Erstes interreligiöses Frauenmahl in Hannover

Nachricht 03. Februar 2017

Erstes interreligiöses Frauenmahl in Hannover

Etwa 200 Frauen werden am Abend des 7. März, am Vorabend des internationalen Frauentages, in der Marktkirche in Hannover an langen festlich gedeckten Tafeln sitzen und gepflegt miteinander speisen, kurzen Tischreden lauschen, sich von Musik und Grußworten inspirieren lassen und über religiöse Grenzen hinweg miteinander ins Gespräch kommen. Dieses dritte Frauenmahl von 18 bis 21.30 Uhr in der Marktkirche ist zugleich das erste interreligiöse in der Hannoverschen Landeskirche. Diese Veranstaltung stellt den Höhepunkt gemeinsamer Vorhaben evangelischer Frauen dar, den sie auf dem Weg hin zum Reformationsjubiläum 2017 gestalten.

Beim diesem Frauenmahl werden muslimische, jüdische und christliche Frauen miteinander diskutieren und auch mit Frauen ins Gespräch kommen, die keiner Religion angehören. Unter der Überschrift: „Frauen. Macht. Worte“ werden die Frauen zwischen den Gängen kurze Reden von Ingrid Wettberg, der Vorsitzenden der Liberalen jüdischen Gemeinde Hannover, von der islamischen Theologin Hamideh Mohagheghi aus Hannover und von der evangelischen Theologin und Literatin Christina Brudereck aus Essen hören. Moderieren wird die Gespräche Dr. Eske  Wollrad, Geschäftsführerin der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD). Zuletzt gibt es eine Trialog der drei Religionsvertreterinnen. Neben einem vegetarischem 5-Gänge-Menü mit orientalischen Anklängen erwartet die Teilnehmerinnen Musik des Hannoverschen Streicherinnen-Ensembles „Quartett PLUS 1“.

„In einer Zeit von Terroranschlägen auch in Europa wollen wir der Atmosphäre der Angst etwas entgegensetzen. Was dient dem Frieden, was ist unser Beitrag, damit wir hier miteinander und ohne Angst leben können?“ sagt Franziska Müller-Rosennau zu der Idee des ersten interreligiösen Frauenmahles.

Mit ihren Tischreden lehnen sich die Frauenmahle an das berühmte Format aus dem Hause von Käthe und Martin Luther an. Damals wurde bei Tisch in geselliger Runde Persönliches und Theologisches diskutiert.  Dieses Redeformat hat die Initiative Frauenmahl für das Heute neu entdeckt. Seit 2011 finden in ganz Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern Frauenmahle statt, mehr als 10.000 Menschen haben inzwischen daran teilgenommen, vor allem Frauen. Überall, wo Frauenmahle vorbereitet und gestaltet werden, ziehen sie viele Gäste an. Es sei in ihnen etwas zu spüren von reformatorischem Geist und Aufbruch. „Reformation ist nicht nur ein geschichtliches Ereignis, sondern setzt sich heute fort, im Dialog auf Augenhöhe von Frauen aus unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Traditionen“, so Müller-Rosenau.

Das Frauenwerk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers lädt gemeinsam mit neun Kooperationspartnerinnen ein: Die Evangelische Studierendengemeinde (ESG), die Schwesternschaft der Friederiken, das Evangelisch-lutherische Missionswerk Hermannsburg (ELM), das Haus der Religionen Hannover, die Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche, die Marktkirchengemeinde, die Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD), der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KdA) für das „Netzwerk Frauen in der Kirche“.
 

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Auf das erste interreligiöse Frauenmahl freuen sich (von links) Ulrike Duffing, Ingrid Wettberg, Hanna Kreisel-Liebermann, Dr. Eske Wollrad und Franziska Müller-Rosenau. Foto: Gunnar Schulz-Achelis/HkD