Bundespräsident besucht Flüchtlingswerkstatt

Nachricht 13. Juni 2017

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte die kirchlich geförderte „Integrationswerkstatt“ im Norder Ortsteil Utlandshörn am Ende seines lediglich zwei Tage dauernden Antrittsbesuchs in Niedersachsen am 8. Juni. Handwerkspastor Claus Dreier aus dem Haus kirchlicher Dienste hatte diese Werkstatt initiiert. Sie wird durch Mittel der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, des Kirchenkreises Norden und der KVHS Nodern finanziert.

Menschen mit Fluchterfahrungen bekamen die Möglichkeit, Steinmeier von ihren Erfahrungen zu berichten und ihm Fragen zu stellen. Anschließend machte sich der Bundespräsident bei einem Rundgang durch die Lernwerkstatt selbst ein Bild der Einrichtung und ihrer Möglichkeiten.

Landeskirche unterstützt Lernwerkstätten für Flüchtlinge

Gemeinsam mit Kooperationspartnern in Kirche und Kommunen, mit Bildungsträgern und den Handwerksorganisationen arbeitet die Landeskirche seit 2016 in einem Pilotprojekt daran, Geflüchteten auch praktisch dabei zu helfen, dass ihre Integration in Gesellschaft und Arbeitswelt gelingt. In Utlandshörn haben sich der Kirchenkreis Norden und die Landeskirche mit einem Betrag von 20.000€ an der Ausstattung der Lernwerkstatt beteiligt.

Das Projekt gründet auf der Einsicht, dass Menschen, die einen Fluchtweg unter oft extremen und lebensbedrohlichen Bedingungen so weit gegangen sind, dass sie sich jetzt an einem sicheren Ort befinden, die Möglichkeit gegeben werden muss, weiter aktiv zu sein. Das Ziel, das sie mit ihrer Flucht verfolgten, ist noch nicht erreicht.

Natürlich ist es unabdingbar notwendig, dass hier bei uns durch Behörden, Hilfsorganisationen und Bildungsträgern der weitere Weg der Flüchtlinge - u.a. im Blick auf Sprach- bzw. Integrationskurse - organisiert, geleitet und begleitet wird. Das braucht Zeit. "Darum war es wünschenswert, dass Flüchtlingen die Möglichkeit geboten werden konnte, schon zeitnah eine sinnvolle Tätigkeit aufnehmen zu können. Hier setzt die Initiative „ILF – Die Werkstatt“ an", so Claus Dreier, Handwerkspastor der Landeskirche und Initiator des Projektes.

"In einer Lernwerkstatt, ausgestattet mit Werkzeugen, Werkbänken, Maschinen und Materialien und unter Anleitung von Handwerkern und Handwerkerinnen", so Dreier weiter, "können Flüchtlinge Wertschätzung erfahren und Gemeinschaft erleben." Sie probieren handwerkliche Techniken aus und lernen europäische Sicherheitsstandards. Indem sie ihre eigene Kompetenz wahrnehmen und zeigen gehen sie einen ersten Schritt zur Berufsorientierung. Sie genießen Erfolgserlebnisse und üben die neue Sprache trainieren. "Der Weg zu den Handwerksbetrieben, zu Ausbildung und Arbeit, wird dadurch kürzer", betont Dreier.

Für die Hannoversche Landeskirche organisiert und begleitet Dreier als Referent für den Bereich Kirche und Handwerk die Initiative. Für das erste Jahr steht ihm für den bereich der gesamten Landeskirche ein Budget von ca. 100.000 Euro zur Verfügung.

Bei seinem Besuch in Norden konnte sich Bundespräsident Steinmeier ein Bild machen vom Projekt der Lernwerkstatt für Flüchtlinge. Handwerkspastor Claus Dreier stellt das Projekt vor und begleitete Frank-Walter Steinmeier bei dessen Besuch.