Moschee DE: Hannoverpremiere für den Film

Nachricht 17. März 2017

Ein Moschee soll gebaut werden und ein brandgefährlicher Krieg der Kulturen bricht aus:  Ein von der Hannoverschen Landeskirche ausgezeichnetes Theaterstück entsteht, später das Buch und jetzt der Film. Dieser wird in der Filmreihe „Filmstadt Hannover“ erstmals am Dienstag, 28. März um 20.15 Uhr im kommunalen Kino Hannover (KoKi), Sophienstr. 2, gezeigt. Zum anschließenden Filmgespräch nach dem Kinostart werden unter anderem Produzent Michal Honnens und Schauspieler Rainer Frank erwartet.

Am Rand von Berlin bricht der Krieg der Kulturen aus. Eine muslimische Gemeinde will in Heinersdorf auf einem brach liegenden Grundstück zwischen Autobahnauffahrt, Einfamilienhaussiedlung und Fast-Food-Restaurant eine Moschee errichten. Aufgebrachte Anwohner schließen sich in einer Bürgerinitiative zusammen, Lokalpolitiker und Neonazis demonstrieren Hand in Hand gegen den geplanten Bau. Schließlich werden Brandsätze gelegt. Aufgrund des realen und hoch umstrittenen Baus der Amahdiyya startete der Autor Kolja Mensing im Vorfeld seine Recherche-Interviews, die zur Grundlage des Stückes Moschee DE wurden.

Fünf Protagonisten, vom Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Bau der Moschee über einen Konvertiten bis hin zum Pfarrer, erklären sich, ihre Motive, ihre Haltung zum Konflikt. In ihren Monologen stehen sie stellvertretend für die beteiligeten Konfliktparteien.

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Mit einer spektakulären Aktion 2010 am Kröpke in Hannover wurde auf das Theaterprojekt hingewiesen – und mit dem „Baustellenschild“ gleich auch Diskussionen hervorgerufen. Archivfoto: Katrin Ribbe

Moschee DE wurde 2010 mit dem Kulturpreis der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover ausgezeichnet und gastierte nach der Uraufführung am Schauspiel Hannover unter anderem am Deutschen Theater in Berlin. Das Arbeitsfeld Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste (HkD) hat dann schon 2011 das Theaterstück als Buch herausgegeben.

Der Stoff ist weiterhin hochaktuell und im vergangenen Jahr haben die Filmproduzenten Robert Thalheim, Michal Honnens und Matthias Migel, sowie Regisseurin Mina Salehpour aus dem Stück einen Film gemacht – sie verdichten den Dialog mit filmischen Mitteln … Film- und Förderpartner war wiederum die Landeskirche. Diakon Hartmut Reimers vom Arbeitsfeld Kunst und Kultur im HkD sagt: „Das Thema „Moschee De“, also Moscheebau in Deutschland, ist seit dem Theaterstückstück immer brisanter geworden.“ Der Film ist für einige Filmfestivals nominiert.
 

Reservierungen für den Film Mosche DE (28. März)

Reservierungen für Karten sind erhältlich beim Koki unter Mail KokiKasse@Hannover-Stadt.de oder Telefon 0511/16845522.

Pädagogisches Begleitmaterial

Pädagogisches Begleitmaterial, das auf interreligiösen Dialog und Demokratiebildung abzielt, ist im Haus kirchlicher Dienste in Arbeit und soll Ende des Jahres erscheinen.

Der Film wird dann auch im Medienverleih des HkD, Telefon 0511-1241-501, ausleihbar sein.