Bedford-Strohm kontert auf Kritik und verweist auf christliche Führungskräfte-Arbeit

Nachricht 27. Februar 2017

Kirche biete Unternehmern eine geistliche Heimat, hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm beim 10. Kongress christlicher Führungskräfte in Nürnberg gesagt. Er verwies auf den Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU) und damit indirekt auf das Arbeitsfeld Spiritual Consulting (SC), das im Haus kirchlicher Dienste (HkD) sich um Führungskräfte in der Wirtschaft kümmert. Zuvor hatte er den Messestand von Spiritual Consulting besucht und die HkD-Referenten dort getroffen.

Der Ratsvorsitzende reagierte auf Kritik von Michael Inacker aus Kleinmachnow bei Potsdam, Vorsitzender der Internationalen Martin-Luther-Stiftung und Vorstandsvorsitzender der Unternehmens- und Kommunikationsberatung WMP-EuroCom AG. Der hatte bei einem Podiumsgespräch am 23. Februar gesagt, die Kirche erreiche die eigentlichen Chefetagen der Wirtschaft nicht mehr und liefere Christen in der Wirtschaft mit ihrer Schwarz-Weiß-Ethik keine Orientierung. In seinem Widerspruch verwies Bedford-Strohm darauf, bei dem Kongress christlicher Führungskräfte seien viele Menschen anwesend, die sich im AEU engagierten und unternehmerisches Handeln sehr differenziert betrachteten. Die Kirche habe die Aufgabe, die klare Grundorientierung der Bibel ins Gespräch zu bringen.

Der Kongress mit rund 3000 Teilnehmern ist am Samstag, 25. Februar zu Ende gegangen. Seit mehr als 10 Jahren ist Spiritual Consulting bei jedem Kongress mit einem Stand vertreten. Bei seinem Besuch freute sich Bedford-Strohm, dass SC hier mit dem Angebot der Landeskirche für Führungskräfte präsent sei. Gemeinsam erinnerte man sich an die EKD-Veranstaltung in Wolfsburg am 6. Dezember, die Spiritual Consulting mitorganisiert hatte und bei der der Ratsvorsitzende beim Podiumsgespräch unter anderem mit Ministerpräsident Stephan Weil und VW-Vorstands-Chef Matthias Müller diskutiert hatte.

Seit 2009 organisiert Pastor Peer Schladebusch von Spiritual Consulting als Kernangebot den Bereich "Beratung-Coaching-Seelsorge", dieses Mal mit 40 Gesprächspartnern aus den verschiedenen Kirchen des Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen. Rund 250 Gespräche wurden geführt. Bei dem Team von "Beratung-Coaching-Seelsorge" und beim Stand half auch Theologiestudentin Henrike Rabe aus Hamburg erstmals mit und unterstützte die HkD-Referenten Pastor Ralf Reuter und Peter Greulich. 

Schladebusch hatte in seiner Eigenschaft als Sprecher von „Christen in der Automobilindustrie“ (CAI) am Donnerstag, 23. Februar zusammen mit Dr. Helmut Keller, Hans-Christian Edenharder und Bernd Oettinghaus das Seminar "Firmengebet: Raum für Gottes Wirken in Unternehmen" mit ungefähr 50 Teilnehmern gestaltet.

Dr. Helmut Keller kommt von der Daimler AG, Hans-Christian Edenharder ist Commerzbank-Direktor und Bernd Oettinghaus ist Gebetsleiter der Evangelischen Allianz Frankfurt. Dabei ging es, so Schladebusch, um folgende Fragen: „Wie können wir die Kraft des Gebets in den Unternehmen und Einrichtungen noch mehr fördern? Wie starte ich einen Gebetskreis, was ist zu bedenken, wie überwinde ich Hindernisse, wie bleibe ich frisch und authentisch am Puls der Mitarbeitenden und des Unternehmens, wie betet man mit verschiedenen Hintergründen in Frömmigkeit und Kultur, welche juristischen Fallstricke gibt es, wie gestalte ich ein Einvernehmen mit der Unternehmensleitung?“