Wechsel bei den Umweltschützern

Nachricht 02. Juni 2017
Bernhard Zahner (rechts) ist seit dem 1. Mai Umweltreferent im Haus kirchlicher Dienste. Er übernimmt die Stelle von Martin Schultze, der zum 15. Mai nach Neustadt am Rübenberge wechselte. Foto: Susanne Ruge/HkD

Drei Jahre lang wurden Martin Schultze alle Fragen gestellt, die sich um Energiemanagement, Energieeinsparung und erneuerbare Energien in kirchlichen Gebäuden drehen. Am 14. Mai endete seine befristete Tätigkeit als Umweltreferent im Haus kirchlicher Dienste (HkD) in Hannover, die nun seit Anfang Mai von Bernhard Zahner fortgeführt wird.

"Das Klimaschutz-Konzept hat mich spontan überzeugt"

Schultze kam 2014 ins HkD, um das „Integrierte Klimaschutzkonzept“ mit umzusetzen, das die Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in Auftrag gegeben hatte. „Das Konzept hat mich spontan überzeugt“, erinnert sich der Ingenieur. „Es setzt sich zum Ziel, klimaschutzrelevante Themen dauerhaft in den Einrichtungen und Gemeinden der Landeskirche zu verankern, da die Bewahrung der Schöpfung zu den Kernthemen der kirchlichen Arbeit gehört.“

Schultzes Schwerpunkt lag auf dem Klimaschutz in Gebäuden. In zahlreichen Schulungen, Vorträgen und Beratungen von Gemeinden und Kirchenkreisen hat er aufgezeigt, wie Gebäude nachhaltig so gestaltet werden können, dass Energie und Treibhausgasemissionen eingespart werden und trotzdem gute Gemeindearbeit möglich ist. „Ein Seniorenkreis braucht eine andere Raumtemperatur als zum Beispiel eine Konfirmandengruppe, um sich wohl zu fühlen“, erläutert der 36-Jährige. Die Stelle wurde gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative – ein Programm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

Energeimanagement in Gemeinden und Kirchenkreisen

Der Gebäudebereich ist der größte Verursacher von Treibhausgasen in der hannoverschen Landeskirche, daher soll hier auch die größte CO2-Minderung erreicht werden: Bis zum Jahr 2030 sollen die gebäudebedingten CO2-Emissionen um 30 Prozent gegenüber dem Bezugsjahr 2015 reduziert werden. Hierzu gehört, den Strom- und Wärmebedarfs durch Energieeinsparung und Energieeffizienzmaßnahmen sowie die Umstellung auf erneuerbare Energieträger zu reduzieren. „Ein Energiemanagementsystem auf Gemeinde- und Kirchenkreisebene ist ein zuverlässiger Weg, zu mehr Klimaschutz und weniger Energiekosten zu kommen“, erklärt Reinhard Benhöfer, leitender Umweltreferent im HkD.

Am Anfang des Energiemanagements steht immer die Bestandsaufnahme: Welche Gebäude sind vorhanden und wieviel Energie verbrauchen sie? In einem zweiten Schritt wird überlegt, wie durch ein verändertes Nutzerverhalten Energie eingespart werden kann, etwa Stoßlüften bei ausgedrehter Heizung, statt die Fenster bei laufender Heizung auf Kipp zu stellen. Erst dann stellt sich die Frage, ob durch Baumaßnahmen, wie etwa Wärmedämmung oder eine Erneuerung der Fenster der Energieverbrauch gesenkt werden kann. Auch der Einbau von effizienterer Technik, wie einer neuen Heizungsanlage oder anderen Lösungen zur Beleuchtung können dem Klimaschutz dienen, ebenso wie die konsequente Umstellung auf Ökostrom. Gemeinden, die Energiemanagement einführen, können über ihren Kirchenkreis Sondermittel der Landeskirche für Energieeinsparinvestitionen erhalten.

In fast allen Kirchenkreisen hat das Arbeitsfeld Umwelt-und Klimaschutz die Schulung von Energiemanagementbeauftragten der Kirchengemeinden in enger Zusammenarbeit mit den Gebäudemanagern der Kirchenkreise durchgeführt. Dabei hat Schultze vor allem das gemeinsame Interesse aller Haupt- und Ehrenamtlichen begeistert. „Ich finde es sehr sinnstiftend, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die aus ihrem Verantwortungsbewusstsein heraus handeln“, sagt der Ingenieur. Sein Nachfolger wird diese Arbeit fortführen.

Verabschiedung von Umweltleitlinien und Klimaschutzzielen

Ein wichtiger Meilenstein seiner Tätigkeit war die Verabschiedung von Umweltleitlinien und Klimaschutzzielen durch das Landeskirchenamt und die Landessynode im Jahr 2015, die er mit vorbereitet hatte. „Martin Schultze hat Pionierarbeit in verschiedenen Bereichen geleistet“, betont Benhöfer. „Er hat uns große Schritte im systematischen Vorgehen vorangebracht.“

Ursprünglich studierte Schultze Fortwirtschaft, ein Studiengang, der heute Ressourcenmanagement heißt. Danach arbeitete er zunächst als Vertriebsingenieur für technische Anlagen für erneuerbare Energien. Von 2008 bis 2014 war Schultze dann Fachreferent für nachwachsende Rohstoffe aus der Forstwirtschaft beim Kompetenzzentrum HessenRohstoffe. In dieser Zeit absolvierte er berufsbegleitend ein Masterstudium für „Erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe“. Seit dem 15. Mai ist Schultze nun Klimaschutzmanager in Neustadt am Rübenberge. Dort wird er das Klimaschutzkonzept der kommunalen Verwaltung weiterentwickeln.

Zahner wird Nachfolger

Seinen Nachfolger konnte Schultze noch einarbeiten. Seit dem 1. Mai ist Bernhard Zahner, Ingenieur für erneuerbare Energien, als Umweltreferent im HkD tätig. Zahner studierte in Nordhausen und Berlin „Regenerative Energiesysteme“ und arbeitete am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg in der Forschung und Entwicklung von Solarzellen. Nach einer Weiterbildung zum Energieberater gehört er zu den von der Deutschen Energieagentur zertifizierten Energieeffizienz-Experten.

„Technik hat mich schon immer interessiert. Und ich wollte etwas machen, womit ich mich identifizieren kann“, erzählt der 31-Jährige. Die Bewahrung der Schöpfung und nachhaltiges Handeln liegen ihm am Herzen. „Auch zuhause versuche ich immer erstmal, ob ich die Waschmaschine oder das Radio nicht reparieren kann, bevor ich etwas Neues kaufe.“