„Mitten im Tod vom Leben umfangen“

Nachricht 19. Juni 2017

Ihren modernen Totentanz präsentiert Künstlerin Lisa Huber in der Zeit vom 2. Juli bis 1. November in der Bursfelder Klosterkirche. Auf der Höhe des Jahres möchte das Geistliche Zentrum Kloster Bursfelde zur Auseinandersetzung mit dem Tod und der Botschaft der Auferstehung anregen.

„Der Totentanz stößt an, sich mit dem häufig verdrängten Tod auseinanderzusetzen. Zugleich fordern die vier Bildtafeln heraus, einen neuen Zugang zur zentralen Botschaft christlichen Glaubens zu finden, der Überwindung des Todes in Christus“, sagt Pastor Klaus Dettke, Leiter des Geistlichen Zentrums.

Martin Luther drehe unsere Lebenserfahrung um: „Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangen“. „Kehr´s auch um“, sage der Reformator. „Mitten in dem Tode sind wir vom Leben umfangen“, so der Referent im Haus kirchlicher Dienste, zu dem das Geistliche Zentrum gehört, weiter.

Lisa Huber greift traditionelle Motive aus der Kunst des Mittelalters in großer Freiheit auf. Sie nimmt christliche Symbole und Gesten hinzu, die Hoffnung wecken, dass es mehr gibt als unsere Vergänglichkeit. Die vierteilige Serie „Totentanz“, rostrot getönte Holzschnitte 2,60 Meter hoch und 5,60 Meter breit, entstand 1996 und 1997 in unmittelbarer Reaktion auf den Tod ihres Vaters. „Es soll dem Tod das Grausame genommen werden, er ist nicht das Endgültige. Ich setze auf die Hoffnung“, schreibt Lisa Huber auf ihrer Homepage www.lisa-huber.de

 

Ein vielfältiges Programm begleitet die Ausstellung: 2. Juli, 11 Uhr, die Vernissage, ein Gottesdienst mit der Tänzerin Ulrike Grell, dem Musiker Christian Möller und dem Sänger Jürgen Orelly.

Nach den Sommerferien näheren sich sehr unterschiedliche Veranstaltungen dem Thema der Ausstellung des Totentanzes:

9. August, 19 Uhr, ein Klosterabend mit der Kunsthistorikerin Dr. Ellen Markgraf zum Thema „Die Bedeutung von Totentänzen in Geschichte und Gegenwart“.

27. August, 15.30 bis 18 Uhr ein besonderes Angebot in der Klosterkirche: In Todeserfahrung vom Segen umgeben – Christliches Handauflegen erfahren.

2. September, 20 Uhr, ein Theaterabend mit dem Figurentheater GINGGANZ und Paula Fuchs am Cello: Wie ein Fluss zwischen zwei Ufern – Der Klang der Psalmen.

13. September, 19 Uhr Klosterabend mit Pastor Klaus Dettke zum Thema „Hoffnung für die letzte Reise“ – Um des Lebens willen über den Tod reden.

27. September, 18.30 Uhr,  „Tanz der Ahnen“, Meditativer Tanz in der Klosterkirche mit Ute Böttcher.

11. Oktober, 19 Uhr Klosterabend mit Pastor Dr. Matthias Surall, Leiter des Arbeitsfeldes „Kunst und Kultur“ im Haus kirchlicher Dienste, zum Thema „Tod in den Liedern von Bob Dylan und Johnny Cash.

25. Oktober, 19 Uhr Klosterabend mit Klaus Burckhardt: „Im Angesicht des Todes das Leben feiern“ – am Beispiel des Bürgerkrieges im Südsudan

31. Oktober und 1. November, jeweils von 10 bis 18 Uhr, Ausstellung moderner Urnen in der Klosterkirche von der Holzkünstlerin Susanne Gundermann.

1. November, 19 Uhr, Finissage in der Klosterkirche mit einem Konzert des Chores „I Dodici“.

Der Kulturring Münden begleitet mit drei Sommerkonzerten in der Klosterkirche die Ausstellung. Dieses Projekt wird gefördert durch die Hanns-Lilje-Stiftung, die Klosterkammer und die Hannoversche Landeskirche.

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Kulturring Münden