Kirche ohne Stückzahl-Druck

Nachricht 12. September 2017

„Kirche in Arbeit“ war der Fachtag am 6. September überschrieben, zu dem Pastorin Caroline Warnecke, verantwortlich für "Fortbildung in den ersten Amtsjahren" bei Pastoren und Diakonen, in Kooperation mit Peter Greulich und Waltraud Kämper vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) nach Hannover eingeladen hatte. 61 junge PastorInnen und kirchliche Mitarbeitende aus der ganzen Landeskirche nutzten die Gelegenheit, Einblicke in die vielfältige Arbeit des internationalen Unternehmens WABCO zu bekommen und Schnittmengen mit der eigenen Arbeit zu reflektieren.

Zu Beginn des Fachtages berichtete die Arbeitsdirektorin Wiebke Henze und der Betriebsratsvorsitzende Jens Schäfer von der Kultur aus Innovation, Wissen und Vielfältigkeit, die WABCO weltweit zu einem führenden Zulieferer von Technologien und Dienstleistungen zur Verbesserung von Sicherheit und Effizienz von Nutzfahrzeugen gemacht hat und über die Voraussetzungen lösungsorientierter Betriebskommunikation.

Anschließend konnten einzelne Themen in Kleingruppen vertieft werden: Eine beschäftigte sich mit „Digitalisierung von Arbeit – Auswirkungen auf die Beschäftigten“, eine andere mit „Gesundheit am sich ständig wandelnden Arbeitsplatz – Betriebsrat gefordert“. In einer dritten Arbeitsgruppe ging es um „Vision – Mission – Unternehmensstrategie in einer globalisierten Welt".
Am Nachmittag bekamen die Teilnehmenden bei einer Betriebsführung durch sogenannte „VIP Azubis“ konkrete Einblicke in die Arbeit in der Produktion. „Es ist beachtlich, wie die Unternehmensführung von WABCO und der Betriebsrat immer wieder Einblicke in die betriebliche Arbeit ermöglichen und offen sind für einen Austausch mit Kirchenleuten“, freute sich KDA-Referentin Kämper.

„Für mich war es sehr interessant, mich in einem Betrieb umsehen zu können,“ sagte Berufschulpastorin Judith Uhlhorn aus Göttingen „weil ich junge Auszubildende unterrichte.“ Für Titus Eichler, Pastor im Kirchenkreis Peine, ist deutlich geworden „welch krankmachender Druck für die Arbeitenden herrscht, wenn am Ende der Produktionslinie immer die Stückzahl mit ,Ist und Soll` vor Augen steht und an jedem Quartalsende erfüllt sein muss – egal was dazwischen gekommen sein mag. Da sehe ich, dass ich bei aller Arbeit doch auch flexible Möglichkeiten habe.“