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Foto: Stephan Eimterbäumer

Wie wichtig sind uns unsere Kinder und Enkel?

Nachricht 31. Mai 2018

Im Mai fand im Foyer des HkD ein Vortrag mit anschliessender Diskussion statt zum Thema "Klimaschutz zwischen Generationengerechtigkeit und Ökonomie - was auf uns zukommt". Es sprach Ulrich Kasparick, Pastor i.R. und Staatssekretär a.D., Vater mehrerer Kinder und mehrfacher Großvater. Sein Anliegen ist die Unterstützung für die uns nachkommenden Generationen zum Erhalt der Erde. Im September 2017 gründete er das Netzwerk Fuer-unsere-Engel.org. Selbst engagierte Großmutter, war ich sehr neugierig, welche Fakten zum Klimaschutz ich neu lernen würde. Und auch was genau ich tun kann, um meinen eigenen Kindern und Enkeln eine lebenswerte Erde zu hinterlassen.

Kasparick zitierte den britischen Astrophysiker Stephen Hawking: „Wir laufen Gefahr, uns aus Gier und Dummheit selbst zu zerstören“. Klar, viele von uns wissen das. Doch wie rasend schnell die Zerstörung unserer Erde (und wir haben ja nur diese Eine) voranschreitet, wurde mir und gewiss auch anderen Teilnehmenden in aller Nachdrücklichkeit vor Augen geführt. Der Vortrag hatte es wirklich in sich.

Am 02. Mai hat Deutschland seine natürlichen Ressourcen für 2018 bereits aufgebraucht und borgt sich weitere Energie von unseren Enkeln. Seit mindestens 100 Jahren ist bekannt, dass Co2-Emmisionen die Erde aufheizen und trotz erneuerbarer Energien steigen die Emissionen trotzdem weiter an. Ein Drittel der weltweiten Waldbestände sind bereits vernichtet und das Artensterben führt schon jetzt zu gefährdeten Volkswirtschaften. Zehntausende sterben jährlich durch Hitzewellen, 3,6 Milliarden Menschen leiden unter Wasserknappheit. Versicherungsschäden haben sich aufgrund des Klimawandels versechsfacht. Es wird zu Konflikten und Kriegen aufgrund der Ressourcenknappheit, vor allem aber um unser Wasser kommen. Demokratien sind dadurch einem hohen Risiko ausgesetzt und drohen zusammenzubrechen. Barack Obama sagte: “Wir sind die erste Generation, die vom Klimawandel betroffen sind und gleichzeitig die letzte, die noch etwas dagegen unternehmen kann“. Aber schnell muss es sein und selbst muss ich noch aktiver werden, denn unsere Regierung ist zu langsam, kümmert sich zu wenig. Jegliches Diskutieren auf den Klimagipfeln und sonst wo nützt gar nichts mehr, Handeln ist gefragt. Ich höre hier auf, Kasparick hat die Reihe noch länger fortgeführt.

Eine Glocke der Betroffenheit, Fassungslosigkeit und vor allem Hilflosigkeit legte sich über mich und vermutlich manch andere Zuhörende. Drastisch, leidenschaftlich und konfrontativ trug Ulrich Kasparick in schmerzlicher Deutlichkeit die Fakten konzentriert zusammen. Seine Worte: „Das Artensterben hat immense Ausmaße angenommen, aber wir leben unser Leben weiter“, provozierte mich bis ins Mark. Immer wieder dachte ich an meine Kinder und Enkel und bin wild entschlossen, mein bereits heute umweltverträgliches Verhalten noch weiter auszubauen. Ich will zumindest das tun, was ich kann und dadurch vielleicht andere anstecken.

Kasparick geht aber noch einen Schritt weiter. Seine Strategie  lautet „Netzwerken“. Und hier fordert er ganz direkt Großväter und – Mütter auf, sich für ihre Enkel einzusetzen. Wenn die Digitalisierung und die sozialen Medien für eine Sache sinnvoll genutzt werden können, dann dafür. Diskussionen ins Netz stellen und andere ermuntern, sich zu beteiligen. Menschen über diese Kanäle bewegen und eine größere Bewegung ins Rollen bringen.

Ich gehe bewegt nach Hause an diesem Abend und arbeite an meinem ganz persönlichen Netzwerk zum Wohle unserer Enkel. Und Sie? www.fuer-unsere-Enkel.org

(Kommentar von Andrea Plotzki)