Demokratiebewusstsein fördern

Nachricht 01. Februar 2017
Sarah Vogel ist seit Anfang des Jahreas Referentin für Jugendpolitische Bildung beim Arbeitskreis Evangelische Jugend Niedersachsen. Foto: Susanne Ruge/HkD

„Gerade in Zeiten von Krisen und Kriegen ist es wichtig, sich mit Frieden und Versöhnung zu beschäftigen“, betont Sarah Vogel, seit Anfang des Jahres neue Referentin der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend Niedersachsen (aejn) für jugendpolitische Bildung. Ihr Büro hat Vogel im Landesjugendpfarramt im Haus kirchlicher Dienste (HkD). Die Stelle ist über die Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend (aej) in das bundesweite Netzwerk der evangelischen Trägergruppe für jugendpolitische Bildung eingebunden und erweitert das Spektrum der aejn, die mit ihrer Geschäftsstelle im Landesjugendpfarramt ihren Sitz hat.

Vogel wird Fachkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplkatoren der außerschulischen und schulischen Bildung miteinander vernetzen und pädagogische Konzepte zur historisch-politischen Bildung und Menschenrechtspädagogik entwickeln. Wichtig sei, so die studierte Historikerin und Germanistin, die historischen Ereignisse auf die Situation der jungen Menschen heute zu beziehen. Es gehe darum, Ausgrenzungsmechanismen zu verstehen, einen Blick für soziale Ungerechtigkeiten zu entwickeln und das Demokratiebewusstsein zu fördern.
„Aus der Vergangenheit können Jugendliche lernen, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Vogel. „Ich möchte junge Menschen dazu sensibilisieren, ein kritisches Geschichtsbewusstsein zu entwickeln. Sie sollen lernen, sich ein eigenes Bild politischer Zusammenhänge zu machen und Mediendarstellungen kritisch zu hinterfragen.“

Die aej hat zu verschiedenen jugendpolitischen Themen Netzwerkstellen in Deutschland eingerichtet. So wird der Schwerpunkt dieser Netzwerkstelle in Niedersachsen liegen, die historisch-politische Bildungsarbeit von Vogel soll jedoch bundesweit Impulse setzen. Exemplarisch werden vor Ort Konzepte entwickelt und evaluiert. Anschließend werden die Ergebnisse dann dem ganzen Verband zur Verfügung gestellt.

Aus ihrer bisherigen Tätigkeit bringt Vogel bereits Erfahrungen mit der Gedenkstätten- und Versöhnungsarbeit mit. Im Anne-Frank-Haus Oldau in Hambühren war sie von 2012 bis 2016 Jugendbildungsreferentin beim Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) in Niedersachsen und begleitete dort unter anderem Jugend- und Erwachsenengruppen auf dem Gelände des ehemaligen Kriegs- und Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Auch die aej-Bundesebene kennt sie bereits. Dort leitete sie von 2010 bis 2012 das Projekt „Dialog und Kooperation“. Sie hat für die Zusammenarbeit zwischen christlicher und muslimischer Jugendarbeit Konzepte entwickelt, erprobt und bereits bestehende sowie neue Maßnahmen miteinander vernetzt. Ein weiterführendes Projekt zu dieser Thematik gibt es innerhalb der aej noch immer, berichtet die 33-Jährige. Die Evangelische Jugend der Landeskirche nimmt daran teil.

Im HkD wird sie in das Team des Landesjugendpfarramtes eingebunden sein. Sie ist bereits seit 2012 im Vorstand der aejn, vertritt den Verband im Hauptausschuss des Landesjugendrings Niedersachsen und wurde 2016 in die „Expertengruppe Frieden“ der Landeskirche Hannovers berufen. „Aus diesen Netzwerken werden sich sicherlich Synergieeffekte herausstellen und vielleicht auch gemeinsame Projekte ergeben“, hofft Vogel.

Die Einführung von Sarah Vogel wird am 22. Mai bei der Tagung der Landesjugendkammer im Evangelischen Jugendhof Sachsenhain in Verden-Dauelsen stattfinden.