Hohe Auszeichnung auch für Ursula Rudnick

Nachricht 01. März 2017

Die diesjährige Buber-Rosenzweig-Medaille wird am kommenden Sonntag, 5. März, in der Frankfurter Paulskirche bei der zentralen Eröffnungsfeier der Woche der Brüderlichkeit verliehen. Mit auf dem Podium ist apl. Prof. Dr. Ursula Rudnick, Beauftragte für Kirche und Judentum im Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Rudnick ist Vorstandsmitglied der KLAK, der Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise Christen und Juden, die in diesem Jahr mit der in Deutschland sicher bedeutendsten Auszeichnung im Bereich des Dialoges zwischen Juden und Christen geehrt wird. Frühere Preisträger waren beispielsweise der Dirigent Daniel Barenboim, der Architekt Daniel Libeskind, der Schriftsteller Navid Kermani oder der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Nikolaus Schneider.

rudnik_2014_600_nf_l
Foto: Jens Schulze/HkD

Frage: Was ist die KLAK?

Ursula Rudnick: Die KLAK, die Konferenz landeskirchlicher Arbeitskreise Kirche und Judentum, ist ein Netzwerk für die Aktiven des christlich-jüdischen Dialogs. Jede Landeskirche kann bis zu drei Personen in die KLAK entsenden. Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder zum Austausch.

Frage: Welche Hauptaufgaben hat die Konferenz?

Ursula Rudnick: Die Konferenz veranstaltet jährlich eine Tagung in Berlin. Dieses Mal ging es um die Auslegung der Schrift aus jüdischer und christlicher Perspektive. Beim Austausch der Aktiven entstehen Gemeinschaftsprojekte, wie zum Beispiel die Arbeitshilfe zum Israelsonntag, die ich mit dem bayrischen und dem rheinischen Kollegen Jahr für Jahr erarbeite.

Frage: Seit wann sind Sie dabei?

Ursula Rudnick: Ich bin seit 1995 in der KLAK und seit einer Reihe von Jahren im Vorstand aktiv.

Frage: Was konnte die KLAK in dieser Zeit bewirken?

Ursula Rudnick: Die KLAK hat immer wieder eindeutig Position bezogen und für den christlich-jüdischen Dialog in der EKD wichtige Impulse gegeben. Ein Beispiel: die Schlagworte „Dialog“ und „Mission“ standen lange Zeit für alternative Positionen in der Kirche. Die KLAK  verortete sich von Anfang an auf der Seite des Dialogs. Die Absage an Mission innerhalb der EKD war ein langer Weg. Im vergangenen Herbst formulierte die Synode der EKD eine eindeutige Absage an Mission unter Juden. Dies ist auch ein Erfolg der KLAK.

Von der KLAK wurden wichtige Projekte angestoßen und auch realisiert, so zum Beispiel das innovative Gottesdienstmodell „Die ganze Bibel zur Sprache bringen“, das Texte aus der Hebräischen Bibel angemessener berücksichtigt. Wichtige Aspekte dieses Modells haben in die Perikopenrevision, die Auswahl der Predigt- und Lesungstexte für den Gottesdienst, Eingang gefunden.

Frage: Wie ist die KLAK entstanden?

Ursula Rudnick: Die KLAK entstand vor bald 40 Jahren als ein Netzwerk evangelischer Aktiver, die über die Grenzen ihrer jeweiligen Landeskirchen hinaus Austausch und Kooperation in Fragen des christlich-jüdischen Dialogs suchten.

Frage: Welchen Hauptaufgaben sehen Sie in Zukunft für die KLAK?

Ursula Rudnick: Die Beziehung von Kirche und Judentum, von Christen und Christinnen und Jüdinnen und Juden ist eine lebendige Beziehung, die immer wieder neu – vor den Herausforderungen der Zeit – zu gestalten ist. Die Aufgabe, eine nicht-antijüdische Theologie im Angesicht des Judentums zu gestalten und vor allem in Gemeinden zu leben, ist eine Aufgabe, die die Kirche begleitet. Durch die Bibel ist die Kirche bleibend auf die Frage nach dem Verhältnis von Kirche zu Juden und Judentum verwiesen. In Zeiten von wachsendem Antisemitismus ist die Solidarität der Kirchen und der Kirchengemeinden mit jüdischen Gemeinden von besonderer Bedeutung.