Öko bis ins Letzte

Nachricht 02. Februar 2017

„Dies ist nach meiner Kenntnis noch eine Ausnahme in der Evangelischen Kirche in Deutschland, ein Erfolg, auf den Sie sich etwas einbilden können“ sagte Ökopädagoge Hans-Jürgen Hörner vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, als er die Zertifizierungsurkunde am Mittwoch überreichte. Als erste kirchliche Verwaltung und Einrichtung der Hannoverschen Landeskirche erhielt das Haus kirchlicher Dienste am 1. Februar das Zertifikat „Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften in Kirchen“, weil es ein Beschaffungsmanagement etabliert hat und sich die Mitarbeitenden in einer Beschaffungsordnung zu ökologischen Standards verpflichtet haben.

Klimaschutzmanagerin Sonia Erdmann und ihr neunköpfiges „Beschaffungs-Team“, das vorwiegend aus Verwaltungsmitarbeitenden besteht, haben 33 ökologischen Maßnahmen aus der Vergangenheit dokumentiert und planen für die nächsten drei Jahre weitere 28. Da gibt es Kleines wie Großes: Butterbrottüten aus Papier mit FSC-Siegel werden nach Empfängen mit Schnittchen bereitgestellt, damit Teilnehmende sich „Stullen“ mitnehmen können und sie nicht weggeworfen werden. Und im letzten Sommer ist eine zweite Photovoltaikanlage auf dem Dach in Betrieb gegangen, sodass jetzt nominell ein Viertel des Strombedarfes durch die Sonne gedeckt wird. Viele der 60 Mitarbeitenden schmunzelten bei der Präsentation der Maßnahmen, als das Öko-Klopapier gezeigt wurde und stöhnten, als die nicht so beliebten Ingwer-Kekse erwähnt wurden. Hier wolle man neue aussuchen, kündigte Erdmann an und sucht zudem einen regionalen Bio-Lieferanten für die 840 Liter Milch, die pro Jahr im Haus gebraucht werden. Einige Lieferanten des Hauses hatten zuvor ihre Produkte – etwa ökologisches Büromaterial und „Give-aways“, fair gehandelter Kaffee und Schnittchen aus regionalen Bioprodukten – im Foyer präsentiert und Mitarbeitende informierten sich über die Neuheiten.

„Sie haben eine Bilanz aufgestellt und eine Systematik entwickelt, die nach Verbesserung strebt“ lobte Hörner die frisch unterzeichnete Beschaffungsordnung und die HkD-Mitarbeitenden, die seit Jahren sich weiter verbessern: Im Keller stehen Dienstfahrräder bereit und auf den Schreibtischen liegen abschaltbare Steckerleisten, damit Elektrogeräte im Stand-By-Betrieb nicht Strom verbrauchen. Lampen wurden auf LED umgerüstet und in den Toiletten lassen Bewegungsmelder automatisch das Licht ausgehen, wenn niemand da ist.

„Nachhaltiges Handeln gehört zur christlichen Lebensgestaltung und ist nicht vom Gottes-Dienst zu trennen“ sagte der stellvertretende Direktor des Haus des Klaus Stemmann, in der Hausandacht, bevor Hörner Urkunde und Plakette überreichte.

Erdmann zeigte sich zufrieden, dass nunmehr für das HkD und die weiteren kirchliche Einrichtungen im selben Haus mit insgesamt 200 Mitarbeitenden nach den Kriterien Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Ökologie eingekauft wird. So seien HkD-Mitarbeitende auch bei ihren Vorträgen und Seminaren in der ganzen Landeskirche glaubwürdig. Sie selbst baut ein Netzwerk für die ökologische Beschaffung in Kirchen auf Bundesebene mit auf. Sie rief ihre Arbeitskollegen auf, weitere Beschaffungs-Ideen, aber auch Probleme mitzuteilen.