Pralinen für die Landessynode

Nachricht 09. Mai 2017
Bild: Jonas Jakob Drude
Freiräume statt Leerstand: Jugendliche der Landesjugendkammer machten mit einer Aktion auf die Problematik des wachsenden Stellenmangels aufmerksam. Bild: Jonas Jakob Drude

"Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen - man weiß nie was man kriegt." So sinnierte Tom Hanks im Film Forrest Gump. Eine Schachtel Pralinen bekamen am vergangenen Donnerstag auch die Teilnehmer der Frühjahrstagung der Landessynode. Sie mussten allerdings feststellen, dass ihre nur zur Hälfte gefüllt war. Jugendliche aus der Landesjugendkammer verteilten die süßen Gaben. Mit dem Hinweis „So sieht Leerstand aus. Lasst uns lieber Freiräume schaffen.“ wollten sie auf mögliche Konsequenzen des wachsenden Personalmangels für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hinweisen. Hier macht sich bemerkbar, dass bei der  Stellenplanung bei den Diakonen ein wesentlich höherer Prozentsatz an Stellen entfallen ist, als von den Beschlüssen der Landessynode vorgesehen. In den vergangenen vier Jahren sind mehr als 9% an Diakonenstellen weggefallen, obwohl es nur höchsten 3% hätten sein sollen.

Der Personalmangel entsteht dabei nicht nur durch Sparmaßnahmen. Es wird auch zunehmend schwieriger, freie Stellen  zu besetzen. „Da kommen mehrere Faktoren zusammen“, berichtet Jan-Hendrik Saxe (25), Vorsitzender der Landesjugendkammer. „Häufig bestehen die ausgeschriebenen Stellen aus mehreren Teilen, ohne dass es ein einheitliches Konzept gibt.“ Auch würden zunehmend Ressourcen in die Konfirmandenarbeit fließen und damit in der Jugendarbeit nach der Konfirmandenzeit fehlen. Saxe regt an, sich mehr an den Bedürfnissen und Lebenswelten junger Menschen zu orientieren. Außerdem benötigen die Kirchenkreisjugenddienste verbindliche Qualitätsstandards.

Dass ein Umdenken stattfinden muss, stellte auch der Synodale Bernd Rossi fest. Bei der Aussprache zum Bericht des Landeskirchenamtes über die Planungsprozesse 2017 bis 2022 am zweiten Synodentag, warb er für eine Stärkung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: „Wir brauchen einen Gemeindeaufbau von ganz unten.“  Es sei existentiell für die Kirche, neue Wege zu denken, wie sie jungen Menschen eine Heimat geben könne.