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Zurückgeben, was von Gott kommt

Nachricht 29. März 2018
Marcus Dohm wird ab April Referent für Fort-, Aus- und Weiterbildung im Evangelischen Fundraising-Service. Foto: Gunnar Schulz-Achelis / HkD

Neuer Referent für Fortbildung im Fundraising

„Menschen brauchen einen äußeren Anlass zum Spenden“, sagt Marcus Dohm, der am 1. April Referent für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Evangelischen FundraisingService (EFS) der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers wird. Der FundraisingService gehört seit Januar zum Haus kirchlicher Dienste Hannover (HkD). Dohm war bisher Fundraiser in den Kirchenkreisen Burgdorf und Burgwedel-Langenhagen.

Der FundraisingService bietet Langzeit-Ausbildungen an für Menschen, die beruflich als Fundraiser tätig werden wollen, ebenso wie Fort- und Weiterbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche, die in ihrer Gemeinde Fundraising betreiben. Ein weiteres Feld, das Dohm ausbauen möchte, ist die Unterstützung von den Fundraisern, die bereits beruflich als Fundraiser in Kirchenkreisen tätig sind.

Dohm kam bereits direkt nach dem Theologie-Studium in Hamburg in Kontakt mit dem Fundraising. Er arbeitete beim Kirchenkreis Lübeck, um die Wartezeit auf das Vikariat zu überbrücken. „Als erstes Projekt sollte ich eine Ausstellung zu Stiftungen in Lübeck organisieren“, erinnert sich der Theologe. „Also fuhr ich an meinem zweiten Arbeitstag nach Göttingen, wo Paul Dalby eine ähnliche Ausstellung bereits für die hannoversche Landeskirche aufgebaut hatte.“ Ein weiteres Projekt, an dem Dohm mitarbeitete, war die Spendenaktion „Sieben Türme“, die der damalige Lübecker Propst Ralf Meister für die Sanierung der Altstadtkirchen Lübecks ins Leben gerufen hatte. „Wir brauchten 1,4  Mio Euro“, erzählt Dohm. „Innerhalb von zweieinhalb Jahren hatten wir das Geld zusammen.“ Auch während dieser Zeit blieb er im Kontakt mit dem Fundraising in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers: „Die hatten damals eine Art Vorreiterrolle inne!“

Als Dohm 2003 als „Assistent der Geschäftsführung“ zur Gemeindediakonie in Lübeck wechselte, gehörte Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit zu seinen Beauftragungen. 2004 begann er mit der Ausbildung zum „Fundraising-Manager“ in der damaligen Nordelbischen Kirche. Im Dezember 2004 wurde Dohm dann hauptberuflicher Fundraiser in den Kirchenkreisen Burgdorf und Burgwedel-Langenhagen und beendete die Ausbildung zum Fundraising-Manager in der hannoverschen Landeskirche.

Zu seinen Aufgaben gehörte eine umfangreiche Beratungstätigkeit im Spendenwesen der 36 Kirchengemeinden und Einrichtungen der beiden Kirchenkreise. Die Referate für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit sind eng miteinander verbunden. Dohm war Vorsitzender des Ausschusses für Kommunikation des Kirchenkreistages Burgdorf und leitete eine Reihe von Fundraising-Stammtischen als Austauschplattform. Eine große Datenbank und die Einbeziehung verschiedenster Social-Media-Kanäle waren wichtige Werkzeuge seiner Arbeit.

Bereits im Jahr 2006 hatte sich das Spendenaufkommen im Kirchenkreis Burgdorf gegenüber den Vorjahren verdoppelt. „Menschen brauchen einen Anlass, um zu spenden“, betont der 43-Jährige. „Fundraising zeigt solche Anlässe auf und bringt so das Thema Spenden ins Gespräch. Ob jemand dann Geld oder Zeit spendet, ist zweitrangig!“ Dohm beschreibt eine Haltung gegenüber Geld, die in Deutschland noch nicht so sehr verbreitet sei: „Alles, was ich habe, kommt indirekt von Gott. Eigentlich ist es selbstverständlich, dass ich etwas davon zurückgebe.“

Wichtig ist ihm auch, dass es beim Fundraising nicht darum geht, zu betteln. „Es geht um Kommunikation auf Augenhöhe: ‘Hier ist ein tolles Projekt, wollt Ihr das mit Zeit oder Geld unterstützen?‘ Das ist die Frage, die wir den Menschen stellen“, so der Fundraiser. Die Spendenmöglichkeit bleibt ein Angebot unter vielen. Wenn das Fundraising allerdings gut läuft, dann belebe das eine Gemeinde und sei auf diese Weise auch eine Form von Gemeindeaufbau.

Dohm hatte bereits früh begonnen, nebenberuflich auch Workshops zur Aus- und Fortbildung im Bereich des Fundraisings anzubieten. „Das habe ich immer weiter ausgebaut und daher ist es nur konsequent, das jetzt zum Hauptberuf zu machen“, sagt Dohm mit Blick auf seine neue Tätigkeit.

Dohm ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit hört er gern Heavy Metal, geht mit seinen Hunden raus und ist im Sommer auf Mittelaltermärkten zu finden.

Marcus Dohm wird am 2. Mai um 12 Uhr in der Andacht im HkD in seinen Dienst eingeführt.