Filme über die Arbeit des Hauses kirchlicher Dienste

Nachricht 27. Juni 2017
Laju Camp
Lukas Schienke vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen filmte bei Landesjugendcamp und produzierte für die Evangelische Jugend einen besonders erfolgreichen Film-Clip. Archiv-Foto: Gunnar Schulz-Achelis/HkD

Ein Esel im Kirchturm – das ist schon ein Hingucker! Und genau das ist gewollt. Denn damit beginnt einer von fünf Filmclips, die zeigen, wie ehrenamtliche Arbeit in den Kirchengemeinden gefördert und koordiniert werden kann. Inzwischen sind insgesamt 21 Filme – auch ältere und von Partnern oder einzelnen Arbeitsfeldern – auf dem YouTubeKanal des Haus kirchlicher Dienste unter „HkDHannover“ zu sehen. Kürzlich beschloss dessen Leitungsausschuss, in den kommenden zwei Jahren weitere 3-5-Minuten-Filme produzieren zu lassen, nachdem in den vergangenen zwei Jahren der Evangelische Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) bereits 8 kleine Filme über Arbeitsfelder des Hauses produziert hat. Besonders erfolgreich war der Film über die Evangelische Jugend, der über soziale Netzwerke fast 15.000 mal mit direkten Klicks angesehen wurde.

Fünf dreiminütige Filme entstanden in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsfeld „Ehrenamt“ – besonders passend im Vorfeld der Kirchenvorstandswahl am 11. März kommenden Jahres. Unter dem Titel „Ehrenamt im Blick“ kommen Ehrenamtskoordinatoren ebenso zu Wort, wie Ehrenamtliche, Pastoren und Personen der Kirchenleitung.  „Wir möchten zeigen, wie Ehrenamts-Management vor Ort konkret gemacht wird“, sagt Perdita Wünsch, Referentin für Ehrenamt im Haus kirchlicher Dienste.

Ein Filmclip zeigt den 19-jährigen Yakub aus Syrien. Er spielt mit einer Bewohnerin im Rollstuhl  „Mensch Ärger dich nicht!“ im Seniorenheim. Die beiden haben sich über das Freiwilligennetzwerk in Rotenburg kennengelernt. Nun kommt er regelmäßig in das Seniorenheim statt nur in seiner Flüchtlingsunterkunft herumzusitzen. „Wir vermitteln Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten an geeignete Aufgaben“, beschreibt Gerlinde Wozniak ihre Aufgabe in der Freiwilligeninitiative. Sie hält Kontakt mit Organisationen, die Ehrenamtliche suchen und auch mit den Behörden und Einrichtungen im Landkreis. Der Kontakt zu Yakub und anderen Flüchtlingen entstand über den Sozialarbeiter der Stadt.

In einem weiteren Filmclip berichtet Ehrenamtskoordinator Wilhardt Dehnerdt davon, wie er in der Gemeinde die Ehrenamtlichen unterstützt: „Mir geht es darum, eine Kultur zu schaffen, die toll ist für die Ehrenamtlichen. Dass sie merken, sie werden wertgeschätzt. Sie werden auch geachtet.“

Ehrenamtliche brauchen auch Fortbildungen. So zeigt ein Filmclip, wie ein Schulungsteam des Kirchenkreises Hameln ehrenamtliche Frauen in die Lage zu versetzt,  selbstständig Gruppen zu leiten. „Wir verstehen uns hier in den Veranstaltungen auch oft als Kraftquelle“, sagt Ellen Frey vom Schulungsteam. „Die Frauen, die zu uns kommen, brauchen Impulse.“
Im Kirchenkreis Uelzen wurde eine Diakonin zur Ehrenamtsmanagerin ausgebildet. Probst Jörg Hagen betont: „Als Kirchenkreisleitung ist es mir wichtig, in den Kirchengemeinden ein offenes Ohr zu schaffen und eine Bühne zu finden, auf der Frau Boyken tätig sein kann.“

Und der Esel im Kirchturm? Der stand dort bei einem Gottesdienst zum Thema Ehrenamt. „Ich fordere die Ehrenamtlichen gern auf zu sagen: ‚Seid ab und zu mal Esel!‘“, sagt Cornelia Poscher, Freiwilligenmanagerin in Melle-Georgsmarienhütte. „Es gibt Situationen im Ehrenamt, wo die Ehrenamtlichen sich wirklich als Lasttiere empfinden“, ergänzt Poscher. Deshalb sieht sie ihre Aufgabe darin, dafür zu sorgen, dass Ehrenamtliche lange Lust haben im kirchlichen Bereich tätig zu sein. Sei es durch Fortbildungsangebote, sei es dadurch, dass sie Hauptamtliche dafür sensibilisiert, wie wichtig das Ehrenamt ist und wie diese ehrenamtliche Arbeit stärken können.
Und dann es gibt da auch noch den Esel im Märchen. „Das Bild war eigentlich zuerst da!“, sagt Poscher rückblickend. „Das Märchen von dem Goldesel, der Dukaten ‚wirft‘.“ Für Poscher ein positives Bild für das Ehrenamt. Ehrenamtliche beschenken die Gemeinden durch ihr Engagement.

Glawion
Tobias Glawion vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen drehte beim Landesjugendcamp in Verden im vergangenen Sommer – das Ergebnis ist bei YouTube unter „HkDHannover“ zu sehen und wurde in Sozialen Medien fast 15.000 mal angeklickt. Archiv-Foto: Gunnar Schulz-Achelis/HkD

Ein weiterer Film macht ebenfalls das freiwillige Engagement zum Thema: Am Beispiel von drei Ehrenamtlichen wird beschrieben, wie die Arbeitsfelder des Hauses kirchlicher Dienste die Gemeindearbeit unterstützen. Der Film zeigt drei Ehrenamtliche auf ihrem Weg ins Haus kirchlicher Dienste, wie sie dort in ihren Aufgaben unterstützt werden und mit neuer Motivation und weiterführenden Informationen wieder nach Hause gehen.

Die Arbeitsfeldfilme, die ekn produziert hat, zeigen anschaulich die Aufgaben je eines der 43 Arbeitsfelder im Haus kirchlicher Dienste: Pilgern und Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Büchereiarbeit und Arbeit mit Älteren, Frauenarbeit am Beispiel eines Frauenmahls und das Jugendprojekt „Szenenwechsel“ werden da gezeigt, ebenso wie Camping-Seelsorge mit „Kirche unterwegs“ am Strand von Cuxhaven-Duhnen. Geplant sind beispielsweise Filme zum Umweltschutz, zu interkultureller Arbeit in Gemeinden und zu Gemeindeleitung – passend zur Kirchenvorstandswahl am 11. März kommenden Jahres.

Die Kurzfilme können bei Veranstaltungen und Fortbildungen eingesetzt werden. Die fünf „Ehrenamts-Filme“ sind im Internet auf den Seite ehrenamt-kirche.de zu sehen und auf dem Youtube-Kanal des HkDs: Der ist auch erreichbar über die Startseite des HkDs unter www.kirchliche-dienste.de und dort dann unter dem Button „Filme“.