Interkulturelle Öffnung von Gemeinden unterstützen

Nachricht 09. Januar 2017
Die Interkulturelle Öffnung von Gemeinden wird Pastorin Inga Göbert ab dem 1. Januar mit als Referentin im HkD unterstützen. Foto: HkD

Kirchengemeinden dabei zu unterstützen, sich interkulturell zu öffnen, wird ab Januar Aufgabe von Pastorin Inga Göbert als Referentin im Haus kirchlicher Dienste (HkD) sein.

Zahlreiche Kirchengemeinden in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers haben sich in den letzten beiden Jahren für geflüchtete Menschen engagiert und geöffnet und in dieser Begegnung interkulturelle Erfahrungen gesammelt. Göbert wird diese Erfahrungen aufnehmen und hinterfragen, die interkulturelle Öffnung von Kirchengemeinden begleiten und fördern und Prozesse des interkulturellen Lernens anstoßen.

„Interkulturelle Arbeit wird auf einem Dorf anders aussehen, als in einem Stadtteil in Hannover mit einem hohen Anteil an Migrantinnen und Migranten“, sagt die 38-Jährige. „Auch in kleinen Orten gibt es Menschen mit interkultureller und internationaler Erfahrung, etwa bei Menschen, die monatelang im Ausland arbeiten oder die nach Deutschland zugewandert sind.“ Göbert möchte dabei vor allem Kompetenzen aufgreifen, die an einzelnen Orten schon vorhanden sind und bereits bestehende Aktivitäten vernetzen.

Erfahrungen aus einzelnen Bereichen können auch auf andere Situationen übertragen werden. „Wenn eine Feier mit Beteiligung unterschiedlicher Religionsvertreter zum Schulanfang gelingt und bei einer interreligiösen Gedenkveranstaltung nach einer Katastrophe funktioniert, warum das nicht auch bei anderen Gelegenheiten ausprobieren“, so die Theologin. Neben ihrem Auftrag im HkD wird sie mit einer halben Stelle in der Kirchengemeinde Ledeburg-Stöcken in Hannover tätig sein, in deren Einzugsgebiet es einen hohen Anteil an Migrantinnen und Migranten gibt und interkulturelle Kompetenzen gefragt sind.

Göbert leitete von 2013 bis 2016 im Evangelisch-lutherischen Missionswerk Niedersachsen (ELM) die Abteilung „Gemeinde weltweit“. Christen gibt es auf der ganzen Welt. Göbert entwickelte Konzepte, wie dies in der Gemeindearbeit fruchtbar werden kann. „Es ging uns darum, gemeinsam etwas zu machen!“, erzählt die Pastorin. „Wir haben zum Beispiel eine Theaterpädagogin aus Südafrika eingeladen, die mit Jugendlichen aus Deutschland und dem Ausland ein Theaterstück entwickelt und aufgeführt hat. Eine deutsche Kollegin fuhr dann auch zum Landesjugendcamp der lutherischen Kirche in Brasilien und hat dort ein Angebot beigetragen.“ Für Konfirmanden hat Göbert die „Werkstatt ökumenisches Lernen“ weiter entwickelt, bei der diese erfahren, wie Christen im weltweiten Kontext ihren Glauben leben und die Welt gestalten. Gemeinsam mit Pastorinnen und Pastoren aus den Partnerkirchen hat sie Gottesdienste entwickelt und Predigten erarbeitet, die in Deutschland im Gottesdient verwendet werden können, in dem die landeskirchenweite Kollekte für das ELM eingesammelt wird.

Das HkD ist Göbert nicht unbekannt. Von 2011 bis 2013 hat sie mit einer Viertelstelle das Projekt „Gemeinden anderer Sprache und Herkunft als ekklesiologisch-ökumenische Herausforderung für die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers“ mit aufgebaut, das sich besonders den im Bereich der Landeskirche vorhandenen Migrationsgemeinden zuwandte. Gleichzeitig war sie seit 2009 Pastorin in der Kirchengemeinde Breloh bei Munster.

Schon als Kind und Jugendliche lernte Göbert andere Kulturen kennen. Mit ihren Eltern, die in der Entwicklungzusammenarbeit tätig waren, war sie zwei Jahre in Kenia. Nach dem Abitur machte sie ein freiwilliges soziales Jahr in Namibia. Während des Theologiestudiums in Göttingen verbrachte sie ein Jahr in den USA. „Die Zeit an der Emory University in Atlanta war einfach toll!“, erinnert sich die Theologin. „Internationale und ökumenische Themen waren dort sehr wichtig - das hat mich geprägt!“

Göbert wird am Mittwoch, 11. Januar um 12 Uhr in einer Andacht in der Kapelle im Haus kirchlicher Dienste in ihr neues Amt eingeführt werden.