Qualitätsentwicklung - gemeinsam von "Pfaffen und Laien"

Nachricht 08. März 2017
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Das Qualitätsentwicklungs-Team der Kirchengemeinde Lüne in Lüneburg mit (von links) Pastor Dennis Schipporeit, Silke Jentsch, Birgit Wortmann und Doris Beckmann, präsentierte gut gelaunt, mit Stolz und Dankbarkeit seine Ergebnisse des QE-Prozesses. Foto: Claudia Gerke/HkD

„Ich kann mir vorstellen, dass Martin Luther Freude hätte an Qualitätsentwicklung, zu sehen, dass Christenleute sich aufmachen, das, was `Christum treibet`, in Formen zu bringen, in denen Gemeinden, `Pfaffen und Laien` gut miteinander leben und arbeiten können, wo das Priestertum aller Getauften ernst genommen wird“, so begrüßte Oberkirchenrätin Dr. Heike Köhler in ihrer Andacht die Qualitätsentwicklungsteams aus sechs Kirchengemeinden am Samstag, 3. März im Stephansstift in Hannover zu ihrem Abschluss-Kolloquium. Qualitätsentwicklung (QE) läuft so erfolgreich, dass ein neuer Kurs im Herbst startet und erstmals auch für Kirchenkreise ein Pilotprojekt gestartet wird.

Beim Kolloquium haben die Teams der sechs Kirchengemeinden engagiert und anschaulich die Ergebnisse und Erkenntnisse ihres fast zweijährigen Qualitätsentwicklungsprozesses präsentiert und zum Abschluss Urkunden überreicht bekommen.

„Ohne QE hätten wir die Zeit der Krankheit und des Weggangs unseres Pastors nicht überstanden“ sagt Dr. Michael Poetzsch, Kirchenvorstandsvorsitzender der ostfriesischen Gemeinde Timmel. Dank Ablaufbeschreibungen und klarer Zuständigkeiten konnten Aufgaben verlässlich fortgeführt werden. „Auch und gerade für die Gestaltung des Arbeitsalltags mit allen vorhandenen Angeboten und Aktionen der Gemeinden bringt der QE-Prozess einen deutlichen Gewinn,“  betont Claudia Gerke, Referentin für Qualitätsentwicklung im Haus kirchlicher Dienste.

Die Kirchengemeinde Lüne hat ein Konzept für die ehrenamtliche Arbeit entwickelt und dabei von den aufeinander aufbauenden Schritten des QE-Prozesses profitiert: die Überarbeitung des vorhandenen Leitbilds und eine Analyse des „Handlungsfeldes Leitung und Mitarbeitende“ haben zur Entwicklung von konkreten  und genau zur Gemeinde passenden Zielen und Maßnahmen geführt, die nach einem gesteckten Zeitplan umgesetzt wurden.

Alle Rückmeldungen aus der Abschlussveranstaltung bestätigen: der hohe Aufwand hat einen mindestens ebenso hohen Nutzen. „Wir haben bei der Entwicklung unseres Leitbilds die Gemeinde beteiligt. Beim Ehrenamtsfest und Neujahrsempfang konnten alle Anwesenden über ein Punktesystem ihre Meinung zu den Vorschlägen des Kirchenvorstands und QE-Teams kundtun,“  erzählt Cornelia Waldmann aus dem Kirchenvorstand der Zachäus-Gemeinde in Hannover. „So wird es in der Gemeinde als verbindende und verbindliche  gemeinsame Grundlage wahrgenommen. Das bestätigen auch die ersten Rückmeldungen.“

So ist - mit den Worten von Dr. Köhler - Qualitätsentwicklung offenbar eine gute Methode, mit der „`Pfaffen und Laien` gemeinsam an der Veränderung arbeiten und Verantwortung für den gelebten Glauben übernehmen.“ Qualitätsentwicklung in Kirchengemeinden und Regionen wird seit 2009 von der Landeskirche Hannovers angeboten. Der umfassende Prozess wird von Projektleiterin Claudia Gerke und einem Team erfahrener Beraterinnen und Beratern begleitet. In drei Etappen werden Schritte aus dem Qualitätsmanagement, zugeschnitten auf die Rahmenbedingungen und Fragestellungen von Kirche, umgesetzt. Handbuch, zentrale Veranstaltungen und Beratungen vor Ort unterstützen die Gemeinden dabei.

Ein neuer Kurs für Gemeinden und Regionen beginnt im September 2017. Nach den bisherigen positiven Erfahrungen aus vier Durchgängen wird erstmals auch ein Pilotprojekt für Kirchenkreise angeboten.

Informationen sind erhältlich bei Claudia Gerke, Haus kirchlicher Dienste, Telefon 0511/1241–517, E-Mail: gerke@kirchliche-dienste.de