Beschaffung wird grün

Nachricht 19. Januar 2017
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Die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes Brandstraße trägt zur nachhaltigen Beschaffung von Strom bei. Foto(montage): Sven Becker /HkD

Ein blauer Engel erscheint immer öfter im Haus kirchlicher Dienste. Als erste kirchliche Verwaltung und Einrichtung der Hannoverschen Landeskirche wird das Haus am 1. Februar mit dem Zertifikat „Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften in Kirchen“ ausgezeichnet, weil es ein Beschaffungsmanagement etabliert hat und sich die Mitarbeitenden in einer Beschaffungsordnung zu ökologischen Standards verpflichten. Sie trinken Kaffee und Tee, die mit Bio-Siegel nach EU-Ökoverordnung ausgezeichnet sind, die technischen Mitarbeiter in der  Hausdruckerei benutzen 100-Prozent-Recycling-Papier und selbst Servietten und Klopapier tragen Umwelt-Siegel. Auf vielen Stiften und Schreibblöcken, Ordnern und Klebestiften, elektrischen Geräten und Multifunktions-Kopiergeräten im Haus grüßt der blaue Engel. Tonerkartuschen werden nachgefüllt und Büromöbel sind langlebig. Sogar die Sonne stellt sich in den Dienst der guten Sache: Auf dem gerade energetisch sanierten Gebäudeteil in der Brandstraße läuft seit Sommer eine zweite Photovoltaikanlage, sodass mittlerweile nominell rund ein Viertel des Strombedarfes im Haus „von ganz oben“ gedeckt wird.

Klimaschutzmanagerin Sonia Erdmann und Verwaltungsmitarbeiterin Leonie Spiller präsentieren am Mittwoch, 1. Februar um 11.30 Uhr im Foyer in der Archivstraße 3 in Hannover Erfolge, Ziele und Herausforderungen des Arbeitsprozesses „Zukunft einkaufen“. Das neun-köpfige „Beschaffungs-Team“ des HkD, vornehmlich aus Verwaltungsmitarbeitenden, hat seit Mai 2015 Schritt für Schritt alle Bausteine für die Zertifizierung erarbeitet. Dazu gehören eine Bestandsaufnahme darüber, wie das HkD welche Produkte wo und in welchen Mengen nach welchen Umwelt-Kriterien kauft, eine Bewertung von Verbesserungsprioritäten, sowie eine Liste der Einkaufsquellen, einen Fahrplan für die nächsten drei Jahre und insbesondere eine Beschaffungsordnung, die für das HkD als Richtlinie für den nachhaltigen Einkauf gilt. „Wir haben uns vorgenommen, uns immer weiterzuentwickeln in Richtung Nachhaltigkeit“ sagt Erdmann. „Als Referenten sind wir bei unseren Vorträgen und Seminaren in der ganzen evangelischen Landeskirche glaubwürdiger, wenn wir Nachhaltigkeit selbst leben“.

Schon ab 11 Uhr und auch nach der Kurzpräsentation kann man Infostände von einigen der über 15 Lieferanten des Hauses, von denen das HkD nachhaltige Waren bezieht, im Foyer besuchen. Um 12 Uhr folgt dann die übliche Hausandacht in der Kapelle nebenan. Dort wird der Ökopädagoge Hans-Jürgen Hörner aus dem Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen die Zertifizierungsurkunde überreichen und das Engagement seiner Hannoverschen Kollegen kurz würdigen. Im Anschluss wird der westfälische Leiter des Projektes "Der Grüne Hahn"  gemeinsam mit Sonia Erdmann im Foyer des HkD die Auszeichnungsplakette enthüllen.

Die Veranstaltung ist öffentlich und ohne Eintritt. Es gibt Kaffee und Tee – natürlich aus fairem Handel.