„Ich wollt, ich wär ein Huhn?!“

Nachricht 17. Januar 2017
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Bauernpastorin Ricarda Rabe vertritt den Evangelischer Dienst auf dem Land bei der Grünen Woche mit. Foto: Jens Schulze/HkD

Der gemeinsame ökumenische Kirchenstand von KLB (Katholische Landvolkbewegung Deutschland) und EDL (Evangelischer Dienst auf dem Land) stellt in diesem Jahr das Frühstücksei in den Fokus der Standaktion auf dem ErlebnisBauernhof der Grünen Woche. Gemeinsam mit dem EDL ist die KLB während der gesamten Grünen Woche vom 20. bis 29. Januar auch in diesem Jahr auf dem ErlebnisBauernhof vertreten. Mit dabei ist Pastorin Ricarda Rabe, Referentin für Kirche und Landwirtschaft im Haus kirchlicher Dienste. Landesbischof Ralf Meister steht auf dem Podium bei einer Diskussionsveranstaltung.

„Ich wollt, ich wär ein Huhn?!“ sangen die Comedian Harmonists vor über 80 Jahren in Berlin das erste Mal. Es ist auch das diesjährige Motto der Standaktion der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland (KLB) und des Evangelischen Dienstes auf dem Land (EDL) auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 auf der Grünen Woche 2017. Was hat das gute alte, frische Frühstücksei auf unserem Tisch mit glücklichen Hühnern, Futtermittelimporten und Fragen der Globalisierung zu tun? Die Kirchen wollen mit ihrem Angebot auf der Grünen Woche besonders agrarethische Aspekte ansprechen und laden Landwirte, Verbraucher und Handel zum Dialog ein.

Die Diskussion über moderne Tierhaltungsformen und Tierschutz ist derzeit gehörig aufgeheizt. Offensichtlich gibt es Zielkonflikte zwischen Ertrag und immateriellen Werten. Wie kann man soziale Werte, öffentliche Güter und ethische Fragen wie z. B. das Tierwohl bewerten? Was wird (noch) akzeptiert? Was ist bezahlbar? Welcher Preis ist fair? Das sind Fragen, zu denen die Standaktion der Kirchen neue Zugänge bietet.

Eine Dorfkirche steht dabei im Mittelpunkt des Standes und bietet im Kirchenraum mit Bibelzitaten und Gebetstexten einen theologisch-ethischen Zugang zum Thema. Im Pfarrgarten vor der Kirche können über ein Hühner-Glücks-Rad spielerisch die Vorstellungen von glücklichen Hühnern mit den vielen Faktoren, die in der landwirtschaftlichen Legehennen-Haltung bedacht werden müssen, ins Gespräch gebracht werden. Auch internationale Ernährungssicherung und weltweite Ernährungssouveränität als zentrale Forderungen der Kirchen werden thematisiert.

Podiumsdiskussion am Landkirchentag:
Auf der Bühne des ErlebnisBauernhofes findet im Rahmen des ökumenischen  Landkirchentages am 26. Januar um 14 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Tiere halten – (k)ein Problem“ statt.
Teilnehmer: Landesbischof Ralf Meister, Prälat Dr. Karl Jüsten, Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth (angefragt), Vizepräsident des DBV Werner Schwarz, und Vizepräsidentin des LandFrauenverbandes Agnes Witschen, dlv.

Der Kirchliche Dienst auf dem Land (KDL) der Evangelischen Landeskirche Hannover und die Katholische LandvolksHochschule Oesede sind in diesem Jahr für Konzept und Durchführung des Kirchenstandes verantwortlich. Beide Organisationen kommen aus Regionen mit intensiver Tierhaltung und sind mit den Problemen und Fragen „Rund um die Nutztierhaltung“ vertraut.