Zu dem Forum hatte der Arbeitskreis Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung der Konföderation evangelischer Kirchen in die Auferstehungsgemeinde eingeladen. In seiner Begrüßung verwies der Vorsitzende des Arbeitskreises, Superintendent i.R. Hermann de Boer, darauf, dass militärisches Eingreifen immer häufiger als notwendig, als alternativlos oder als „ultima ratio“ gerechtfertigt werde. Von einem „Vorrang des Zivilen“, wie in der Friedensdenkschrift der EKD 2007 gefordert, könne keine Rede sein. Jan Gildemeister, Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), forderte in seinem Vortrag das Eintreten für eine gewaltfreie Konflikttransformation ohne Wenn und Aber und den Abschied von einer egoistischen Machtpolitik. „Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, dass militärische Interventionen in der Vergangenheit zu einer längerfristigen Gewaltminderung in Krisenregionen beigetragen haben“, betonte er vor den 30 Teilnehmern des Forums. Sicherheit gebe es mittel- und langfristig nur durch mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit und durch „eine Weltinnenpolitik, die die Interessen aller Staaten und vor allem der Weltbevölkerung in den Blick nimmt“. Darum seien die Strukturen und Instrumente der zivilen Konfliktbearbeitung zu stärken und die deutschen Auslandseinsätze, aber auch das weltweite Wettrüsten zu beenden. „Wir brauchen ein Verbot aller Rüstungsexporte in Länder außerhalb der NATO und der EU, mehr Gelder für die Zivile Konfliktbearbeitung und die Friedensforschung, eine internationale Initiative für die Ächtung von Drohnen und atomarer Waffen“, so Gildemeister Stefan Maaß, Friedensbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Baden, schilderte in seinem Referat den umfassenden friedensethischen Diskussionsprozess in seiner Landeskirche. Die Initiative ging von einem Kirchenbezirk aus, der eine Neuorientierung der evangelischen Friedensethik an den biblischen Kernaussagen forderte. Zu einem Positionspapier gaben fast alle Kirchenbezirke der Landeskirche, viele Gruppen und Einzelpersonen Stellungnahmen ab. Die Landessynode hat daraufhin konkrete Schritte beschlossen, wie die Landeskirche dem Ziel, „Kirche des gerechten Friedens zu werden“, näher kommen kann. Dazu gehört, dass die Synode mindestens einmal im Laufe einer Amtsperiode das Thema „Frieden“ auf ihre Tagesordnung setzt, der Oberkirchenrat in Gesprächen mit Verantwortlichen in der Politik die Friedensbotschaft zu Gehör bringt und die Auslandseinsätze der Bundeswehr hinterfragt. Die Gemeinden ermutigt werden, in diesem Prozess weiter aktiv zu bleiben bzw. zu werden. Die badische Landeskirche sei zwar noch keine Kirche des gerechten Friedens, so Maaß, aber sie sei auf einem guten Weg, von dem auch andere Landeskirchen lernen können.
In Arbeitsgruppen haben sich die Teilnehmer des Forums mit der Frage befasst, wie auch in den Kirchen Niedersachsens das Friedensthema dauerhaft verankert werden kann. Von der Themensynode „Frieden“ der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers im November erwarten sie ein Signal für eine Überwindung der militärischen Logik durch eine konsequente Stärkung der zivilen Konfliktbearbeitung. In der Aus-, Fort- und Weiterbildung seien die gewaltfreie Konfliktbewältigung und Methoden der Friedensarbeit verbindlich aufzunehmen. Die Kirchen werden außerdem aufgefordert, sich an der „Aktion Aufschrei“ und dem „Forum Ziviler Friedensdienst“ zu beteiligen. Solange die Auslandseinsätze der Bundeswehr nicht evaluiert seien, sollten neue Einsätze vom Bundestag nicht beschlossen werden.