Wo kommen wir denn da hin!? Ein interkultureller Arbeitstag

Nachricht 29. September 2017

Mehr als jeder fünfte Mensch, der in Deutschland lebt, hat einen sogenannten Migrationshintergrund – Tendenz steigend. Das betrifft auch Kirchengemeinden und kirchliche Institutionen: Wie versteht sich Kirche in einer Einwanderungsgesellschaft und was bedeutet das für unterschiedliche Arbeitsfelder in den Kirchengemeinden? Der erste interkulturelle Arbeitstag unter dem Motto "Wo kommen wir denn da hin!?" am Dienstag, 14. November in Hannover, greift diese Fragen mit einem Vortrag und Workshops auf. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr im Veranstaltungszentrum "Faust" geht es darum, sich für interkulturelle Fragestellungen zu sensibilisieren, sich untereinander zu vernetzen und die Themen für unterschiedliche Arbeitsfelder, von der kirchlichen Kindertagesstätte über Jugendarbeit, Seelsorge und antirassistischen Bildung bis hin zu Diakonie und Ökumene zu benennen, zu konkretisieren und Prioritäten zu setzen.

„Wo kommen wir denn da hin!? Kirche in der Einwanderungsgesellschaft“ ist der Titel des Hauptvortrages. Pastor Wolfgang Hüllstrung, Kirchenrat der Evangelischen Kirche im Rheinland, geht grundsätzlich der Frage nach, welche Rolle den Kirchen in einer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft zukommt. Er wird dies theologisch einordnen und nach den Folgerungen für das Selbstverständnis von Kirchengemeinden und von kirchlichen oder diakonischen Einrichtungen fragen. Schließlich wird er Schritte zu einer interkulturell sensiblen Kirche aufzeigen.

"Schon in den Erzählungen aus den ersten Gemeinden findet sich kulturelle Vielfalt wieder“ erläutert Pastorin Inga Göbert, Referentin im Haus kirchlicher Dienste für interkulturelle Kompetenz und Organisatorin des „Arbeitstages“. Sie lädt für die Hannoversche Landeskirche ehrenamtliche und beruflich Mitarbeitende sowie Interessierte ein.

Darüber hinaus werden zum Auftakt verschiedene Situationen interkultureller Lernerfahrungen präsentiert und von den Teilnehmenden diskutiert, die später in den Workshops wieder aufgenommen werden. Die Workshops am Nachmittag vertiefen dann das Thema mit Blick auf viele Arbeitsfelder von Kirchengemeinden: Für Erzieher und Erzieherinnen in KiTas und für Verantwortliche in Kirchengemeinden dürfte der Workshop interessant sein, in dem es um die Zusammenarbeit von Kirchengemeinden mit Familienzentren und KiTas geht. Kommen sie in Kinder- oder Konfirmandengruppen: Ein weiterer Workshop fragt nach den Folgen für die Jugendarbeit. Ein Fachmann diskutiert mit Teilnehmenden, wie multireligiöse Feiern in Schule und Gemeinde gestaltet werden können, ein anderer, wie Kirchengemeinden interkulturelle Gottesdienste feiern können. Weitere Workshops thematisieren Seelsorge oder antirassistische Bildung. Und in einem Workshop geht es darum, wie aus der Arbeit für Geflüchtete eine Zusammenarbeit mit Geflüchteten werden kann. Ein Workshop fragt schließlich nach Eigenarten und Gestaltungen von frühchristlichen Gemeinden im Neuen Testament und wie diese Ideen die heutige kirchliche Arbeit inspirieren können.

Die 25. Synode der Landeskirche Hannovers forderte eine „zunehmende interkulturelle Weitung der Kirche.“ Dieser hat sich Pastorin Inga Göbert mit ihrem Arbeitsfeld und auch diesem kostenlosen Fachtag in der „Faust“, Zur Bettfedernfabrik 3, verschrieben.