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Jugend bringt sich „lautstark“ ein

Nachricht 05. Juni 2018
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Immer wieder Spiele, auch auf dem Platz. Foto: Gunnar Schulz-Achelis / HkD

„Wir sind lautstark Salz der Erde“ schmetterten am vergangenen Freitag 2000 Jugendliche bei der Eröffnung des Landesjugendcamps. „Lautstark“ war das Motto des diesjährigen Open-Air-Festivals der Evangelischen Jugend in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Aber: „Wir können auch leise“, sagt Lennard Jürgens (20) aus Hohenhameln, der sich ehrenamtlich für das Camp engagiert, bei einem Pressegespräch am Samstag. Als Beispiel führt er die Schweigeminute an, die im Anschluss an den rockigen Campsong kam: 60 Sekunden für den Frieden. „Das war ein Gänsehaut-Moment für alle.“

Mit „lautstark“ wollen die Jugendlichen zeigen, dass sie ihre Meinungen selbstbewusst vertreten und nach vorne bringen. Sie wählen ihre Themen, für die sie sich einsetzen wollen. „Als wir nach dem Motto für das Camp gesucht haben, stellten wir schnell fest, dass es zu viele Themen gibt, die uns am Herzen liegen. Da hätten wir uns nie auf eines einigen können“, erklärt Rebecca Lühmann, Vorsitzende der Landesjugendkammer. „Lautstark ist ein guter Oberbegriff. Hier kann jeder sein Lieblingsthema einbringen.“ Bei der Themenfindung sei neben Nachhaltigkeit und Stärkung des Ehrenamts den jungen Menschen vor allem Beteiligung wichtig. „Wir wollen mitreden und als Teil von Kirche wahrgenommen werden“, fasst Lühmann zusammen. „Denn wir stehen am Anfang des kirchlichen Lebens und wollen dauerhaft in der Kirche ein Zuhause finden.“  Das Landesjugendcamp sei ein toller Impuls dafür. Hier können Jugendliche sich ausprobieren, so die 25-jährige.

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Die größte und schnellste Mahlzeit weit und breit: Das Extra-Pausen-Brot, bei dem 2000 Jugendliche in 20 Minuten versorgt werden. Foto: Gunnar Schulz-Achelis / HkD

Bei rund 160 Veranstaltungen konnten die Teilnehmenden diskutieren, mitgestalten und sich inspirieren lassen. Politische Themen wie beispielsweise gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit oder Hatespeech im Internet standen ebenso auf dem Programmplan wie spirituelle Angebote und spielerische Aktionen.

Das Landesjugendcamp findet alle zwei Jahre auf dem Gelände des Evangelischen Jugendhofs Sachsenhain in Verden statt und ist eine der größten nicht kommerziellen Veranstaltungen in Niedersachsen, dessen Vorbereitung und Durchführung maßgeblich in der Hand von Jugendlichen liegt. Veranstalterin ist die Landesjugendkammer, das höchste Beschlussgremium des Jugendverbandes. Junge Menschen aus der gesamten Landeskirche kommen dann zusammen, um gemeinsam Kirche neu zu erleben, Gemeinschaft zu erfahren und den aktuellen Fragen ihres Lebens nachzugehen. Das Camp sei ein Freiraum, in dem Jugendliche sich mit ihren Interessen, ihren Vorstellungen vom Leben und ihrem Glauben einbringen können, sagte Landesjugendpastorin Cornelia Dassler.