Schlüssel für Deutschland

Nachricht 10. Mai 2017
Die neue Praxisbroschüre zum Ponte-Projekt ist weit mehr als eine Dokumentation und gibt viele Hinweise für die Arbeit mit Geflüchteten. Foto: HkD
Die neue Praxisbroschüre zum Ponte-Projekt ist weit mehr als eine Dokumentation und gibt viele Hinweise für die Arbeit mit Geflüchteten. Foto: HkD

Unternehmen bekommen langfristig Fachkräfte, die alternde Gesellschaft mehr junge Menschen. Die Integration von Flüchtlingen in der Region Hannover ist nach Worten des Regionsrates Ulf-Birger Franz eine Herausforderung, aber eben auch eine Chance. Darauf weist er im Vorwort einer gerade erschienene Praxisbroschüre mit Anregungen für gelingende Integration hin, in dem der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt sein Modell-Projekt „Ponte - Brücken in den Arbeitsmarkt“ dokumentiert und zahlreiche Tipps gibt. In der ersten Runde des Projektes wurden 28 geflüchtete Frauen und Männer mit 22 ehrenamtlichen Jobpaten zusammen gebracht und diese ebneten vielen den schwierigen Weg in Ausbildung oder den deutschen Arbeitsmarkt.

„Unternehmen sind ein Schlüssel für gelingende Integration“ sagt Waltraud Kämper, Ponte-Initiatorin und Referentin für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt im Haus kirchlicher Dienste in Hannover. „Der Schlüssel muss aber ins Schloss passen.  Integration gelingt, wenn alle ihren Beitrag leisten. Nicht nur der Geflüchtete muss viel lernen, auch Unternehmen müssen lernen.“ Unternehmen müssten zunächst investieren, beispielsweise in betriebliche Sprachcoaches und interkulturelle Fortbildungen. „Mittel- und langfristig werden sie dadurch neue Fachleute bekommen“, sagt Kämper aus Erfahrung.

Die 52-Seiten-Broschüre dokumentiert nicht nur das Projekt ab 2015, sondern  bietet einen Leitfaden für Ehrenamtliche zur Frage „Was brauchen Gefüchtete?“, gibt Hinweise zur interkulturellen Kommunikation und wie Themenabende laufen können. Autorin Kämper berichtet von Betriebsbesuchen und geht auf die besondere Situation von geflüchteten Frauen ein. Über Herausforderungen und Schwierigkeiten beim Lernen der deutschen Sprache schreibt Marcella Heine, die bis heute ehrenamtliche Projektleiterin von Ponte ist. Auch aus der Michaelis-Kirchengemeinde in Hannover-Ricklingen wird berichtet, die als Kooperationspartner für eine zweite Runde des Ponte-Projektes fungierte.

Durch das Projekt wird zum Beispiel der iranisch-stämmige Inhaber des „BFB Pharmahandels Hannover“ Mannutsch Bonehie eine Afghanin als Auszubildende für den Beruf der Großhandelskauffrau im Sommer aufnehmen, nachdem sie eine Einstiegsqualifizierung erfolgreich absolviert hat. Übrigens kümmern sich auffällig viele kleine und mittelständige Unternehmer mit Migrationshintergrund um Flüchtlinge, wie Kämper feststellt.

Landessozialpfarrer Dr. Matthias Jung; Fachbereichsleiter im Haus kirchlicher Dienste, stellt fest: „Mit Ponte haben wir 2015 und 2016 nicht nur schnell auf den Strom der zu uns geflüchteten Frauen und Männer reagieren können, sondern wir haben mit dem Modell der Jobpatinnen und –paten auch wertvolle Erfahrungen in einem Pilotprojekt sammeln können. Diese sind nicht einfach zu kopieren, aber sie können in andere Projekte an anderen Orten einfließen. Das Folgeprojekt Ponte II, dass derzeit unter Federführung des Diakonischen Werks Hannover in Kooperation mit dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt läuft, ist dafür ein erstes gutes Beispiel.“

Weitere Infos

Die Broschüre, die die Region Hannover als Projektpartner finanziert, steht zum Download zur Verfügung und ist in gedruckter Form in Einzelexemplaren kostenlos bestellbar.

Praxisbroschüre mit Anregungen für gelingende Integration

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