Ökumene der Sendung

Nachricht 09. Februar 2017

Die beiden Regionalbischöfe für die Evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland-Ems und Osnabrück, Dr. Detlef Klahr und Dr. Birgit Klostermeier, trafen sich zu einer gemeinsamen Konferenz mit den Beauftragten für Konfessionsökumene aus ihren Sprengeln im Kloster Frenswegen. In seinem Bericht über die Ökumene hob Landessuperintendent Dr. Klahr die Begegnung mit Bischof Franz-Josef Bode aus dem Bistum Osnabrück hervor und freut sich über das ökumenische Miteinander: „Die Gespräche bei der Visitation des Bistums und mein Grußwort beim Pontifikalamt zum 1700-jährigen Geburtstag des Heiligen Martin im Osnabrücker Dom zeigen mir, dass wir nie näher beieinander waren als heute. Die konfessionellen Differenzen sind mit dem Blick auf Christus zu tragen. Christus ist unsere gemeinsame Mitte!“ Dabei gelte es, in der Ökumene die Vielfalt der Glaubensformen zu achten und als Bereicherung zu verstehen, so Klahr.

Regionalbischöfin Klostermeier lobte das produktive ökumenische Miteinander in Osnabrück, berichtete von der gegenseitigen Einladung zum Neujahrsgottesdienst und den interkonfessionellen Erzählcafés. Besonders hob Dr. Klostermeier den Trägerverein aus kirchlichen und kommunalen Organisationen hervor, der gemeinsame Veranstaltungen zum 500-jährigen Reformationsjubiläum durchführt.

Außer Dr. Klostermeier nahm auch Pastor Woldemar Flake, der neue Referent für Ökumene im Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannovers, an diesem Treffen zum ersten Mal teil. Flake machte auf die „Ökumene der Sendung“ aufmerksam. Vor zehn Jahren hätten Vertreter von 23 verschiedenen Kirchen in Niedersachsen die Charta Oecumenica unterzeichnet und damit eine gemeinsame Verpflichtung übernommen, als Christen in einer Region nach dem gemeinsamen Auftrag zu suchen. Dies könne sich in gemeinsamem Handeln äußern, ebenso aber auch im Teilen von Aufgaben oder sogar in gegenseitiger Stellvertretung. Wichtig sei es, geeignete Handlungsfelder im Gespräch zu ermitteln und zu klaren Absprachen zu gelangen.

Jubiläumsjahr als Annäherungsprozess der Kirchen

Das Jubiläumsjahr zeige deutlich einen Annäherungsprozess der Kirchen untereinander. Das sei ein oft auch schmerzhafter Prozess. Der ökumenische Gottesdienst „Heilung der Erinnerung“ am 11. März 2017 in der Michaeliskirche Hildesheim mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und Kardinal Reinhard Marx wird dies aufgreifen und für das ökumenische Miteinander zukunftsweisend sein. In der Folgezeit wird zu ähnlichen Gottesdiensten auf regionaler und lokaler Ebene eingeladen.
Das Projekt „Kirche hoch zwei“ der Landeskirche Hannovers und des Bistums Hildesheim sei ein besonderes Zeichen ökumenischen Handelns, so Flake.

Pastorin Christa Olearius, die lutherische Moderatorin in der Bildungsstätte  Kloster Frenswegen, sagte begeistert: „Wir leben hier im Kloster Frenswegen ökumenische Gemeinde!“, und schwärmte von der gemeinsamen Fahrradtour im vergangenen Jahr nach Wittenberg.
In der ökumenischen Besinnungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte sind sechs Konfessionen unter einem Dach vereint: Reformierte, Lutheraner, Katholiken, Freikirchler, Herrnhuter und Altreformierte.

Zur Begleitung muslimischer Taufbewerber

Neben dem informellen Austausch der Beauftragten für Konfessionsökumene untereinander gibt es bei dem in der Regel jährlichen Treffen ein Schwerpunktthema. In diesem Jahr referierte die Beauftragte für den interreligiösen Dialog im Bistum Osnabrück, Katrin Großmann, über die Begleitung muslimischer Taufbewerber und stellte dazu eine Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz vor.
Eine wichtige Grundlage im Umgang mit den muslimischen Taufbewerbern sei die Kenntnis des Islam. Es sei nicht leicht für die Taufbewerber, in ihrem familiären Umfeld über ihre Taufe zu sprechen. Das sei unbedingt zu beachten und auch, dass getaufte Muslime in der Regel die Unterstützung ihrer Familie verlieren. Umso wichtiger sei es, dass sie in der christlichen Gemeinde Beheimatung finden. Für den Weg zur Taufe solle eine einjährige Vorbereitungszeit möglich sein. Das oftmals zentrale Motiv der Taufbewerber sei die Sehnsucht nach der Botschaft von der liebenden Zuwendung Gottes und auch die Hoffnung, durch die Taufe in die westlich-christliche Kultur hineinzuwachsen.

Im Gespräch wurde deutlich, dass es im Bereich der Landeskirche Hannovers unterschiedliche Modelle im Umgang mit muslimischen Taufbewerbern gibt, darunter die Begleitung durch Pastorinnen und Pastoren in den Ortsgemeinden, die Begleitung durch die Iranerseelsorge, aber auch die Integration in Gemeinden wie die Arabisch-Deutsche Evangelische Gemeinde in Hannover.