Kirche trifft mittlere Generation

Nachricht 06. September 2017

Die Arbeitswelt in der Mitte des Lebens

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Northeim. Um die Arbeits- und Lebenswelt der 35- bis 50-Jährigen geht es den Hauptamtlichen des Kirchenkreises Münden. Dazu besuchten sie die THIMM Group in Northeim. Die Kirchenleute wollten vor Ort erleben, wie Menschen dort arbeiten und erfahren, wie das Unternehmen auf die Erfordernisse dieser Menschen in der Lebensmitte eingeht.

Dazu wurden 19 PastorInnen, DiakonInnen und SozialarbeiterInnen empfangen vom Director Corporate Marketing Michael Weber und der Leiterin Personalbetreuung Claudia Mühlhaus. Weber stellte das Familienunternehmen vor, das weltweit über 3.000 Mitarbeitende beschäftigt, von Deutschland über Polen bis Mexiko. Er beschrieb das Kerngeschäft: maßgeschneiderte Verpackungs- und Displaylösungen aus Wellpappe.

Die Kirchenkreiskonferenz hatte sich schon zuvor aus soziologischer Sicht über die Gruppe der 35- bis 50-Jährigen informiert. Die Soziologin Dr. Hilke Rebenstorf vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD hatte eigens Daten über diese Altersgruppe aufbereitet. Es ist die Kohorte, die auf die Babyboomer (geburtenstarke Jahrgänge in den 1960er Jahren) folgt. Sie stehen in der Lebensmitte in vielfältiger Verantwortung (Partnerschaft, Familie, Beruf) und sind in der Regel sozial gut eingebunden. Ihre Arbeit steht für sie auf Platz zwei der Werteliste – gleich nach der Familie. Dazu fällt Stephan Eimterbäumer vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda) der Hannoverschen Landeskirche ein: „Da liegt es doch nahe, dass Gemeinden oder kirchliche Regionen, mit den Menschen über berufsbezogene Themen ins Gespräch kommen. Dann wird ein wichtiger Lebensbereich aus christlicher Sicht angesprochen.“

Beim Besuch bei der THIMM Group beschrieb Claudia Mühlhaus die Lösungen, die das Unternehmen anbietet, um die mittlere Generation zu entlasten. Da gibt es Sabbaticals bis zu drei Monaten oder die zeitweise Reduktion der Arbeitszeit auf 80% - beides mit entsprechendem Gehaltsverzicht. Da bezahlt das Unternehmen die Spätbetreuung im Kindergarten und bietet – noch in geringem Maß – an einzelnen Tagen in der Woche Homeoffice an. Das Unternehmen tut viel für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Dann unterwies Werkleiter Martin Groth die Kirchengruppe in den Sicherheitsregeln, bevor sie in zwei Teilgruppen durch die Produktion ging. Vom Papierlager über die Wellpappenanlage und die Maschinen zum Stanzen, Falzen, Kleben bis zu den Endprodukten auf Paletten. Groth erklärte: „Schwere körperliche Arbeit haben wir zunehmend durch Automatisierung ersetzt. Die Rolle der Menschen ist es jetzt, die Maschinen zu überwachen. Wir brauchen zunehmend qualifizierte Leute mit technischer und Managementexpertise.“

Superintendent Thomas Henning bedankte sich und betonte: „Wir haben heute einen Einblick erhalten in einen Lebensbereich, der sonst nicht zu unserer kirchlichen Welt gehört und in guter Weise die Impulse aus der Soziologie ergänzt. Spannend bleibt die Frage, ob die Erkenntnisse dieser Tage eine Auswirkung haben in unserer Arbeit in den Gemeinden und Einrichtungen.“

Pastor Stephan Eimterbäumer vom kda, der den Besuch vermittelt hatte, resümiert: „Ich freue mich über diese Begegnung von Kirche und Arbeitswelt. Es ist vielversprechend mit der mittleren Generation in Gemeinden ins Gespräch zu kommen, z.B. über ihre Werte im Beruf oder die gelingende Life-Balance.“

kda

Hier geht es zur Website des besuchten Northeimer Unternehmens Thimm.