Festwochenende 40 Jahre Geistliches Zentrum Kloster Bursfelde

Nachricht 02. Juli 2018

Das Geistliche Zentrum Kloster Bursfelde wird in diesem Jahr 40, die Klosterkirche 925 Jahre alt. Mit einem Festwochenende am 14. und 15. Juli und weiteren Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr wird dies gebührend gefeiert.

Neben einem Treffen ehemaliger Angestellter des Geistlichen Zentrums, stehen zum Auftakt vor allem zwei künstlerische Projekte im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Der Foto-Workshop der Klosterkammer Hannover mit dem Titel „Click im Kloster“ verfolgt die Absicht, sich Klöstern und Stiften behutsam zu nähern: Am 2. Dezember 2017 hatten die Teilnehmer und Seminarleiter Uwe Stelter mit ihren Kameras ihre Entdeckungen rund um das Kloster und die Pilgerherberge sowie in den Gebäuden festgehalten. Die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Klosterensemble und die Umgebung sind auf einer 3 mal 4 Meter großen Fotoinstallation mit 28 Einzelbildern für mehrere Monate auf dem Klostergelände zu sehen. Am Samstag, 14. Juli wird die Ausstellung um 14 Uhr eröffnet.

Vernissage "Resonanzen"

Um 19 Uhr folgt die Vernissage „Resonanzen. Künstlerische Perspektiven auf das Kloster Bursfelde.“ Zu sehen sind bis zu 20 Bilder und – in der Westkirche – zudem vier Leuchtkastenobjekte, sogenannte „Lichtkästen“, des aus Bremen stammenden fotografischen Künstlers Olaf Schlote. Die Gäste werden begrüßt durch den Leiter des Geistlichen Zentrums, Klaus-Gerhard Reichenheim und dem Direktor des Hauses Kirchliche Dienste, Ralf Tyra. Den Einführungsvortrag hält der renommierte „Fotografie-Professor“ Klaus Honnef. Ein halbes Jahr hat Olaf Schlote Bursfelde immer wieder für mehrere Tage besucht. Im Zuhören, Mitgehen, Reden und Mitleben sind Fotografien entstanden, die von Bursfelde und dem, was diesen Ort ausmacht, erzählen.

Sommerabend im Klostergarten

Anschließend sind alle Gäste der öffentlichen Vernissage auch zum „Sommerabend im Klostergarten“ eingeladen. Bei Live-Musik, Getränken und kleinen Gaumenfreuden sind alle eingeladen, über die Ausstellung und die Geschichte(n) des Kloster Bursfelde ins Gespräch zu kommen und Haus und Garten zu genießen. Das Gartenfest endet um 22 Uhr mit dem Nachtgebet in der von Kerzen erleuchteten Klosterkirche.

Jubiläumsgottesdienst und Festvortrag am Sonntag

Am Sonntag, 15. Juli sind Interessierte und Freunde des Geistlichen Zentrums herzlich eingeladen zum Jubiläumsgottesdienst um 10 Uhr. Die Festpredigt hält Arend de Vries, Geistlicher Vizepräsident des Landeskirchenamtes Hannover.

Nach Grußworten zum Jubiläum durch Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover, Oberlandeskirchenrat Dr. Klaus Grünwaldt, Hannover und Superintendent Thomas Henning, Kirchenkreis Hann. Münden, folgt um 12 Uhr ein Festvortrag von Professorin Dr. Nicole Grochowina  von der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Schwester der Communität Christusbruderschaft Selbitz spricht zum Thema „Bursfelde als ,Anders-Ort‘: Perspektiven für Gegenwart und Zukunft“. An Anders-Orten, in der Umgebung von Natur, Kloster und den Menschen vor Ort, lebt man – erlebt sich – anders, nimmt neue Dinge wahr, auch in Bibeltexten und Tagzeitengebeten, erläutert Klaus-Gerhard Reichenheim.

Nach einem Imbiss kann man um 15 Uhr an einer Führung durch die Fotoausstellung „Resonanzen“ mit dem fotografischen Künstler Olaf Schlote teilnehmen. Das Festwochenende endet gegen 16 Uhr.

Bereits im Frühjahr gab es eine vierteilige, ausgebuchte Vortragsreihe über Weserklöster und am 9. September, den Tag des offenen Denkmals, folgt um 19.30 Uhr eine szenisch-musikalische Führung mit Geschichten aus der bewegten Geschichten des Klosters.

925 Jahre Kloster Bursfelde

Die Benediktinerabtei Bursfelde wurde 1093 als Hauskloster der Grafen von Northeim gegründet und mit Mönchen aus dem Kloster Corvey besetzt. Das Kloster Bursfelde war ein „Einsamkeitskloster“. Im Jahr 1433 stieß es eine Reform-Bewegung („Bursfelder Kongregation“) an, die weit über Deutschland hinaus große Wirkung entfaltete. Durch die Einführung der lutherischen Reformation in Südniedersachsen erlischt nach und nach das Klosterleben bis es im Jahr 1672 ganz beendet ist.

1978 gründen fünf junge Ehepaare in der ehemaligen Benediktinerabtei ein „Gemeinschafts-Projekt“. Mit ihnen zieht in Bursfelde wieder kontinuierlich gelebtes geistliches Leben ein. Die Gemeinschaft teilt Leben, Beten und Arbeiten. Räume und einzelnen Angeboten der Klosterkirche und des Tagungshauses wurden entwickelt und bestehen bis heute, wie beispielsweise die Gestaltung des Abendgebetes, das Einstimmen auf Ostern und das Weihnachtsfest. Einer der Pioniere der Anfänge, Werner Anisch, hat jetzt den ersten Band seiner Erinnerungen zu den Jahren 1976 bis 1985 vorgelegt.

Heute lädt ein umfangreiches Seminarprogramm  zu den Themen Einkehr- und Stille ein. Angeboten werden Exerzitien und kreative Zugängen zu biblischen Texten und vieles mehr. Zur geistlichen Übung lädt ebenso auch der Einzelgast-Bereich ein, die sogenannte „Oase“.