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"Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde ... Wir machen den Rest"

Nachricht 13. Februar 2018
2018-02-13-Janssen und Mike SchierzFormatiert
Superintendent Tido Janssen (links) beim Betriebsbesuch der Firma Metallbau Horst Schierz - Aurich, hier mit dem Inhaber Mike Schierz. Foto: Claus Dreier / HkD

Zusammen mit dem Handwerk in Ostfriesland feiert die Lambertigemeinde in Aurich am Sonntag, 18. Februar um 10 Uhr ihren Gottesdienst. Eingeladen haben dazu die Handwerkskammer für Ostfriesland, der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Aurich und das Referat Kirche und Handwerk der Hannoverschen Landeskirche. "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde", so die Veranstalter, und die habe sich im Laufe der Jahrmillionen - und besonders in den letzten Jahrzehnten - rasant entwickelt. "Dass daran maßgeblich auch das Handwerk beteiligt war, steht außer Frage. Und auch die Kirche wurde und wird immer wieder herausgefordert, sich zu den Entwicklungen zu verhalten.“ Und ´Wir machen den Rest!`- so ein Slogan des Handwerks. Handwerk und Kirche würden dabei eine gemeinsame Verantwortung für die Zukunft, für den ´Rest` tragen.

Darum sei es gut, sich miteinander und füreinander Zeit zu nehmen. Die Begegnung im Handwerkergottesdienst in der Auricher Lambertikirche am kommenden Sonntag und auch der sich anschließende Imbiss biete Raum und Zeit für Begegnung und Austausch, so die Veranstalter. Die Predigt hält der Handwerkspastor der Hannoverschen Landeskirche, Claus Dreier, der im Haus kirchlicher Dienste arbeitet.

Gemeinsam mit diesem hatte der Superintendent des Kirchenkreises, Tido Janssen, im vergangenen Jahr schon viele Handwerksbetriebe besucht. Die Idee zu dem Gottesdienst entstand anlässlich des Besuches beim Präsidenten der Handwerkskammer, Albert Lienemann in Holtrop.

"In der Kirche wird die Erfahrung gemacht" so Janssen, "dass das Verständnis für einen Menschen wächst, wenn man sich Zeit nimmt für ihn, zuhört, Fragen stellt oder diskutiert.  Wenn man zusammen isst und trinkt, wenn gelacht wird und Trauer wahrgenommen - dann entsteht aus Distanz Nähe und Verständnis."

Der Handwerkspastor meint zu der langen Geschichte von Kirche und Handwerk: "Sie reicht ja wirklich von den Anfängen der Menschheit bis in die heutige moderne Zeit. Die Handwerker wechselten, das Handwerk blieb. Das Wissen und das Werkzeug, das haben sie immer wieder weitergegeben an die nächste Generation. Vielleicht war es zuerst nur ein in ein Tuch eingewickelter Faustkeil oder ein einfacher Hammer, den der Alte seinem Sohn mit einem Segenswort übergab. Nach und nach veränderten sich Art und Anzahl der Werkzeuge, Werkstätten kamen hinzu, Geräte und nützliche andere Dinge, die man eben für sein Handwerk brauchte.“ Die Weitergabe von Wissen und Material an die nächste Generation war die Voraussetzung für die Entwicklung von neuen Techniken und die Veränderungen, die schließlich zu einer Welt, wie wir sie heute kennen, geführt hat. „Bis heute ist es so geblieben, dass eine Generation der nächsten den Staffelstab der Verantwortung für die große und die kleine Welt überträgt. Manchmal nur mit guten Wünschen verbunden, dann aber auch mit der Übergabe eines ganzen Betriebes“, meinte Dreier weiter

Was solche Betriebsübergaben beispielsweise im Vorfeld der Entscheidung bedeuten, erführe man auch nur in der Nähe, so Dreier. Will die Kirche hier kompetent mitreden können, müsse sie dort hingehen, wo das Leben spielt, müsste sie Handwerkerinnen und Handwerker treffen. "Wir dürfen zugeben, dass das Handwerk für die Kirche oft eine fremde Welt ist. Aber das muss ja nicht so bleiben!"

Eingeladen sind alle, die sich dem ostfriesischen Handwerk verbunden fühlen.